Heute wird viel über Banken und Finanzmärkte gesprochen, wie es zur Krise kam und mit welchen Maßnahmen man glaubt, die Dinge in den Griff zu bekommen. Ein grundlegender Faktor wird dabei meist noch außer Acht gelassen: das Geldsystem, insbesondere die Geldschöpfung. Wo kommt das Geld überhaupt her mit dem wir alle Dinge kaufen, Darlehen nehmen, Anlagen tätigen? Wer darf es schaffen, wie kommt es in Umlauf, und welche Folgen hat das?

Dies ist eine ordnungspolitische Frage. Für Bargeld ist die Entscheidung darüber vor über hundert Jahren eindeutig gefallen: Nur öffentliche Zentralbanken dürfen seitdem noch Geldscheine drucken, nachdem vorher jede Bank ihre eigenen "Banknoten" produzierte. Würde eine Bank heute Geldscheine drucken, wäre das Betrug. Bargeld wird aber immer unbedeutender. Und was viele nicht wissen: Das unbare Giralgeld, das heute von uns am meisten benutzte Geld, wird immer noch und mehr denn je von Geschäftsbanken erzeugt: Es wird einfach auf Girokonten gut geschrieben. Im Ergebnis gibt es keine Kontrolle über die Geldmenge. Sowohl der Markt als auch der Staat versagen bei dieser grundlegenden Aufgabe. Soll das wirklich so weitergehen? Wir meinen: Nein! Auch für die Schöpfung von unbarem Geld muss endlich eine eindeutige politische Grundsatzentscheidung getroffen werden.

Wir erklären unter dieser Rubrik "Verstehen" auf möglichst einfache Art und Weise, wie eine Reform der Geldschöpfung aussehen könnte und warum Geld als Teil unserer wirtschaftlichen Infrastruktur nur von einer unabhängigen, dazu befähigten öffentlichen Stelle in Umlauf gebracht werden sollte.

Sollten dann noch Fragen offen bleiben, wenden Sie sich bitte über unser Kontaktformular an uns, vielleicht können wir dann weiterhelfen.

Es gibt einige Geldreform-Initiativen, die zusätzlich zur Reform der Geldschöpfung noch weit mehr fordern wie Abschaffung der Zinsen, Grundeinkommen und Umlaufsicherungsgebühr etc. Wir beschränken uns bewusst auf die Reform der Geldschöpfung, damit eine breite gesellschaftliche Koalition zur Umsetzung der Reform gebildet werden kann. Das heißt nicht, dass nicht weitere Finanzmarkt-Reformen notwendig und sinnvoll sein können.

Betrachtungen des Altmeisters der Satire, Dieter Hildebrandt @Störsender.tv (3 min)

"Woher kommt das Geld?
Aus dem Nichts!
Da bin ich schon erschrocken!
Wie geht das?"

Monetative-Mitglied Thomas Mayer erklärt in einem 20-minütigen Vortrag die Prinzipien einer Vollgeld-Reform, wie sie für die Schweiz aussehen würde. Dieselben Prinzipien könnten auch für andere Währungen angewendet werden.


Vertiefung

Auf der Homepage Vollgeld.de von Prof. Joseph Huber finden sich vertiefende Informationen zur Vollgeldreform. Insbesondere empfehlen wir folgende Seiten:

Eine englische Variante der Seite findet man unter www.sovereignmoney.eu.