Bedeutet Vollgeld Monetarismus?

In einem Workshop am 27.09.14 diskutieren wir die manchmal geäußerte Vermutung, ob Vollgeld mit Monetarismus gleichzusetzen ist. Nach der von Milton Friedman entwickelten volkswirtschaftlichen Lehrauffassung des Monetarismus ist die Geldmenge der wichtigste Faktor zur Steuerung des Wirtschaftsablaufs. Die Geldmenge soll durch die Zentralbanken so gesteuert werden, dass sie möglichst ohne Schwankungen mit dem Wachstum der volkswirtschaftlichen Produktion ausgeweitet wird. Staatliche Eingriffe in die Wirtschaft, z.B. antizyklische Maßnahmen der Wirtschaftspolitik zur Steuerung der Konjunktur, wie vom Keynesianismus gefordert, lehnen die Monetaristen grundsätzlich ab. Gerade von linkspolitischer Sichtweise wird daher ein Vollgeldsystem kritisch betrachtet. In diesem Workshop soll nun diskutiert werden, ob diese Auffassung auch zutrifft, oder ob nicht auch in einem Vollgeldsystem genug Spielraum für antizyklische Maßnahmen bleiben würde.

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Sekretariat Monetative

Die Wurzel der aktuellen Banken- und Staatsschuldenkrise liegt im Geldsystem. Es erzeugt überschießend Kredit und fördert damit Spekulationsblasen ebenso wie Inflation und die Überschuldung vieler Beteiligter, nicht zuletzt die des Staates und der Banken selbst. Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung. Deshalb setzen wir uns ein für Geldschöpfung in öffentliche Hand 1. die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung in der Verantwortung der unabhängigen Zentralbank 2. die Beendigung der Giralgeldschöpfung der Banken 3. die Inumlaufbringung neu geschöpften Geldes durch öffentliche Ausgaben.