Wahlkampfthema "Schluss mit Schulden"

Einige Parteien propagieren vor dieser Bundestagswahl eine Entschuldung des Staates (siehe den FDP-Slogan "Schluss mit Schulden").
Das Problem dabei: In unserem Geldsystem ist die Geldmenge an die Verschuldung gekoppelt: Wenn jemand sich bei Banken verschuldet, entsteht neues Geld. Wenn jemand Schulden bei Banken tilgt, verringert sich die Geldmenge. Die Banken halten etwa 55 Prozent der Staatsschulden. Entschuldet sich der Staat bei den Banken, ohne dass sich jemand anderes verschuldet, schrumpft also die Geldmenge. Damit entsteht eine deflationäre Tendenz, die die Wirtschaft abwürgt. Die Steuereinnahmen sinken, die Haushaltslücken werden trotz Entschuldung nicht kleiner, siehe Griechenland, wo das alles zum x-ten Mal ausprobiert wird. Wer eine Entschuldung des Staates propagiert und nicht gleichzeitig sagt, wer sich stattdessen zusätzlich verschulden soll und kann, der hat unser Geldsystem nicht verstanden! Eigentlich müsste die Forderung "Schluss mit Schulden" ergänzt werden durch den Satz: "Schluss mit der Banken-Geldschöpfung per Kredit". Dann  würden nicht mehr nur die Banken neues Geld in Umlauf bringen, und die Geldmenge wäre nicht mehr an die Verschuldung gekoppelt! Das sagt aber bisher leider niemand in diesem Bundestagswahlkampf.

Klaus Karwat