Im englischen Unterhaus hat im Dezember 2014 die erste Debatte über Geldschöpfung seit 1844 stattgefunden (siehe auch Monetative-Infobrief Dezember 2014) Deswegen haben wir für Sie folgende Musteranfrage formuliert, die Sie in Ihrem Namen Ihrem örtlichen oder einem fachlich zuständigen Bundestagsabgeordneten stellen können:

Neben dem persönlichen Kontakt mit Ihrem politischen Interessenvertreter können Sie sich auch über folgende Portale an Ihre Abgeordneten wenden:

ANFRAGE an BUNDESTAGSABGEORDNETE 2015

Im englischen Parlament wurde Ende des Jahres 2014 über die Frage debattiert, auf welche Art und Weise Geld geschöpft und wie es in Umlauf gebracht werden sollte. Damit knüpft das englische Unterhaus an die historische Debatte an, ob die Geldschöpfung einer öffentlichen Institution vorbehalten bleiben sollte oder durch private Geschäftsbanken geschöpft werden darf („Banking“-Lehre versus „Currency“-Lehre).

In Politik/Verwaltung, Wissenschaft und Bevölkerung gibt es teilweise unzutreffende Vorstellungen zum Geldsystem. So ist nur wenigen Menschen bekannt, dass der Großteil des Geldes heutzutage durch private Banken geschöpft und in Umlauf gebracht wird. Zwar wurde früher beschlossen, dass das Recht, Geldscheine zu drucken, einer öffentlich legitimierten Zentralbank vorbehalten bleibt, dies betrifft aber nicht das elektronische Giralgeld, das inzwischen etwa 90% des modernen Geldes ausmacht. Diese Privatisierung der Geldschöpfung wurde bisher weder politisch debattiert noch explizit gesetzlich legitimiert.

Gerade angesichts der bestehenden Finanzkrise und den Verwerfungen im Euroraum hat die Frage der Geldschöpfung aber eine zentrale politische Bedeutung. Deswegen muss politisch darüber debattiert und entschieden werden, wer für die Schöpfung/Emission von elektronischem Geld auf Girokonten zuständig sein sollte. Deswegen fragen wir Sie:

 -Halten Sie es für sinnvoll, eine ähnliche Debatte über Geldschöpfung im Deutschen Bundestag zu führen, wie sie im englischen Unterhaus im Dezember 2014 stattgefunden hat?

-Wenn ja, welche konkreten Schritte halten Sie für möglich und notwendig, um eine solche Debatte vorzubereiten?

-Würden Sie sich an der Debatte persönlich beteiligen?

 

Frühere Fragen an Abgeordnete (2013/2014):

Für Kandidatinnen und Kandidaten zur Euroapwahl 2014 hatten wir folgende fünf Fragen vorgeschlagen. Für Kandidatinnen und Kandidaten im Bundestagswahlkampf 2013 hatten wir sieben Fragen formuliert. Die von uns zusammengefassten Antworten von 2013 finden Sie hier