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Autor: admin
Datum: Montag, 18. Mai 2009 10:31
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164 Kommentare

  1. 1

    Huber unterscheidet zwischen Kredit und Darlehen.Was die Geschäftsbanken vegeben können, sind Darlehen, die eine entsprechende Spareinlage voraussetzen (so wie die Lehrmeinung es als gegeben vertritt). Kredit kann nur die ZB vergeben, da aus Krediten neues Geld entsteht.
    Siehe dazu J. Huber, Reform der Geldschöpfung: “Wenn eine Bank unter Vollgeldbedingungen ein Darlehen vergibt, so müssen die betreffenden Geldmittel auf dem Zentralbankkonto der Bank positiv vorhanden sein, in der Regel dadurch, dass sie diese zuvor aufgenommen hat. Sofern dabei die Bank Geld von ihren eigenen Kunden leiht, kann dies nicht mehr dadurch geschehen, dass eine täglich fällige Verbindlichkeit in eine längerfristige Verbindlichkeit umgebucht wird. Stattdessen wird ein realer Geldtransfer stattfinden: vom Geldkonto des Kunden auf das Zentralbankkonto der Bank. Wenn umgekehrt eine Bank einem Kunden ein Darlehen auszahlt, so erfolgt dies nicht durch Girokontogutschrift, sondern: durch einen Vollgeldtransfer vom Zentralbankkonto der Bank auf das Geldkonto des Kunden.” (s. 20)

  2. 2

    Hallo @Max

    >> Beo: Das Sparen entspricht hier einem Kredit des Kunden an seine Bank, mit bestimmter Laufzeit und Zinsvereinbarung.
    > Max: Das widerspricht sich aber mit dem, was Prof. Huber sagt. Nämlich, dass es keine Zinsen mehr auf Spareinlagen gäbe (weil die Bank dieses Geld auch nicht mehr weiterverleihen darf), sondern im Gegenteil, Kontoführungsgebühren zu entrichten sind. (Dass Gebühren für andere Konten, die vor allem für Finanztransaktionen des Kunden dienen, in Kauf genommen werden, mag ja sein, Problem sind die Sparkonten).

    _ Ich weis nicht, wo das steht. Meine eigene Meinug ist : Du gibst deiner Bank einen Kredit mit bestimmter Laufzeit und Zinsvereinbarung. Die Bank verleiht dein Geld weiter und kassiert dafür Zins. Einen Teil dieser Zinseinnahme gibt sie an dich weiter; den Rest behält sie. Was gibt’s da nicht zu verstehen ? Eine andere Form des Sparens gibt es nicht und hat es nie gegeben. Wo soll denn die Bank den Zins hernehmen, den sie dir zahlen soll ?? Behälst du dein Geld täglich verfügbar auf deinem Girodepot, bekommst natürlich dafür nichts und musst Verwaltungsgebühr zahlen - wie heutzutage auch.
    _ Ganz anders sieht die Lage aus, wenn es eine Geldsteuer (Umlaufgebühr) auf das flüssige Vollgeld gibt, von z.B. 6% p.a.. Dann wirst du dein Geld gerne auch dann an deine Bank verleihen, wenn der Sparzins nur 0% oder gar -2% beträgt. Sonst du gibst dein Geld lieber zügig aus - was der Wirtschaft zugute kommt.

    > Es würde niemand mehr einer Bank eine größere Spareinlage oder einen Kredit anvertrauen, wenn es keine Zinsen dafür gäbe. Man kann ja nicht sagen: auf Spareinlagen gibts keine Zinsen, aber auf erhaltene Kredite schon. Wo oder wie will man denn die Grenze zwischen Sparkonto und Kredit ziehen?

    Dein Sparen ist dein Kredit an deine Bank, heute wie auch in der Monetative. Da gibt es nichts neues. Geht die Bank Pleite, ist normalerweise auch dein Sparguthaben futsch.

    > Wer soll derjenige sein, der einen Kredit an eine Bank vergibt? Peter Pichler hat es ja schon gesagt - in Frage käme als Kreditgeber eigentlich nur die zentrale Notenbank [...] Falls das nicht zutrifft, würde ich mich freuen, wenn jemand darlegt, wer außer der Notenbank in der Lage sein soll, Kredite zu vergeben.

    Nein, es gibt keinerlei Kredite von der Monetative, an Niemanden außer an den Staat (= Bürgergemeinde) - um die initiale bzw. durchschnittliche Geldmenge in das System einzufüllen. Danach ist Schluss. Das Spar- & Kreditgeschäft von Jederman bleibt Sache allein der privaten Banken und Risiko der Kunden.

    Mit Gruß, Beobachter

  3. 3

    @Lorenz Hallo
    > b) Sollten Sichtguthaben nicht einfach verboten werden - jetzt oder in einer hypothetischen “Monetative-Welt”?

    _ Es steht doch klar in der “Monetative-Welt” geschrieben, dass es keinerlei Sichguthaben in den Bankenbilanzen geben würde. Also brauchen sie auch nicht verboten zu werden.
    _ Die Girokonten der Kunden befinden sich außerhalb der Bankenbilanzen - es sind eGeld/Vollgeld-Deposits, von der Bank im Auftrag der Kunden verwaltet. Die Bank kann somit alle Aufträge des Kunden erledigen, wie heute üblich (einschl. Online-Banking).
    _ Dein Bargeld erscheint doch auch nicht in der Bilanz irgendeiner Geschäftsbank, oder !? Du könntest es prinzipiell auch in dein Depot bei deiner Bank legen und von dieser verwalten lassen - es hätte immer noch nichts in der Bankbilanz zu suchen.
    _ Die Giro-/Vollgeldguthaben befinden sich aber auf der Aktivseite der Kundenbilanzen. Es handelt sich um Vollgeld, welches keiner weiteren Deckung bedarf - und nicht einfach wertlos werden kann, wenn z.B. die Bank Pleite macht. Die buchtechnische Entsprechung zu diesem Aktivposten befindet sich auf der Passivseite der Zentralbank-Bilanz, etwa unter dem Posten “eGeld im Umlauf”, analog zu und neben dem Posten “Banknoten im Umlauf” in der heutigen ZB-Bilanz (vgl. hier die BuBa-Bilanz).
    ____________________________________________

    @Ralf Hallo
    > c) Was hältst du von der EZB, besonders im Bezug auf ihre weitläufige Unabhängigkeit, und ihrer absoluten Priorität, der Preisstabilität?

    Die EZB ist absolut nicht in der Lage, ihrer “absoluten Priorität”, der Preisstabilität nachzugehen, ohne dass die Wirtschaft dabei zügig abkacken würde - und zwar aus mehreren Gründen. Das heutige System macht es nicht möglich. Die ZB muss die Währung inflationieren, um den Laden mehr schlecht als recht über Wasser zu halten - das neuerdings selbsterklärte (!) Ziel der EZB beträgt 2-3%. Selbst das ist fraglich, ob es ihr noch gelingt. Denn, egal wieviel Geld hereinkommt, es landet nicht dort, wo es wirklich benötigt wird, nämlich in den Arbeitslöhnen und auf den Waren-/Leistungsmärkten. Ohne Lohnsteigerungen ist aber keine Inflation möglich, ohne dass der Konsum real zurückgeht - denn wer solle bitte teuerer werdende Ware kaufen ? Die Folge ist sofort eine Rezession - nämlich die heutige Situation.

    > d) Insbesondere: soll es der Monetative erlaubt sein, den Staatshaushalt (oder die Staatshaushälte der Eurozone) direkt zu finanzieren?

    _ Nein, der Monetative ist es nicht erlaubt, den Staatshaushalt zu finanzieren. Sie moduliert lediglich eigenmächtig die Steuereinnahmen der Regierung, indem sie diese laufend etwas aufstockt oder kürzt, um dadurch die umlaufende Geldmenge zu regulieren und für Preisstabilität in der Realwirtschaft zu sorgen. Die Regierung kann sich kein Geld bei der ZB bestellen oder einfach abholen.
    _ Nach meinem Dafürhalten sollte sie auch eigenmächtig eine variable Steuer auf die Geldhaltung, sog. Umlaufgebühr) erheben, und diese an die Regierung als Steuereinnahme weiterleiten, um dem Horten von Geld eine Gegenkraft entgegenzusetzen.
    _ Alle Haushaltsfragen und sonstigen Steuerabgaben sind allein Sache der Regierung und ihrer Wähler.

    Mit Gruß, Beobachter

  4. 4

    Fehler der Teilreservesystems /Ursache der Wirtschaftskrise

    http://video.google.com/videoplay?docid=1315673209240201609#

  5. 5

    @beobachter und Peter:
    “Das Sparen entspricht hier einem Kredit des Kunden an seine Bank, mit bestimmter Laufzeit und Zinsvereinbarung. ”
    Das widerspricht sich aber mit dem, was Prof. Huber sagt. Nämlich, dass es keine Zinsen mehr auf Spareinlagen gäbe (weil die Bank dieses Geld auch nicht mehr weiterverleihen darf), sondern im Gegenteil, Kontoführungsgebühren zu entrichten sind. (Dass Gebühren für andere Konten, die vor allem für Finanztransaktionen des Kunden dienen, in Kauf genommen werden, mag ja sein, Problem sind die Sparkonten). Es würde niemand mehr einer Bank eine größere Spareinlage oder einen Kredit anvertrauen, wenn es keine Zinsen dafür gäbe. Man kann ja nicht sagen: auf Spareinlagen gibts keine Zinsen, aber auf erhaltene Kredite schon. Wo oder wie will man denn die Grenze zwischen Sparkonto und Kredit ziehen? Wer soll derjenige sein, der einen Kredit an eine Bank vergibt? Peter Pichler hat es ja schon gesagt - in Frage käme als Kreditgeber eigentlich nur die zentrale Notenbank. Das würde aber bedeuten, dass alle anderen Banken nur noch verwaltungstechnisch fungieren und der Geldfluss zentral gesteuert wird. Dann würde es sozusagen immer der Zustimmung der Notenbak bedürfen, wenn eine Bank einen Kredit vergeben will.

    Falls das nicht zutrifft, würde ich mich freuen, wenn jemand darlegt, wer außer der Notenbank in der Lage sein soll, Kredite zu vergeben.

  6. 6

    @Beobachter:

    Ich habe noch ein paar Fragen an dich:

    a) Die Problematik von Bank runs ist ja weitgehend bekannt. Wieso gibt es deiner Meinung nach immer noch Banken, die Sichtdeposita anbieten? (Einlagensicherung und Spitzenrefinanzierungsfazilität (urks!) bitte aus dem Spiel lassen)
    b) Sollten Sichtguthaben nicht einfach verboten werden - jetzt oder in einer hypothetischen “Monetative-Welt”?


    @Ralf:

    Danke für die ausführliche Antwort. Ich habe allerdings nie an der Giralgeldschöpfung gezweifelt! Gezweifelt habe ich an einigen Teilen deiner Erläuterung, denn ich habe noch nie gehört, dass GB ihr Eigenkapital verleihen, und dass M1 somit von dessen Größe abhängt, und nicht von 1/Mindestreservesatz!

    Aber ich habe auch eine Frage an dich (und die anderen Monetative-Fans):
    c) Was hältst du von der EZB, besonders im Bezug auf ihre weitläufige Unabhängigkeit, und ihrer absoluten Priorität, der Preisstabilität?
    d) Insbesondere: soll es der Monetative erlaubt sein, den Staatshaushalt (oder die Staatshaushälte der Eurozone) direkt zu finanzieren?

    MfG

  7. 7

    @Lorenz :
    > In Dokument 1.6 in den Stichwortartikeln wird suggeriert, bank runs hätten etwas mit dem partiellen (fraktionalen) Reservesystem zu tun. Ich mache ein Gegenbeispiel mit einem garantiert “realen” Gut – einem Auto [...]

    Eine Spareinlage kannst du nicht jederzeit und SOFORT zurückhaben, da sie ja eine vereinbarte (Rest-) Laufzeit hat - auch nicht, wenn Alleman zur Bank rennen. Da musst du schon warten, bis die Laufzeit deiner Spareinlage abgelaufen ist - vorher hast du kein Anspruch auf dein Geld.

    > aber das Problem von bank runs hat etwas mit Fristen und Risikotransformation zu tun, nicht mit der Geldschöpfung.

    Doch, gerade mit der “fraktionalen Deckung bei der Geldschöpfung”: Wenn die Bank nicht genügend Reserve in ZBGeld hat, um alle nullfristigen Geldforderungen ihrer Kunden (= nullfristige Verbindlichkeiten der Bank) schnellstens zu bedienen - ob per Barauszahlung oder als Geldüberweisungen - dann ist sie insolvent. Bei ausgiebiger Nutzung des Fractional Reserve Banking (FRB) ist jede Bank ständig latent insolvent, nur die Kunden wissen es nicht ;-). Im Falle eines Bankrun gibt’s da immer “Schalter & Konten dicht”, und ohne ein “Rettungspaket” gibt’s definitiv Pleite - das ist das “Geschäftsmodell” der heutigen Banken. Den Bankeignern kann es ziemlich egal sein, denn sie haben ihr investiertes Kapital längst und zigfach in Form von Zinsen bzw. Dividenden herausgeholt. Nach der Pleite machen sie eine neue Bank auf. Demgegenüber, Vollgeld ist immer und sofort da, und zwar vollzählig (.. bitte nicht zu verwechseln mit Spareinlagen !) - kein Problem bei Bankrun.
    _________________________________

    @max :
    > Wie, der 08/15-Bürger soll die Inflationslast durch Kreditvergabe an die Bank refinanzieren? Aber das entpräche ja praktisch genau dem heutigen System der Spareinlagen. Gleichzeitig sollen Spareinlagen aber aus der Bankbilanz herausgelöst und kostenpflichtig werden - das ist paradox!

    Wenn ich es richtig verstehe : Die Sparkonten der Bankkunden bleiben in der Bankbilanz auf der Passivseite, wo sie auch heutzutage sind - nur die liquiden Geldkonten sind ausserhalb. Das Vollgeld des Sparkunden geht von seinem Geldkonto (ausserhalb der Bankbilanz) auf das ZBKonto seiner Bank über, und die Bank bucht eine eigene Verbindlichkeit gegenüber dem Kunden auf ihrer Passivseite - ist eine Bilanzverlängerung. Der Kunde macht in seiner Bilanz einen Aktivtausch : ‘Geldkonto an Spareinlage (Forderungen)’. Das Sparen entspricht hier einem Kredit des Kunden an seine Bank, mit bestimmter Laufzeit und Zinsvereinbarung.

    > Ok, angenommen, mittels strenger Kontrollen und anderer Instrumente gelingt es, private Banken dazu zu bringen, Giralgeld nur noch 100%ig refinanziert zu verleihen. Das käme wegen des Attributs “Vollgeld” dann einer 100%igen Eigenkapitaldeckung gleich. Was das bedeutet, sollte klar sein: Die Kreditvergabe wäre massiv eingeschränkt, das schuldenbasierte Wirtschaftssystem würde sofort kollabieren.

    Nein, da kollabiert überhaupt nichts. Vollgeld benötigt keinerlei “Deckung” - es ist einfach da, und liegt auf dem Geldkonto des Bankkunden oder auf dem ZBKonto der Bank. Es befindet sich auf der Aktivseite der Kundenbilanz oder der Bankbilanz. Das EK ist immer auf der Passivseite ausgewiesen, wo die anteiligen Eigentumsrechte (Anteile) an den Aktiva (Vermögenswerte) aufgelistet sind. Vollgeld bleibt davon völlig unberührt, wie hoch die EK-Quote an der Bilanzsumme ist - es kann sehr wohl auch 100% Fremdkapital sein (wenn ‘EK = 0′).

    Mit Gruß, Beobachter

  8. 8

    @max: Inflation produzieren (Größenordnung 4-6%) ist meine Idee… und muss sich nicht unbedingt mit den Ideen der Monetative zusammenpassen… Ich komm eher aus der Schwundgeld/Freidgeld-Ecke… (Mit Freidgeld kommt man ohne Inflation aus (man könnte damit Geld produzieren, dass stabiler ist als Gold)).

    In einem Vollgeld-Konzept kann man das, was man in Freigeld-Konzepten über eine Umlauf-Sicherungs-Gebühr einhebt, über Inflation lukrieren… (muss man aber nicht)

    Zu eine so hohe Inflation ist nicht vermittelbar:
    Wenn man der (wie viele Anhänger der Freigeldtheorie) Meinung ist, dass man Geld als stabilen Wertmaßstab braucht, dann muss man dieses System einführen. (und nicht ein Vollgeld-System, wie es die Monetative vorschlägt) (ich glaub, mann kommt auch mit Inflationsgeld zurande, qed)

    Das spannende am Monetative Konzept ist, dass es die Monetetative als demokratisch legitimierte Macht geben soll, die die Mittel verwaltet, mit denen man festlegen kann, ob es Inflation gibt oder nicht…. (wobei ich in diesem System immer dafür wäre eine gewisse Inflation zu haben, weil ohne Einzug der Zinsen, die Umverteilung von Arm zu Reich weitergeht…)

    Ich versteh nicht, was Du mit paradox meinst… (ich muss auch dazusagen ich bin selbständig… und ich zahle für mein Konto auch heute einen Haufen Geld (ca 200€/Jahr)… und ich hab trotzdem zwei Konten…)… und wie gesagt… ich bin sicher, dass es auch in einem Vollgeldsystem Banken geben wird, die nahezu kostenlos Konten anbieten werden. (Kundenzugang, z.B. die google Bank). Aber auch wenn die Kontenführung auch von privaten bezahlt werden müsste… wo ist das Problem… wer aus Kostengründen auf den Komfort bargeldloser Zahlungsmittel verzichtet, der wickelt seine Geschäfte eben bar ab… (wird niemand, der größere Zahlungsflüsse hat machen wird..)

    @max / 100% Eigenkapitaldeckung

    Das stimmt nur, wenn Banken nicht die Möglichkeit haben, sich bei der Nationalbank (NB( (Monetative) zu refinanzieren.

    Aus meiner Sicht sollte die NB - besichert durch gute Kredite - den Geschäftsbanken Geld zur Verfügung stellen…. Dadurch entsteht - wie heute auch - Schuldgeld (was manche nicht mögen… ich hab kein Problem damit)

    In meinen Überlegungen ist der einzige Unterschied zu heute, dass nicht mehr die Geschäftsbanken Geld erzeugen, sondern nur mehr die NB.

  9. 9

    @Lorenz:
    Schönes Beispiel, leider völlig falsch.
    Am besten orientiert man sich nicht an Fremdbeispielen, sondern am tatsächlichen Mechanismus der Giralgeldschöpfung, die in der Modern Money Mechanics der Federal Reserve Bank of Chicago genau beschrieben ist und in leicht abgewandelter Form auch für das Euro-System gilt.

    Wer die Existenz der Giralgeldschöpfung nicht glaubt, der schaue bitte ins Glossar der deutschen Bundesbank:

    http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_g.php

    Zitat:
    Geldschöpfung
    Vermehrung der Geldmenge durch Aktiv- und Passivgeschäfte des Bankensystems, d. h. Schaffung zusätzlichen Geldes. Hauptquelle der Geldschöpfung ist heute die Kreditgewährung der Geschäftsbanken (aktive Geldschöpfung): Dem Kreditnehmer wird ein Sichtguthaben (Sichteinlagen) in Höhe des aufgenommenen Kredites eingeräumt, wodurch die gesamtwirtschaftliche Geldmenge unmittelbar steigt.
    Zitat Ende

    Im Euro-System ist die Mindestreserve mit derzeit 2% deutlich geringer als in den USA, stattdessen hat jede Bank, nach Basel II, Kredite mit 8% Eigenmitteln (nicht zu verswechseln mit Eigenkapital) zu unterlegen.
    Dennoch ist die Fünktionsweise im Prinzip identisch.

    Wir schauen uns das System nun mal vereinfacht an und ersetzen die Mindestreserve von 2%, indem wir eine Eigenmittelunterlegung von 10% annehmen und Eigenmittel mit Eigenkapital gleichsetzen.
    Weiterhin gehen wir mal vereinfachend von einer Bargeldentnahme von 10% aus, tatsächlich liegt diese bei 2%-3%.

    Beispiel nach obigen Vorgaben:
    Bank A hat 100.000 € Eigenkapital.
    Deponent A (ein Bankkunde) deponiert 100.000 € auf seinem Girokonto und erhält dafür eine Gutschrift in gleicher Höhe.
    Bank A verleiht diese 100.000 € und unterlegt sie mit 10.000 € Eigenmitteln, gibt also einen Kredit in Höhe von 110.000 € an Kreditnehmer A.

    Einschub:
    Das Guthaben befindet sich nun nicht mehr im Banktresor, dennoch kann Deponent A frei darüber verfügen, gibt er seine 100.000 € aus und überweist dieses Geld an jemand anderen, so wechset die Gutschrift von seinem Konto auf das Konto des Empfängers, das ursprünglich deponierte Geld indes beibt von Bank A verliehen und befindet sich nicht im Banktresor. Zu Komplikationen könnte es dann kommen, wenn die Gutschrift von Bank A zu einem Kunden bei Bank B wechselt, denn Bank A hat das Geld dann verliehen, verfügt aber nicht mehr über die zugehörige Einlage, so daß die Bankbilanz mehr Passiva, als Aktiva aufweisen könnte, wenn sich die Marktanteile zu Lasten von Bank A verschieben. Allerdings verschieben sich die Marktanteile nur recht langsam und um derartige Schwankungen auszuglleichen, leihen sich die Banken gegenseitig kurzfristig Geld, in diesem Fall würde Bank B einen entsprechenden Kredit an Bank A vergeben, so daß Bank A Zeit hat, den Rückfluß der Passiva (vergebene Kredite) abzuwarten und ihre Bilanz stabil zu halten.
    (Bei Banken sind Aktiva und Passiva genau gegenteilig zur übrigen Wirtschaft, Kunsedenguthaben sind Aktiva und vergebene Kredite sind Passiva)
    Wir sehen also bereits hier, beim Giralgeld handelt es sich um ein Gutschriftsystem, das mit einem Gutscheinsystem funktional identisch ist.
    Einschub Ende

    Von dem Kredit in Höhe von 110.000 € kauf sich der Kreditnehmer A etwas bei Deponent B.
    Deponent B deponiert 100.000 € auf seinem Girokonto und entnimmt 10.000 € Bargeld.

    Bank A verleiht die 100.000 € als Kredit und unterlegt diesen wieder mit 10.000 € Eigenkapital. Und so weiter.

    Das Spiel geht so lange, bis in diesem Beispiel alles Eigenkapital der Bank in Form von Kreditunterlegungen verliehen ist.
    Weil die Eigenmittelunterlegung in diesem Beispiel 10.000 € je Vorgang beträgt und die Bank 100.000 € Eigenmittel besitzt, widerholt sich der Vorgang 10 mal, das heißt, Bank A verleiht die Einlage von Deponent A, in Höhe von ebenfalls 100.000 € 10 mal, vergibt also darauf Kredite in Höhe von 1.000.000 €, die in diesem Beispiel als Guthaben auf den Konten derjenigen deponiert werden, die dieses Geld für einen Verkauf an einen Kreditnehmer erhalten haben.
    Diese 1 Mio € existieren aber nur durch die Kreditvergabe, wir erinnern uns die Ursprüngliche Einllage betrug 100.000 € und das Eigenkapital der Bank ebenfalls.
    Die Guthaben entstehen, indem die Einlage von Deponent A immer weiter gereicht wird.

    Kredit-Kauf-Guthaben-Kredit-Kauf-Guthaben etc.

    Begünstigt dabei ist ausschließlich die Bank, durch die Zinsen auf jeden einzelnen Kredit und dies alles allein unter der Zusage, die Guthaben der Deponenten in Geld/Bar auszahlen zu können, was aber nicht der Fall ist. Wer dies für Betrug hält, liegt mit dieser Einschätzung meines Erachtens sicher nicht ganz falsch.

    Giralgeld erfüllt insofern meiner Meinung nach alle Kriterien eines illegalen Kettenbriefes.
    Unter anderer Betrachtungsweise könnte man für das Gesamtsystem zu dem Ergebnis kommen, daß es sich um ein klassisches illegales Pyramidensystem handelt.
    Mit dem Oberbegriff Schneeballsystem, zu dem Kettenbrief und Pyramidensystem gehören, dürfte man indes in jedem Fall auf der sicheren Seite liegen.

    Lägen die Zinsgwinne der Banken bei 10%, was nicht der Fall ist, so könnten die Banken in diesem Beispiel in einem Jahr 100.000 € Zinsgewinn verbuchen, damit ihr Eigenkapital und somit auch die Kredit-, beziehungsweise die Geldmenge verdoppeln.
    Wer nun glaubt, daß dieses System zu enormen Inflationen führen müsse, dem sei gesagt, daß es nur dadurch stabil bleibt, daß in entsprechender Höhe Geld gehortet wird und die nur die tatsächlich umlaufende Geldmenge für das Preisniveau entscheidend ist.
    Nichtsdestotrotz wurde das gehortete Geld irgendwann von irgendwem gegen Zinsen bei Banken geliehen und stehtaufgrund derHortung weder für Zins-, noch für Tilgungsleistungen zur Verfügung.

    Was passiert nun aber in diesem Beispiel, wenn Deponent A seine Einlage von 100.000 € in Bar zurück verlangt?

    Ganz Einfach, die Bank könnte in Höhe von 1 Mio € weniger Kredite vergeben und die Geldmenge würde um diese 1 Mio € schrumpfen. Die gehortete Geldmenge wäre davon zunächst unbeeinflußt, folglich verringert sich die tatsächlich umlaufende Geldmenge um diesen Betrag. Umsätze gehen zurück, Preise fallen, Unternehmen können Ihre Unkosten nicht mehr zahlen und gehen in Konkurs etc, zu drastisch? Das ist nur das, was in etwa passiert wenn eine Bank bei einem Run ihre Verpflichtungen erfüllen kann, kann sie es nicht, droht das gesamte System durch Rückabwicklung zu zerbrechen.
    Deshalb springt der Staat in solchen Fällen ein und ersetzt die geschrumpfte Kredit-/Geldmenge, was er nur durch eigene Schuden bei den Banken realisieren kann. Weil Staatsanleihen als 100%ige Sicherheiten gelten, können die Banken diese bei der EZB hinterlegen und erhalten dafür in gleicher Höhe Kredit/Geld von der EZB, welches sie mit Zinsaufschlag an den Staat weiter verleihen, damit dieser sie damit retten kann. Die Banken werden damit also für die Kriese belohnt, weil vermeintlich nur so das System gerettet werden kann.

    Was passiert in diesem Beispiel, wenn die Banken aufgrund geplatzter Kredite 100.000 € Verlust machen?
    Sie mussen diese 100.000 € durch freie Eigenmittel decken. Weil sie jeden Kredit mit 10% Eigenmittel unterlegen, heißt das, sie können für 1.000.000 € weniger Kredite vergeben um diese 100.000 € Eigenmittel zur Verfügung zu haben.
    Obiges Scenario gilt also auch für den Fall geplatzter Kredite.

    Die Geldmenge und damit die gesamte Wirtschaft hängen also von der Kreditvergabe der Banken ab und geplatzte Kredite, beziehungsweise alle Verluste der Banken, können, wie im Fall der Immobilienblase, zu einer enormen Wirtschaftskrise, mit allen entsprechenden Folgen, führen.

    Um das zu verhindern muß die Girageldschöpfung und damit das Kettenbriefsystem beendet werden.

    Ein kurzes Wort noch zu Mißbrauchsmöglichkeiten, wenn die Kontrolle der Geldmenge in privater Hand liegt.

    Hypothetischer Abauf eines Mißbrauches:

    1. Systemrelevante Banken erhöhen ihre Kreditanforderungen, begründen können sie das zu jedem Zeitpunkt mit eigenen wirtschaftlichen Interessen, mit eigenen Wirtschaftserwartungen oder wie immer sie wollen.
    2. Anerkannte Wirtschaftsexperten prüfen die Auswirkungen dieser Vergabeänderung und prognostizieren daraus eine abkühlung der Konjunktur.
    3. Ratingagenturen werden vorsichtiger und weniger Unternehmen bekommen ein gefordert gutes Rating, also Kreditwürdigkeit.
    4. Die Banken erheben wegen der schlechten Konjunkturaussichten höhere Risikozuschläge bei den Zinsen.
    5. Viele Unternehmen und Privatpersonen nehmen wegen der schlechten Prognosen, schlechter Ratings und hoher Zinsen weniger Kredite auf.
    Es kommt somit weniger Geld in Umlauf.
    6. Zins- und Tilgungseistungen, sowie Hortung, also Geldmengenabflüsse bleiben zunächst unverändert, in Verbindung mit dem verringerten Geldzufluß (Kreditvergabe) verringert sich die umlaufende Geldmenge.
    7. Umsätze und Preise sinken, Unternehmen gehen in Konkurs und werden durch die Banken, Bankeigentümer, deren Investmentgesellschaften oder bankeigene Investmentgesellschaften für Bruchteile Ihres Wertes gekauft.
    Neue Arbeitslose können ihre Immobiien nicht halten, die von bankeigenen Immobiliengesellschaften etc. übernommen werden.
    8. Alle Banken müssen ihre Kreditvergabe der Prognose der Wirtschaftsexperten anpassen, um im Falle zu erwartender Kreditausfälle über die nötigen Eigenmittel zu verfügen.
    9. Die Kriese oder der “Konjunkturzyklus” nehmen ihren Lauf.
    10. Die ehemligen Konkursunternehmen werden unter aanderem mit Krediten zu Traumkonditionen saniert, bekommen entsprechende Ratings und stehen besser da als je zuvor.
    11. Die Geldmenge wird wieder hergestellt.
    12. Nach der Kriese ist vor der Kriese.
    13. Wäre dergleichen nicht ein Insider-Geschäft?

    Liebe Grüße ,

    Ralf

  10. 10

    @peter:
    ich danke für die antworten, auch wenn sie mich nicht zufriedenstellen:
    Ok, unter der Voraussetztung einer deutlichen Inflation würde es unattraktiv werden, Geld zu besitzen. Sei es Bargeld oder Spareinlage. Ich glaube, so eine starke Inflation ist aber nicht vermittelbar. Das führt zu Vertrauensschwund und Instabilität. Den Menschen ginge der Maßstab verloren, denn die unstetigen Preise würden keine gute Orientierung mehr bieten.
    Wie, der 08/15-Bürger soll die Inflationslast durch Kreditvergabe an die Bank refinanzieren? Aber das entpräche ja praktisch genau dem heutigen System der Spareinlagen. Gleichzeitig sollen Spareinlagen aber aus der Bankbilanz herausgelöst und kostenpflichtig werden - das ist paradox!

    zum zweiten Thema:
    Ok, angenommen, mittels strenger Kontrollen und anderer Instrumente gelingt es, private Banken dazu zu bringen, Giralgeld nur noch 100%ig refinanziert zu verleihen. Das käme wegen des Attributs “Vollgeld” dann einer 100%igen Eigenkapitaldeckung gleich. Was das bedeutet, sollte klar sein: Die Kreditvergabe wäre massiv eingeschränkt, das schuldenbasierte Wirtschaftssystem würde sofort kollabieren.

    Also ich kann eine Lösungsmöglichkeit nur erkennen, wenn man das schuldenbasierte System insgesamt für Geschichte erkärt und die gewerbliche Kreditvergabe zur öffentlichen Hoheit erklärt. Was faktisch einer Verstaalichung des Bankensektors gleichkäme. Bei entsprechend dezentraler Strukturierung, wäre das eine brauchbare Zukunftsperspektive, denke ich.

  11. 11

    In Dokument 1.6 in den Stichwortartikeln wird suggeriert, bank runs hätten etwas mit dem partiellen (fraktionalen) Reservesystem zu tun. Ich mache ein Gegenbeispiel mit einem garantiert “realen” Gut – einem Auto.

    Frau Kund hat ein Auto, das sie im Moment nicht verwendet. Sie verleiht es an Herr Bank, der im Gegenzug regelmäßig das Öl wechselt und das Auto in Topform hält (ein echter Mehrwert also). Es wird ausgemacht, dass Frau Kund das Recht hat, das Vehikel bei Bedarf zurückzufordern, und sofern sie es nicht SOFORT erhält, den Bankrott von Herr Bank zu fordern.

    Es passiert, was passieren muss: Herr Bank fährt 100 km und erhält den verhängnisvollen Anruf. Da er das Auto nicht SOFORT zurückbringen kann, ist er bankrott – obwohl das Gut an sich noch völlig in Ordnung ist. Er verschwindet von der Bildfläche, und Frau Kund ist gezwungen, 100 km zu Fuß zurückzulegen, um wieder in Besitz ihres Eigentumes zu kommen.

    Natürlich lässt sich das Szenario beliebig erweitern (Zwangsliquidierung der Güter zu niedrigem Preis, selbsterfüllende Prophezeiungen, Interessenskonflikt zwischen Besitzern einer Bank und dem Management), aber das Problem von bank runs hat etwas mit Fristen und Risikotransformation zu tun, nicht mit der Geldschöpfung.

  12. 12

    @Ralf: Dir geht es ähnlich wie mir. Die Analyse und der Lösungsansatz aus der Freigeld/Schwundgeld-Theorie empfinde ich als sehr überzeugend. Ich glaube wie Du, dass wir ein System finden müssen das folgende Kriterien erfüllt:

    * Es muss unabhängig von Wirtschaftswachstum, Stagnation oder Rezession funktionsfählig sein.
    * Die vom Zinssystem verursachte fortschreitendende systematische Umverteilung von Arm zu Reich muss gestoppt werden.

    Das Schwundgeld/Freigeld System bietet sich dazu als Lösungsansatz an.

    So toll diese Idee auch ist, hat sie doch auch einige praktische Nachteile. i.B. ist es relativ kompliziert. Z.B. gedrucktes Bargeld ist kaum noch verwendbar (wobei ich mir dabei sowieso die Sicherheitsfrage stelle… auf der anderen Seite reduziert anonymes Geld die Macht der Datensammler… however)

    Mit Vollgeld kann aber - aus meiner Sicht - das selbe bewirkt werden, indem die Monetative eine Inflation auf der Höhe des Zinsnivaus anstrebt. (z.B. 4%). Aus meiner Sicht schöpft die Monetative damit genauso die Zinsgewinne ab, wie das eine Umlaufsicherungsgebühr(USG) macht. Im Gegensatz zur USG muss man dazu aber nicht jeder und jedem permanent ein bischen etwas wegnehmen (was organisatorisch kompliziert ist), sondern man erhöht einfach die Gesamtgeldmenge. (Was den Wert einzelner Geldbeträge aber genauso reduziert)

    Nachteil gegenüber Freigeld:
    Die Qualität von Geld als Maßstab leidet, da der Zeitpunkt mit eingerechnet werden muss… Mit diesem Problem leben auch heute (ganz gut… soll nichts schlimmeres passieren)

    ________

    Ich bin auch für ein bedingungsloses Grundeinkommen… das kann aber nicht zur Gänze aus den Erträgen des Geldmonopols finanziert werden….. zum Überschlagen… sieht man sich die Entwicklung der Geldmenge M1 an, dann sieht man, dass sich die Geldmenge jährlich ca 10% pa erhöht hat… (was mir extrem viel vorkommt… hoff ich hab mich da nicht vertan..). Die gesamte Geldmenge M1 beträge derzeit 4648 Mrd. Rechnet man mit einer Geldmengenausweitung am heutigen Nivau, dann wären das 465 Mrd. € Ertrag/Jahr… Das wären für jede und jeden der 160 Mio. Einwohner der EWU (465/.16) 2900€/Jahr oder 242 €/Monat. Das ist gutes Geld aber für etwas, dass sich bedingungsloses Grundeinkommen nennt, doch zu wenig…

    –>
    Die Monetative erscheint mir als eine Art größter gemeinsamer Teiler. Das Geld nur von der Gemeinschaft und nicht von privaten Banken geschöpft werden können soll, ist sehr leicht transportierbar… (aus obiger Rechnung lässt sich ableiten, dass die Banken aus der Geldmengenausweitung im Euro-raum jährlich einen Profit von 400 Mrd. €/Jahr lukrieren. Fast jede und jeder wird, sobald die Zusammenhänge klar sind, zustimmen, das dieser Profit der Allgemeinheit zusteht, und nicht in den Taschen einzelner verschwinden sollte.

    Welche Geldpolitik eine Monetative betreibt ist eine zweite Frage.

    Tatsache ist, dass wir heute wenig/keine Erfahrung mit Geldpolitik in Vollgeld-Wirtschaften haben… Das Grundkonzept die Verantwortung für die Geldpolitik einer unabhängigen demokratischen legitimierten Institution zu übertragen ist jedenfalls ein brauchbarer struktureller Ansatz…

    Eine inflationssensible Geldpolitik zu betreiben, deren Inflationsziel am Zinsnivau liegt, erscheint mir eine sinnvolle Grundthese zu sein… Aber es gibt sicher auch noch andere Kriterien, die die konkrete Geldpolitik beeinflussen sollten…

    Das Ziel die Zinserträge nicht den Kapital-EignerInnen sondern der Allgemeinheit zukommen zu lassen, lässt sich mit Vollgeld realisieren. Vollgeld führt aber nicht automatisch dazu. (im Gegensatz zu Freigeld)

    Was mit den Erträgen/Kosteneinsparungen des Geldmonopols gemacht werden sollte ist eine weitere Frage. Im Konzept der Monetative wäre das auch Thema, für die nicht die Monetative sondern die Politik verantwortlich ist.

  13. 13

    @Admin: Bitte den vorherigen Beitrag von mir durch diesen, verbeserten ersetzen. Danke.
    ——————–

    @Zoltan Hallo

    > Es gibt eine Diskussion auf einer anderen Sprache über die Monetative. Die Kontrahentin behaupten, das wäre das Banksystem, was es auch in Kommunismus gab. Wie kann man dagegen argumentieren?

    Die Kontrahentin hat kein sachliches Argument vorgebracht, warum die Monetative nicht als sinnvolles, effektives und stabiles System funktionieren sollte. Sie versucht das Konzept mittels negativer Assoziationen zu diffamieren, weil ihr kein sachliches Argument einfällt. Auf diffamierende Beiträge zu reagieren, ist grundsätzlich ein großer Fehler. Wenn du anfängst beweisen zu wollen, dass du kein Kommunist bist, hast schon verloren. Schreibe deiner Kontrahentin eventuell :

    1) Ihre Aussage ist leider inhaltsleer, eine Nullaussage. Du kannst darin kein vernünftiges Argument erkennen.
    2) In der Monetative gibt es privates Bankensystem samt privatem Kreditmarkt, ausser der Zentralbank, wie heute auch. Das war im Kommunismus nicht der Fall.
    3) Die Schöpfung allgemein akzeptierter Zahlungsmittel (Geld) kann nur einer Institution überlassen werden, die primär der Preisniveau’stabilität in der Wirtschaft verbindlich verpflichtet ist - und das ist nun mal einzig bei der staatlichen Zentralbank der Fall. Private Banken arbeiten profitorientiert - sie können und wollen nicht für Preisstabilität sorgen. Profitorientierung und Preisstabilität vertragen sich nicht.
    Ausserdem, wie könnten auch 100 konkurierende Privatbanken durch eigene Geldschöpfung für Preisstabilität in der Realwirtschaft sorgen - völlig unmöglich ?!
    ————————————————-

    @frank Hallo

    > Das Zinsniveau z.B. soll sich durch Angebot und Nachfrage ergeben und nicht durch eine zentrale Institution bestimmt werden.

    Warum dann nicht gleich auf jegliche Regulierung verzichten, z.B. auch bei der Preisentwicklung, Geldschöpfung, Gesundheit, Renten, Straßenbau, Gerichte und Polizei usw.? Wir “sollten” doch alles Angebot & Nachfrage überlassen - und die Zentralbank gleich abschaffen. Ein tolles “Argument”, oder ?

    Mit Gruß, Beobachter

  14. 14

    @Max / Kosten: Der Hauptzweck von Banken ist nicht das kostenlose zur Verfügung stellen von unbaren Zahlungsmitteln, sondern das zur Verfügung stellen von Krediten für Wirtschaft und Haushalte.

    Ich bin zusätzlich zum Vollgeldsystem dafür, dass die Monetative für eine Inflation auf der Höhe des Zinsnivaus sorgt… das hat viele positive Effekte… unter anderem werden Leute bestraft, die Ihr Geld zuhause unter der Bettdecke horten… Genauso Leute, die Unmengen am Giro-Konto rumliegen haben… Wenn man ein bischen Geld hat, wird man es binden und der Bank für die Vergabe von Krediten zur Verfügung stellen… Damit kann man den Inflationsverlust ausgleichen, bzw. ausbremsen…

    Alleine schon, weil man dadurch einen so tollen Überblick über seine KundInnen hat, werden Banken weiter sehr günstig Giro-Konten führen. Die zunehmende elektronische Abwicklung macht die Verwaltung auch immer günstiger.

    @Max / Verhindern der Giralgeld-Schöpfung: Für mich ist die Frage ähnlich zu beantworten, wie man verhindern kann, dass Menschen Geldscheine nachdrucken, statt jene der Nationalbank zu verwenden… Zum einen durch fälschungssichere Systeme. (das wäre - gerade elektronisch - sehr sicher und sehr günstig möglich). Zum anderen durch entsprechende Strafgesetzte…. Auch heute werden Banken kontrolliert… Das wird in einem Vollgeldsystem nicht anders sein… heute wird geschaut, ob die Eigenkapital-Vorschriften eingehalten werden… dann wird (u.a.) kontrolliert, ob ungedecktes Giralgeld ausgegeben wurde… (Anm: Man kann auch bei elektronischem Geld Merkmale erzeugen, die jede und jeder überprüfen kann / elektronische Signaturen)… Wenn eine Bank beim Geldfälschen erwischt wird, wird Ihr sicher die Lizenz entzogen… Da es weiterhin Eigenkapitalvorschriften für Banken geben wird, wird es zusätzlich möglich sein auf diese Kapitalbestände der Fälscher zuzugreifen… das sind nur ein paar Überlegungen dazu… aber ich bein davon überzeugt, dass man das Problem in den Griff bekommt….

  15. 15

    @Zoltan Hallo

    > Es gibt eine Diskussion auf einer anderen Sprache über die Monetative. Die Kontrahentin behaupten, das wäre das Banksystem, was es auch in Kommunismus gab. Wie kann man dagegen argumentieren?

    Die Kontrahentin hat kein sachliches Argument vorgebracht, warum die Monetative nicht als sinnvolles, effektives und stabiles System funktionieren sollte. Sie versucht das Konzept mittels negativer Assoziationen zu diffamieren, weil ihr kein sachliches Argument einfällt. Auf diffamierende Beiträge zu reagieren, ist grundsätzlich ein großer Fehler. Wenn du anfängst beweisen zu wollen, dass du kein Kommunist bist, hast schon verloren. Schreibe deiner Kontrahentin eventuell :

    1) Ihre Aussage ist leider inhaltsleer, eine Nullaussage. Du kannst darin kein vernünftiges Argument erkennen.
    2) In der Monetative gibt es privates Bankensystem, ausser der Zentralbank, wie heute auch. Das war im Kommunismus nicht der Fall.
    3) Die Schöpfung allgemein akzeptierter Zahlungsmittel (Geld) kann nur einer Institution überlassen werden, die primär der Preisniveau’stabilität in der Wirtschaft verbindlich verpflichtet ist - und das ist nun mal einzig bei der staatlichen Zentralbank der Fall. Private Banken arbeiten profitorientiert - sie können und wollen nicht für Preisstabilität sorgen. Profitorientierung und Preisstabilität vertragen sich nicht.
    ————————————————-

    @frank Hallo

    > Das Zinsniveau z.B. soll sich durch Angebot und Nachfrage ergeben und nicht durch eine zentrale Institution bestimmt werden.

    Warum dann nicht gleich auf jegliche Regulierung verzichten, z.B. auch bei der Preisentwicklung, Geldschöpfung, Gesundheit, Renten, Straßenbau, Gerichte und Polizei usw.? Wir “sollten” doch alles Angebot & Nachfrage überlassen - und die Zentralbank gleich abschaffen. Ein tolles “Argument”, oder ?

    Mit Gruß, Beobachter

  16. 16

    Ich finde die Theorie hier ebenfalls sehr interessant, jedoch sind mit einige Zusammenhänge nicht ganz klar. Falls meine kritischen Fragen darauf beruhen, dass ich etwas falsch aufgefasst habe, bitte ich um Erklärung. Danke! Also:

    1) In diesem System würde es Kosten Verursachen, sein Geld bei einer Bank als Spareinlage einzuzahlen. Das wäre aber widersinnig. Dann würden die Leute ihr Geld in Bar bei sich selbst verwaren. Banken würden somit einen ihrer Hauptzwecke nicht mehr erfüllen können. Im Übrigen würde das System doch schon allein dadurch sofort kollabieren, weil so viel Bargeld, wie dann gefordert wäre, gar nicht exisitert …?

    2) Ich verstehe nicht ganz, weshalb die Banken kein Geld mehr schöpfen können, wenn die Girokonten aus der Bilanz herausgelöst werden. Warum sollte es nicht möglich sein, dass eine Bank massenhaft Kredite in Giralgeld ausstellt und dadurch wie heute ungehemmt Geld in Umlauf bringen kann? (sofern sie dieses Spekulationsrisiko eingeht) Da Giral-und Bargeld beides Vollgeld wäre, würde das ja sogar bedeuten, dass Banken Kredite bei 0%Eigenkapitaldeckung vergeben könnten…?

    Fazit: Das angestrebte System würde nicht die kritisierte multiple Geldschöpfung, sondern die “normale” Geldschöpfung durch Banken stoppen. Banken dürften Geld aus Spareinlagen nicht mehr verleihen, aber durch die Gleichwertigkeit von Bar- und Giralgeld würden sie völlig ohne äußere Steuerung Giralgeld generieren. Ergebnis wäre ein völlig unkontrollierbares Bankensystem, dem sogar die letzte Vertrauensgrundlage (Spareinlagen) entzogen wurde. Falls ich etwas missverstanden habe, bitte ich um Aufklärung.
    Grüße
    Maximilian Blum

  17. 17

    Also, wie der Mechanismus der Girageldschöpfung funktioniert, speziell auch im Euro-Raum, ist mir bekannt.
    Daß sich das nicht durch einen Vergleich zwischen Aktiva und Passiva der Banken erkennen läßt, sondern nur durch einen Vergleich der tatsächichen Gedmenge mit den Verbindlichkeiten der Banken bei der EZB, denn nur die Kredite bei der EZB sind Zentralbankgeld, ist soweit für mich auch bekannt.
    Nur denke ich, die Monetative ist zwar ein notwendiger, aber kein hinreichender Schritt in die richtige Richtung.

    Würde es nicht auch nach Einführung der beschriebenen Monetative, durch Hortung in Verbindung mit Zins und Zinseszins unverändert, wenngleich in abgeschwächter Form zu den selben Probemen kommen, die wir jetzt sehen?
    Müßte das Konzept nicht erweitert werden durch einen Wertverfall des Geldes, ähnlich den Konzepten der Komplementärwährungen, ersatzweise eine feste Steuer auf Gedvermögen, in Höhe von beispiesweise 2% pro Quartal?
    Das so eingenommene Geld könnte dann ja ebenso in Umlauf gebracht werden, wie das neu geschöpfte Geld.
    Der Vorteil wäre, daß zwar gehortet wird und das gehortete Geld, zur Vermeidung des Abschlages, per Kredit verliehen wird, jedoch wären viele, auch Banken, sicherlich bereit, dann Ihr Geld zinsfrei zu verleihen, weil sie dadurch ja den Abschlag vermeiden.
    Die Banken würden dann eventuell eher als eine Art Kreditvermittler tätig.

    Letztlich könnte alles Geld, also das durch die Monetative geschöpfte, ebenso wie das durch die Geldvermögenssteuer eingenommene auch, als Alterntive zur Inumlaufbringung über den Bundeshaushalt, als eine Art Bürgerdividende ausgezahlt werden, wodurch man dann sehr nahe am bedingungslosen Grundeinkommen wäre, welches ich auch zum Bürokratieabbau und aus soziaen Gründen für eine gute Idee halte.

    Istdie Monetative insofern nur ein erster Schritt?

  18. 18

    Guten Tag,

    ich habe eine Bitte an den Experten, die die Monetative vorantreiben.
    Es gibt eine Diskusion auf einer anderen Sprache über die Monetative. Die Kontrahentin behaupten, das wäre das Banksystem, was es auch in Kommunismus gab.
    Wie kann man dagegen argumentieren?

    MfG
    Zoltan Laszlo

  19. 19

    @frank: Wie erweitert sich die Geldmenge, wenn es Wirtschaftswachstum gibt? (in einem Vollgeldsystem). Vielleicht bin ich zu blöd, aber ich verstehe nicht, was Du meinst….

    Aus meiner Sicht sollte Geld nur zur Erreichung der gesteckten Inflationsziele (in der Höhe des Zinsnivaus) freihändig geschöpft werden…

    Insgesamt ist das Kredit-Geldschöpfungs-System sehr gut geeignet, um die Geldmenge zu regulieren… Wenn die Inflation/Geldmenge zu sehr steigt, kann durch eine Zinserhöhung die Geldmenge sowohl durch Einbehalten (Nichtausschüttung an den Staat) der zusätzlichen Zinsen, als auch durch den Rückgang der Kreditnachfrage reduziert werden….

    Wie bewirkt die Monetative in Deinem Idealsystem eine Reduktion der Geldmenge - wenn das notwendig ist, um eine überschießende Inflation abzufangen….

  20. 20

    @tar:
    Wie verhindert man, dass Kredit-belege als Geld verwendet werden?
    =====================================================================
    Pragmatisch kann man sagen, dass private Geldformen nur dann problematisch sind, wenn sie dem staatlichen Geld tatsächlich Konkurenz machen. (im Sinne, dass sie zu einem allgemein anerkanntem Zahlungsmittel werden).

    Bekämpft werden können solche unerwünschten Entwicklungen z.B. durch die Belastung mit Gebühren… (Z.B. mit einer Kreditvertrags-Gebühr, bei uns in Österreich gibt es soetwas heute schon … 1% der Kreditsumme)…

    Solange für solche Kredit-zettel keine staatliche Haftung übernommen wird, halte ich es für extrem unwahrscheinlich, dass sich so etwas als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel durchsetzen könnte.

    Als Staat muss man sich eventuell entstehende Formen ansehen, und individuell reagieren. Mit speziellen Gebühren, bzw. die Streichung von Steuerbefreiungen werden sich immer Wege finden lassen, gegen die private Geldschöpfung effektiv vorzugehen. Das Strafrecht wird man dazu nicht benötigen…

    Wo gibt es ein Vollgeldsystem schon heute?
    ==========================================
    Möglicherweise nirgends…

    Man könnte das chinesische Geldsystem als Vollgeldsystem verstehen,… (da passt Ihre Anforderung an bürgerlich aber nicht wirklich… was auch immer das genau sein mag)

    In unserem Kulturkreis ist das etwas neues. (Man könnte auch die voll goldgedeckten Währungen - bei gleichzeitigem Goldverbot für Private auch als eine sehr primitive Form eines Vollgeldsystems sehen… wobei so etwas heute sicher keine Lösung mehr wäre).

    Man muss dazu aber ergänzen, dass Giralgeld in den letzen 50 Jahren durch Bankomat-Systeme und Kassen, Kreditkarten, elektronischen Zahlungsverkehr sicher enorm an Bedeutung gewonnen hat… Somit ist die Vollgeld-Idee ein möglicherweise relativ neuer Ansatz für ein auch relativ neues Problem… (Früher wurde Individuen, die das Privileg des Münzherren angegriffen haben, einfach einen Kopf kürzer gemacht… aber solche Lösungen passen nicht so gut zu einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft).

    Ob wir jetzt 2000 Jahre erfolgreiche Weiterentwicklung in einem Giralgeldsystemm hinter uns haben, ist mir zu kompliziert, um es ernsthaft zu diskutieren…

    Sieht man sich die finanzpolitische Situation der westlichen Welt an, scheint dringlich Änderungsbedarf gegeben… Der Vollgeldansatz ist einer, der mir immer besser gefällt….

  21. 21

    Man nenne mir einen Staat, in dem eine bürgerliche Rechtsordnung (”Eigentum/Freiheit/Gleichheit”, d.h. Eigentum, Vertragsfreiheit, Schuldrecht) existiert hat und gleichzeitig Geschäftsbanken keine Sichtguthaben schaffen konnten (und das über einen längeren Zeitraum hinweg auch funktioniert hat).

    @ Peter Pichler (vom 20. Mai 2010 14:43)

    Wenn du etwas verleihst oder beleihst, entsteht ein NEUES Dokument. Dieses kann dann ggf. zu Geld werden (neue Stufe - Einstufigkeit adé). Das hängt nun davon ab, wie stark die Bonität des Dokumentenschuldners bekannt ist, weil erst durch die allgemeine Bekanntheit dieser Information ausreichend Vertrauen in diesen Schuldner entsteht, so dass die Dokumente gegen ihn als Zahlungsmittel Verwendung finden können.

    Wie will man nun ganz konkret das Entstehen dieser Dokumente bei der Verleihe oder Beleihe von Eigentum verbieten/unterbinden? WIE?

    > Welche Forderung erfüllt mir die EZB, wenn ich mit meinen Euros dort vorstellig werde?

    Man kann damit selbstverständlich “Forderung der ZB gegen sich” begleichen. Bspw. können Geschäftsbanken Wertpapierpensionsgeschäfte auflösen oder ausländische Banken ihre Devisen zurückkaufen usw. usf.

    Bei Insolvenz der ZB geht es mit ZB-Verbindlichkeiten voll an die Insolvenzmasse (Eigentum der ZB i.A.). Darüber hinaus sind damit sogenannte “Verbindlichkeiten ex nihilo” (steuerliche Zwangsabgaben) tilgbar.

    “Geldschöpfungsmonopol” - Eigentumsleihe unterbieten oder was? Witz komm raus!

    > Das mit dem Giralgeld funktioniert auch nur, weil der Staat für die Sichtguthaben haftet.

    Ja, mittlerweile ist diese Situation erreicht. Die vergangenen 2000 Jahre wackere Geschäftsbankengeldschöpfung wollen wir aber mal nicht unterschlagen (siehe Edward E. Cohen, Athenian economy and society: a banking perspective, S. 15).

    Gruß!

  22. 22

    In der Initiativerklärung wird als Vorteil von Vollgeld genannt:

    “Viertens käme der laufende Gewinn aus der Geldschöpfung - die Seigniorage - ungeschmälert dem öffentlichen Haushalt zugute, nicht länger den Banken als unverdienter Extragewinn.”

    “Fünftens, und aktuell von besonderer Bedeutung, ergibt sich die buchstäblich einmalige Gelegenheit, die drückende Staatsschuld in wenigen Jahren um zwei Drittel abzubauen”

    Es handelt sich dabei für Deutschland um rund 50 Milliarden Euro pro Jahr.

    Meine Befürchtung besteht darin, dass es letzlich eine reine Machtfrage ist, ob die Banken nicht in der Lage sind, diesen Verlust durch eine entsprechende Erhöhung der Zinsspanne wieder auszugleichen und dass damit die Last in dieser Höhe auf die Allgemeinheit übertragen wird. Somit bliebe als Saldo eine Steuerleistung von 50 Mrd. Euro durch die Allgemeinheit an den Staat. Und das ist ja vermutlich nicht das Ziel von Vollgeld.

    Resumee: Es ist unwahrscheinlich, dass durch Vollgeld die Macht der Banken gebrochen wird, dies muss durch andere staatliche Regulierungseingriffe geschehen.

    Damit blieben nur mehr die genannten ersten 3 Vorteile von Vollgeld. Aber immerhin wäre auch das schon ein großer Fortschritt.

    Erhard Glötzl

  23. 23

    Die Gesell’schen Monetative finde ich nicht so überzeugend. Das Originalkonzept der Monetative erscheint mir im Aufbau einfacher und logischer.
    Das Zinsniveau z.B. soll sich durch Angebot und Nachfrage ergeben und nicht durch eine zentrale Institution bestimmt werden.

    Zu: Peter Pichler
    Donnerstag, 20. Mai 2010 14:43

    Wenn ein Unternehmen Sicherheiten besitzt, die Bank aber kein Geld mehr zu Verfügung steht, dann kann auch kein Kredit vergeben werden. Die Zentralbank soll gerade kein Geld schöpfen durch dass zur Verfügung stellen von Sicherheiten. Die Erweiterung der Geldmenge ergibt sich allein aus dem Wirtschaftwachstum. Würde eine Zentralbank Geld bzw. Kredit gewähren, so würde die Geldmenge expandieren und das Prinzip unterlaufen.

  24. 24

    so ich bin der sache mit dem “datei beschädigt” nachgegangen

    1. mit meiner vorher installierten version
    von Adobe ACROBAT 5.0 !
    kann ich die meisten pdfs hier NICHT öffnen

    2. mit der soeben geladenen version
    Adobe Reader 9.3 kann ich ALLE pdfs öffnen

  25. 25

    die seite/idee finde ich wirklich gut

    siehe auch

    http://neunzehnhundert84.blogspot.com/2010/05/geldschopfung-in-offentliche-hand.html

    mfg

  26. 26

    Zur Frage von “Mitstreiter” vom 15.5.:

    Die Frage der Transaktionssteuer wird vom Vorschlag der Monetative nicht tangiert: Die Monetative bezieht sich auf den Ursprung, die Quelle des Geldes, also die Geldschöpfung. Die Transaktionssteuer soll den Fluss des bereits bestehenden Geldes steuern.

    Meine persönliche Meinung dazu: Auf jede Gurke muss ich beim Kauf Steuern zahlen, warum nicht auch bei einem Finanzgeschäft? Das würde vielleicht das schnelle An- und Verkaufen an den Börsen verlangsamen und so mehr Ruhe und Stetigkeit in die Finanzmärkte bringen.

  27. 27

    Hallo Diskutanten und Reformer

    ich erlaube mir hier, Euch mein Konzept der “Gesell’schen Monetative”, von mir angepasst und “feingetunt”, zum Begutachten anzubieten. Der Text ist etwas länger - deshalb poste ich es nur als Link zu einer PDF-Datei :
    http://s10.directupload.net/images/100522/t2cucyjx.pdf

    Erwartet bitte nicht zu viel, denn bin nur ein interessierter Laie.

    Mit Gruß, Beobachter

  28. 28

    @tar:
    Verleihen des Eigentums ist kein Problem. Ich kann der Bank Geld leihen, dass diese dann weiterverleihen kann… (dann habe ich es aber nicht mehr am Girokonto und nicht zugreifbar).

    Exkurs:
    =======
    Ich persönlich finde auch, dass Vollgeld und Kreditgeldschöpfung sich nicht widersprechen. Ich kann - z.B. mit einem Grundstück als Sicherheit - bei der Bank einen Kredit nehmen. Wenn es der Bank an Liquidität fehlt, kann diese sich von der Nationalbank Geld leihen. (wieder gegen Sicherheiten… z.B. besicherte Kredit). Die Nationalbank schöpft - basierend auf den Sicherheiten das Geld - und leiht es gegen Zinsen der Bank, die so die Liquidität hat, mir das Geld auszuzahlen… (auf mein Vollgeld-Girokonto zu überweisen).
    **Exkurs-Ende

    Es geht darum das Geldschöpfungsmonopol der Zentralbanken wieder herzustellen. Das ist nie etwas absolutes. (Wenn eine Versandhaus Gutscheine verkauft, dann ist das auch eine Art Geldschöpfung… Das selbe, wenn ich einen Scheck, bzw. einen Wechsel ausstelle. Von Belang ist das nur dann, wenn die Gutscheine, Schecks, Wechsel als allgemein anerkanntes Zahlungsmittel verwendet werden). Mit Giralgeld haben die Banken eine allgemein anerkannte Geldform geschaffen, die gelinde gesagt - von Belang ist. (es gibt ca 7 mal mehr Giralgeld als Notenbankgeld) Soweit ich die Monetative verstanden habe, möchte sie diese Form der Geldschöpfung unterbinden. Prof. Huber hat beschrieben, wie das technisch realisiert werden kann…

    Ist Bargeld eine Forderung an die Nationalbank? Das war irgendwann mal beim Dollar so… Welche Forderung erfüllt mir die EZB, wenn ich mit meinen Euros dort vorstellig werde?

    Bei Giralgeld stimmt das mit der Forderung. Ein Vollgeldsystem könnte unterlaufen werden, indem z.B. gebundene Sparbücher als Geld verwendet werden. Wenn solche Versuche unternommen werden, kann das aber recht einfach verhindert werden. (z.B. indem die Übertragung von Krediten mit Gebühren belastet wird. )

    Wenn der Staat klarstellt, dass er das Geldschöpfungsmonopol der Nationalbank verteidigen wird, wird kaum jemand den Versuch unternehmen es zu unterwandern.. und wenn doch, werden sich Wege finden das zu vereiteln. (solange die Nationen ein funktionierendes Geldsystem anbieten können).

    Außerdem: Das mit dem Giralgeld funktioniert auch nur, weil der Staat für die Sichtguthaben haftet. Die Banken selbst hätten gar nicht ausreichend Vertrauen, um so viel Geld schaffen zu können. Auch darum ist es nicht fair, dass die Staaten für das Giralgeld geradestehen müssen, die Banken aber die Gewinne lukrieren.

    Warengeld, z.B. Gold: Ich persönlich finde Sachanlagen als eine durchaus legitime Form der Wert-Aufbewahrung. (ein Teil dessen, wofür Geld angeblich auch da ist… ). Natürlich könnte auch mit Ansprüchen auf Waren (so Art Lagerscheine) ein Konkurenzgeld geschaffen werden. (das als Zahlungsmittel verwendet wird). Solange dieses Ersatzgeld entsprechend gedeckt ist (für alle Gold-scheine lagert irgendwo Gold, dass man sich wirklich abholen kann) wird Warengeld nicht zu einem wirklichen Problem werden. (Da man das Gold zuerst für Geld kaufen … und dann nochdazu lagern muss… durch Schaffung eines solchen Geldes kann man kein Geld verdienen).

  29. 29

    @ frank (vom 12. Mai 2010 18:04)

    Dass ein elementares Missverständnis von Geld und Kredit vorliegt, ist offensichtlich. Die Frage ist aber: “Bei wem eigentlich?”

    i.A. ist Geld der Gegenkredit AN die Bank (=Forderung AN die Bank):

    => Bargeld ist (als Teil des Zentralbankgeldes) die Forderung an die Zentralbank
    => Geschäftsbankengeld (i.A. Sichtguthaben auf dem Girokonto) ist die Forderung an die jeweilige Geschäftsbank

    Beim Warengeld ist es so, dass es selbst bereits Eigentum ist (bspw. Gold) und erst die dokumentierte Leihe desselben weiteres Geld erzeugen kann(! - nicht muss).

    Ich frage daher nochmals:

    Will man die Vertragsfreiheit und Eigentumsordnung aufheben, um eine Ausleihe von Eigentum zu verbieten?

    Im zweiten Link wird das Märchen von der multiplen Geldschöpfung hervorgeholt. Davon hat sich erst kürzlich die BuBa selbst in ihrem Lehrmaterial verabschiedet und das Kapitel der “Geldschöpfung” entsprechend überarbeitet.

    Es geht bei Kredit (und demzufolge Geld) immer nur um Sicherheiten, ohne dass weder nicht-umlauffähige Nominalforderungen (Forderungen der Bank gegen den Kunden), noch umlauffähige Nominalforderungen (Zentralbankgeld, Geschäftsbankengeld, aber auch Elektronisches Geld, u.a.) entstehen können, da Kredit (und demzufolge Geld) immer auf dem Vertrauen in die Bonität des Schuldners basiert.

    So kann eine Geschäftsbank gut und gerne ohne die geringste “Bareinlage” urplötzlich durch Beleihung ihres Eigentums (bspw. Grundstück im Wert von 10 Mio.) Zentralbankgeld erhalten, indem sie der Zentralbank Kredit gewährt und ein Wertpapierpensionsgeschäft eingeht.

    Was wurde da womit multipliziert?

    Was, wenn Kunde A über ein ebensolches Grundstück verfügt? Benötigt die Bank dann vorhandene Reserven? Eben nicht! Die multiple Geschichte ist ein Ausnahmefall, den die monetaristischen Predigten zum Allgemeinfall erklärten und nun steht man da - mit den sog. GeldMENGEN, die man glaubt, präzise steuern zu können: aber ohne Eigentum gibt es rein gar nichts zu steuern.

    Mehr fällt mir dazu auf die Schnelle nicht ein.

    Gruß!

  30. 30

    Hallo liebe Mitstreiter der Monetative, ich habe folgendes im Internet gefunden und wollte mal eurer Meinung dazu wissen. Unterschreiben oder nicht?

    Unterschreiben für Finanz-Transaktions-Steuer:
    http://makefinancework.org/-Start-.html?lang=de

    Grüße

  31. 31

    Was bringts?

    Die Nationalbank kann Ihre Einnahmen erhöhen (sofern sie von den Bank, die Geld aufnehmen müssen, Zinsen verlangt)

    Die Banken verdienen weniger (sofern Sie die zusätzlichen Zinskosten die an die Nationalbank gehen, nicht an die Kreditnehmer weitergeben können… )

    Mehr sehe ich nicht!!!!

    Das eigentliche Problem sind die Zinsen. Die daraus resultierenden Probleme werden durch Vollgeld nicht gelöst. (Durch massive Geldschöpfung können vielleicht Geldvermögen reduziert werden… zum Preis von hoher Inflation… und mit dem Problem, dass man höchstwahrscheinlich damit nur die kleinen trifft… da die Großen rechtzeitig reagieren können und in andere Währungen bzw. Werte umschichten… Das halte ich für keinen sinnvollen Ansatz)

    Dagegen hat eine Umlaufsicherungsgebühr ein großes Potential… Die Vorträge von Prof. Senf finde ich diesbezüglich am besten… Mit Freigeld kann man auch weiter Kreditgeldschöpfung betreiben… (z.B. Banken können sich gegen Sicherheiten (Kredite) zu 0% Zins bei der Nationalbank leihen… ein sehr logisches System zur Geldmengensteuerung… man gibt Geld aus, wenn es jemanden gibt, der sagt dass er/sie es braucht, und dem man die Fähigkeit zur Rückzahlung zutraut…).

    Es schreckt, wenn man draufkommt, dass die Banken Geld aus dem Nichts zaubern können… Vollgeld ist logischer… auch die Geldmenge wird (besser) steuerbar… Das zu ändern ist aber nicht die Lösung der Probleme unseres Finanzsystems. Vollgeld kann notwendig sein, um die Einziehbarkeit der Umlaufsicherungsgebühr gewährleisten zu können.

  32. 32

    Antwort zur tar

    Ich habe mir die Antwort von Huber angeschaut und kann nur sagen er hat recht. Hier liegt ein elementares Missverständnis von Geld und Kredit vor. Die Formulierung „Geld ist eine dokumentierte Eigentumsforderung „ spricht dafür.

    Die Art der Fragestellung zeigt, dass die Texte auf der Website nicht gelesen worden sind. Was Geld ist steht z.B. hier: http://www.monetative.de/wp-content/uploads/3-1.pdf.
    Das beschriebene Problem wird hier erklärt: http://www.monetative.de/wp-content/uploads/3-2.pdf.

    Man muss sich halt die Mühe machen und die Texte auch lesen.

  33. 33

    “Die Griechenland-Pleite-Panik” wurde gestern Abend in der Sendung “Markus Lanz” im ZDF diskutiert.

    Zu Gast waren neben Dirk Müller, Hans Eichel und Olaf Henkel.

    Die heißen Diskussionen rund um den Euro und die Entwicklung der Griechenlandkrise mit Ihren Folgen für Europa und Deutschland finden Sie in der Mediatek des ZDF.

    Kommentar Dirk Müller:

    Es war eine interessante Sendung, in der man auch mal einen Gedanken ausformulieren konnte. Sensationell war Henkels Forderung nach Rückkehr zur D-Mark. Olaf Henkel hatte seiner Zeit den Euro mit eingeführt und unterstützt.

    Ich hatte zum ersten Mal auf einem großen öffentlich-rechtlichen Publikumssender die Möglichkeit ausführlich auf das Zinseszinsproblem und das bevorstehende Ende des Lebenszyklus dieses Zinseszinssystems hinzuweisen, ohne dass Eic hel oder Henkel widersprochen haben.

    Die größte Sensation wurde leider nicht ausgestrahlt sondern vermutlich aus Zeitgründen am Ende weggeschnitten (die Sendung wurde wenige Stunden vor Ausstrahlung aufgezeichnet und wird dann an den Zeitrahmen angepasst). Hans Eichel und ich haben gemeinsam die Rückkehr zum Vollgeldsystem gefordert. Das bedeutet : Die Geldschöpfung von den Banken auf den Staat (die Zentralbank) zurückzuführen. Es ist ein Wahnsinn, das der Staat den Privatbanken erlaubt, Geld aus dem nichts zu schöpfen und es anschliessend gegen Zinsen an den Staat zu verleihen. Diese Zinsen muss der Bürger dann erarbeiten.

    Sinnvoller wäre es, die Zentralbank würde so viel Geld schöpfen, wie die Wirtschaft wächst und dieses Geld dem Staat ohne Zinsen zur Verfügung stellen. Das Hans Eichel sich offen dafür ausspricht kommt einer echten Sensation gleich. Schade, dass der Sender diese Dramatik nicht voll erkannt hat. Das war sicherlich keine Absicht, sondern der Zeit geschuldet.

    Hier der Link zur Sendung

  34. 34

    Hallo,

    ein Vollgeldsystem ist leider unmöglich - ohne die rechtliche Basis unserer Gesellschaft grundlegend zu verändern: die Eigentumsordnung und die Vertragsfreiheit.

    Hier die Erklärung in Kürze:

    Wenn man etwas verleiht (bspw. Bargeld), entsteht ein Dokument. Das ist der Kredit: die Forderung beim Verleiher (AKTIVA) und die Verbindlichkeit beim Ausleiher (PASSIVA). Dieser Kredit ist vollkommen eigenständig, d.h. es ist egal, was der andere derweil mit dem Verliehenen (bspw. Bargeld) anstellt.

    Leiht dieser dieses Bargeld zurück (oder ein anderer leiht es zurück), weil beim einstigen Gläubiger eine Notsituation eingetreten ist und er (unvorhergesehenerweise) plötzlich ganz dringend Geld vor Fälligkeit seiner eigenen Forderung benötigt (z.B. zur Steuerzahlung), dann entsteht wiederum ein entsprechendes Dokument, welches selbstverständlich beim jeweils anderen AKTIVA und PASSIVA darstellt.

    Nun stelle man sich vor, der erste Gläubiger sei eine Bank, dann wären die PASSIVA der Bank die Sichtguthaben ihrer Gläubiger und - holla! – schon haben wir keine Volldeckung mehr, weil die Gläubiger dieses Sichtguthaben (das zweite Dokument aus der Rückleihe) zur Zahlung verwenden können.

    Es muss sich auch nicht zwingend um eine Bank handeln, aber es muss Vertrauen auf das jeweilige Kreditdokument bestehen, so dass es zur weiteren Zahlung (Schuldentilgung) benutzt werden kann.

    Das ist auch keine Systemfrage, sondern schlichte systemunabhängige Buchhaltung.

    Wenn man eine Volldeckung fordert, musst man der Vertragsfreiheit und der Eigentumsordnung rütteln (man darf dann eben nicht mehr mit dem Eigentum verfahren, wie man gern würde, d.h. man darf das beim Zahlungsempfang erhaltene Geld nicht mehr weiterverleihen, usw.).

    Das alles habe ich bereits vor mehr als 3 Monaten Prof. Huber mitgeteilt - ein zweite Antwort seinerseits blieb leider aus.

    Hier die Mails an Prof. Huber und nochmal eine ausführliche Erklärung, was Geld darstellt:

    - Mail an Prof. Huber
    - Was ist Geld

    Beste Grüße,

    Mario Schieschnek

  35. 35

    >>www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=2e2c6a4fad&tx_t3blog_pi1[daxBlogList][showUid]=7468<<

    Also der Link wird wohl umgewandelt. Vielleich kann die Moderation es hier richten.

  36. 36

    Hans Eichel für ein Vollgeldsystem.

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=2e2c6a4fad&tx_t3blog_pi1daxBlogListshowUid=7468

    auf ein Zweites, wenn der Link jetzt klappt.

    Zitat aus der Seite: “Die größte Sensation wurde leider nicht ausgestrahlt sondern vermutlich aus Zeitgründen am Ende weggeschnitten (die Sendung wurde wenige Stunden vor Ausstrahlung aufgezeichnet und wird dann an den Zeitrahmen angepasst). Hans Eichel und ich haben gemeinsam die Rückkehr zum Vollgeldsystem gefordert. Das bedeutet : Die Geldschöpfung von den Banken auf den Staat (die Zentralbank) zurückzuführen. Es ist ein Wahnsinn, das der Staat den Privatbanken erlaubt, Geld aus dem nichts zu schöpfen und es anschliessend gegen Zinsen an den Staat zu verleihen. Diese Zinsen muss der Bürger dann erarbeiten.”

  37. 37

    Hans Eichel für ein Vollgeldsystem.

    http://www.cashkurs.com/Detailansicht.80.0.html?&cHash=2e2c6a4fad&tx_t3blog_pi1daxBlogListshowUid=7468

    Zitat aus der Seite: “Die größte Sensation wurde leider nicht ausgestrahlt sondern vermutlich aus Zeitgründen am Ende weggeschnitten (die Sendung wurde wenige Stunden vor Ausstrahlung aufgezeichnet und wird dann an den Zeitrahmen angepasst). Hans Eichel und ich haben gemeinsam die Rückkehr zum Vollgeldsystem gefordert. Das bedeutet : Die Geldschöpfung von den Banken auf den Staat (die Zentralbank) zurückzuführen. Es ist ein Wahnsinn, das der Staat den Privatbanken erlaubt, Geld aus dem nichts zu schöpfen und es anschliessend gegen Zinsen an den Staat zu verleihen. Diese Zinsen muss der Bürger dann erarbeiten.”

  38. maulbeerenmuss
    Montag, 3. Mai 2010 18:34
    38

    regionalgeld
    ich habe da seit längeren einen gedanken in sachen euro dm - (aktuell drachme)
    gesucht ist eine möglichkeit eine währung weniger angreifbar zu machen und auf regionale besonderheiten einzugehen.

    ich stelle fest der euro kann es nicht.

    mein physikalischer leitfaden ist das allradauto.
    jedes rad tut in grenzen irgend was,alle zusammem tun das gleiche.
    die lösung - das differenzialgetriebe.

    will sagen, man könnte währungen an den euro anheften mit der maßgabe das man sie nur mit dem euro verrechnen kann.
    dazu müßte man z.b.alle griechischen euros in z.b. drachmen wechseln.diese drachmen gelten nur in griechenland.
    kauft griechenland waren in der usa muss es drachmen in euro tauschen und mit euro bezahlen
    jetzt besteht die möglichkeit die drachme zubewerten,und sie ist sicher vor spekulanten.
    wer sich mit der drachme anlegen will muss das über den euro tun,der selbst aus mehreren gleichgesinnten währungen bestehen kann.

  39. Jan-Peter Homann
    Montag, 3. Mai 2010 13:54
    39

    Geldschöpfung in Genossenschaftlicher Hand

    Hallo alle zusammen,
    Die Regiogeld Initiative Chiemgauer hat in Zusammenarbeit mit der GLS Bank ein genossenschaftliches Mikrofinanzinstitut aufgebaut, welches erstmals Kredite in einer Regionalwährung vergibt, die sowohl eine Umlaufsicherung besitzt, als die auch zum Euro konvertibel ist.
    Eventuelle Gewinne (Seignorage ?), die aus der Kreditvergabe erzielt werden, kommen allen Genossenschaftsmitgliedern zugute (z.B. bessere Kreditkonditionen…)
    ich denke, dass es sich hier um eine sehr sinnvollen Ansatz handelt, der den recht zentralistischen Ansatz der Monetative um eine regionale Komponente ergänzt.
    Überträgt man das Modell in einen größeren Rahmen, dann wäre z.B. denkbar, dass die Basis der Geldschöpfung in regionaler genossenschaftlicher Selbstverwaltung stattfindet und die Monetative ergänzend dazu auf überregionaler Ebene die Geldschöpfung für Großprojekte steuert.
    http://www.regios-genossenschaft.de/index.php/mikrokredite

  40. 40

    Der im vorigen Artikel angeführte Link funktioniert nicht, er soll so lauten:

    http://bilbo.economicoutlook.net/blog/

  41. 41

    Hallo,

    vielleicht schon bekannt, aber da gibt es einen Bill Mitchell der in Australien die gleichen Interessen vertritt. Er betreibt einen sehr interssanten Blog http://bilbo.economicoutlook.net/

    Interessante Lektüre aber in englisch

    LG

  42. 42

    Allerdings gäbe es aufgrund der vollständigen Tilgung aller Kredite kein eigentliches Geld mehr mit welchem man Zahlungsverpflichtungen aus Kaufverträgen erfüllen könnte. Oder anders ausgedrückt: die Vermögenswerte, ausgewiesen im bekannten Rechengeld, könnten von niemandem gekauft, geschweige denn bezahlt werden, da das Mittel zur Erfüllung (nämlich im Kreditkontrakt geschaffenes eigentliches Geld) nicht vorhanden ist.

    Dazu ist zu sagen: Wenn keine neuen Kredite
    aufgenommen werden, dann ist auch kein Geld da, um die alten Schulden (Kredite) zu tilgen.

    In “Basarökonomisches Denken und induatriewirtschaftliche Realität habe ich gechrieben:
    „Um auf den Kreditvorgang noch einmal zu sprechen zu kommen: Der Kredit schafft neues Geld. Die Bank gibt A Bargeld oder bucht Geld auf dessen Konto. A kauft und zahlt an B, und B an C. Geld ist im Umlauf.“

    Wenn hier nun von A zu B zu C vorwärts bedeutet, dann kommt man mit obigen Überlegungen, dass zuerst produziert, und dann erst verkauft werden kann, in einer hierarchisch aufgestellten Arbeitsteilung (von der Rohstoffgewinnung bis hin zur Einzelhandel) in Widerspruch. Damit das Geld so laufen könnte, müssten die damit eingetauschten Produkte bei B und C schon vorhanden sein.
    Tatsächlich aber läuft das Geld nicht stets weiter vorwärts um. Es ist nie zu B geflossen. Es läuft jetzt vielmehr von A zu Z. Und später vom B aus einem neuen Kredit zum A (zurück), der damit eine weitere Produktion aufnimmt, oder aber damit seine Kreditschulden zurückzahlt.
    Das ist die Beobachtung dessen, was vor unseren Augen abläuft, keine Theorie. Die Theorie, die Voraussagen auf zukünftige Beobachtungsergebnisse ermöglichen soll, baut erst auf diesen Beobachtungen auf.
    Da nun aber die neue Produktion mit einem höheren Geldaufwand, einem gleichbleibenden, oder aber auch mit einem geringeren Geldaufwand durchgeführt werden kann, gibt es eine zusätzliche Netto-Kredit-Aufnahme, oder eine Null, oder aber auch eine Netto-Kredit-Rückzahlung. Das aber heißt, dass die Wieder-Investition des zurückgeflossenen Geldes keinem Automatismus folgt, sondern diese eine offene Neu-Entscheidung des Unternehmens darstellt. Generalisiert heißt das: Wir schließen gedanklich das alte Geschäft mit der Tilgung des alten Brutto-Kredites mittels dem zurückgeflossenen Geld ab (Geld wird vernichtet) und beginnen ein neues Geschäft mit einem neuen Brutto-Kredit (Geld wird geschöpft), dessen Höhe dann nur indirekt von der Höhe der zurück geflossenen Geldmenge abhängig ist.

  43. 43

    Ich finde den Grundsatz: “Geldschöpfung gehört in öffentliche Hand” sehr gut.
    Viele meiner Mitkommentatoren verstricken sich in Details.
    Ich habe es noch nie Verstanden, warum der Staat für die Bereitstellung des Tauschmittels (Geld) das für eine funktionierende Wirtschaft benötigt wird eine dauernde Leihgebühr an eine dritte Person (Bank) zahlen soll.

    Und dann noch die Betrügerei mit dem Zins.
    Wenn ich einem von euch 100 handsignierte Bilder für ein Jahr ausleihe. Und nach einem Jahr 103 handsignierte Bilder zurückverlange, dann würde jeder den Betrug merken.

    Versteht doch bitte, das Geld was an Zinsen verlangt wird, das existiert real nicht auf dieser Welt, das kann man nur jemand anderem durch geschicktes Handeln wegnehmen, dann muss der zwar Pleite gehen, aber man ist selber noch eine Runde länger in diesem verrückten Spiel.

  44. 44

    > Kondrad Möbius
    > Mittwoch, 14. April 2010 13:48
    >

    Guten Tag Herr Möbius

    > Die Gesamtheit der Verbindlichkeiten (Schulden) entspricht der
    > Gesamtheit der Vermögen, wobei das über die Verteilung nichts
    > aussagt. Geld entsteht durch Kredit und wird durch Tilgung wieder
    > vernichtet. Den Kredit gibt es gegen Sicherheiten.

    Ja.

    > Wird also eine Autobahn (öffentliches Gut) oder eine Industrieanlage
    > bzw. ein Konsumgut (privates Gut) durch Kredite vorfinanziert, so
    > dienen diese als Sicherheiten für den Fall des Zahlungsausfalls.

    Die Sicherheit muss a priori zur Verfügung stehen (also z.B. Grund und Boden oder eine bereits bestehende Immobilie).

    > Zins
    > und Tilgung erfolgen dann durch Steuereinnahmen (Autobahn), Gewinn
    > bzw. Einkommen des Unternehmers und Arbeitnehmers bei der
    > Industrieanlage und dem Konsumgut. Wobei der zusätzlich zu
    > erwirtschaftende Zins aus dem Wachstum der Volkswirtschaft bezahlt
    > werden muss.

    Ja, wenn das Wirtschaftswachstum mit Kreditwachstum verbunden ist (bisher empirisch so beobachtbar gewesen).

    > Die Autobahn, Industrieanlage und das Konsumgut sind in Zukunft
    > einmal verbraucht und müssen ersetzt bzw. saniert werden.

    Ja.

    > Wir nehmen den Normalfall, die Tilgung der Kredite ist VOR Verbrauch
    > der damit finanzierten Dinge abgeschlossen. Sie sind also
    > schuldenfrei. Bevor diese Güter aber verbraucht sind, stellen die
    > doch auch eine Art Vermögen dar. Die Autobahn ist ein öffentliches
    > Vermögen - speziell ein Bundesvermögen – (das ggf. auch veräußert
    > werden kann) und auch die Industrieanlage und das Konsumgut haben
    > einen Restwert.

    Sicherlich.

    > Wie passen diese Vermögensarten in unser Geldsystem?

    Es sind Vermögenswerte, die IM RECHENGELD bewertet sind. Unser Rechengeld ist derzeit “€”. Die Höhe der Bewertung richtet sich je nach Vermögenswert nach verschiedenen Kriterien. Bspw. gibt es ganze Berufszweige, die sich auf die (möglichst nahe am tatsächlich erzielbaren Preis liegende) Bewertung spezialisiert haben. Bei (hochfungiblen) Aktien beispielsweise findet die Bewertung laufend (an einer Effektenbörse) statt (für die Bewertung in den Bilanzen, siehe: Fairvalue-Konzept).

    > Denn auch wenn
    > weltweit alle Kredite getilgt sind und keine neuen aufgenommen werden
    > (die Zinsen habe ich dabei außer Acht gelassen), es also global kein
    > Geld mehr gäbe, so blieben doch die vorhandene Infrastruktur und die
    > privaten Sachwerte.

    In dieser speziellen Situation: Die Vermögenswerte könnten trotz theortisch vollständig getilgter Kredite auch weiterhin im Rechengeld bewertet bleiben. Allerdings gäbe es aufgrund der vollständigen Tilgung aller Kredite kein eigentliches Geld mehr mit welchem man Zahlungsverpflichtungen aus Kaufverträgen erfüllen könnte. Oder anders ausgedrückt: die Vermögenswerte, ausgewiesen im bekannten Rechengeld, könnten von niemandem gekauft, geschweige denn bezahlt werden, da das Mittel zur Erfüllung (nämlich im Kreditkontrakt geschaffenes eigentliches Geld) nicht vorhanden ist. Die Vermögenswerte wären bei vollkommener Schuldfreiheit (ein rein theoretischer Fall!) schlichtweg wertlos, da die tatsächlich erzielbaren Preise alle exakt Null sind (es gäbe in diesem speziellen Fall schließlich kein Geld).

  45. 45

    ist es nicht so das sich bestimmte banken vom staat,von den schuldnern und gläubigern der realwirtschaft abgekoppelt haben?

    ich halte es nicht für vernünftig in den geldnebel zu schauen - man sieht nichts. betrachtet man einzelaspekte verliert man den zusammenhang zwischen
    ursache und wirkung.ich glaube um größere teile des geldnebels zu berechnen reicht alle computerleistung der welt nicht aus(komplexer bis kaotischer vorgang oder system)

    in der technik versucht man statistiche werte zu gewinnen
    eine dieser möglichen verallgemeinerungen ist der begriff inflation
    wir haben in der realwirtschaft seit jahren nur wenig inflation.sollte nicht viel geld gehortet oder geparkt worden sein hält sich die geldschöpfung
    wohl in den vorgesehenen grenzen.
    anders die investmentbanken
    sie leihen sich untereinander wertpapiere und benutzen diese als sicherheiten um mit ihnen wieder wertpapiere zu schaffen.das ist für mich “falschgeld”.
    dies stellt sicher eine art inflation da.(SPEKULATIONSBLASE)
    aber diese papiere sind nicht bestandteil der realwirtschaft und es gilt sie zu realisieren.
    was tun?
    man bietet z.b. diese papiere als rentenpapiere zur altersversorgung an-ich gebe mein gutes geld für falschgeld
    oder “gebt ihr mir nicht reales geld für mein falschgeld macht die bank pleite und alle müssen darben”(was ich für unsinn halte-jede pleitebank die stirbt vernichtet automatisch ihre schrottpapiere
    jede volksbank könnte großkredite vergeben wenn die bundesbank dahinter steht)

  46. 46

    Die Gesamtheit der Verbindlichkeiten (Schulden) entspricht der Gesamtheit der Guthaben und nicht des Vermögens. Würde man alle Schulden tigen, dann gäbe bei dem jetzigen Geldsystem kein Geld mehr.

    Wenn ich es richtig verstanden haben, dann gilt bei der Monetative der Zusammenhang: Guthaben - Schulden = Vollgeld

  47. 47

    Die Monetative auf esowatch

    http://esowatch.com/ge/index.php?title=Monetative

    Da haben wohl die Leute etwas nicht so ganz verstanden.

  48. 48

    Die Gesamtheit der Verbindlichkeiten (Schulden) entspricht der Gesamtheit der Vermögen, wobei das über die Verteilung nichts aussagt. Geld entsteht durch Kredit und wird durch Tilgung wieder vernichtet. Den Kredit gibt es gegen Sicherheiten.

    Wird also eine Autobahn (öffentliches Gut) oder eine Industrieanlage bzw. ein Konsumgut (privates Gut) durch Kredite vorfinanziert, so dienen diese als Sicherheiten für den Fall des Zahlungsausfalls. Zins und Tilgung erfolgen dann durch Steuereinnahmen (Autobahn), Gewinn bzw. Einkommen des Unternehmers und Arbeitnehmers bei der Industrieanlage und dem Konsumgut. Wobei der zusätzlich zu erwirtschaftende Zins aus dem Wachstum der Volkswirtschaft bezahlt werden muss.

    Die Autobahn, Industrieanlage und das Konsumgut sind in Zukunft einmal verbraucht und müssen ersetzt bzw. saniert werden.

    Wir nehmen den Normalfall, die Tilgung der Kredite ist VOR Verbrauch der damit finanzierten Dinge abgeschlossen. Sie sind also schuldenfrei. Bevor diese Güter aber verbraucht sind, stellen die doch auch eine Art Vermögen dar. Die Autobahn ist ein öffentliches Vermögen - speziell ein Bundesvermögen – (das ggf. auch veräußert werden kann) und auch die Industrieanlage und das Konsumgut haben einen Restwert.

    Wie passen diese Vermögensarten in unser Geldsystem? Denn auch wenn weltweit alle Kredite getilgt sind und keine neuen aufgenommen werden (die Zinsen habe ich dabei außer Acht gelassen), es also global kein Geld mehr gäbe, so blieben doch die vorhandene Infrastruktur und die privaten Sachwerte.

  49. 49

    Zum Beitrag von B.Erger / Schmitz:

    Zu Ihren einzelnen Punkten:

    -”keine Verzinsung, weil damit der Zinseszinseffekt entfällt - für mich mit der wichtigste Punkt und die Wurzel allen Übels.”

    Die Monetative schöpft neues Geld zinslos, insofern entfallen diese Zinsen. Wenn bestehendes Geld weiter verliehen wird, bleiben Zinsen möglich. Es hängt vom Kreditvertrag und damit dem Willen beider Kreditparteien ab, ob noch Zinsen gezahlt werden oder nicht. Es entfällt bei einem Monetativ-System auch die bisherige Steuerung der Geldmenge über die Leitzinsen der Zentralbank.

    -”Kundeneinlagen dürfen von den Banken nicht für die Spekulation verwendet werden wie es jetzt unverständlicherweise der Fall ist.”

    Banken können Kundeneinlagen heute nicht einfach für Spekulation verwenden. Giroguthaben zum Beispiel müssen für Kunden ja jederzeit zur Verfügung stehen. Aber die Banken können neues Geld schöpfen, um damit zu spekulieren, und die Risiken muss im Endeffekt der Staat übernehmen (siehe Finanzkrise). Das ist der springende Punkt.

    Zur Frage der Kreditaufnahme: Geldschöpfung und Kredit werden bei der Monetative strikt getrennt. Neues Geld wird von der unabhängig gestellten Monetative geschöpft und kommt über Staatsausgaben in Umlauf. Kredite aus bereits bestehendem Geld werden „klassisch“ von den Banken vergeben und, siehe oben, gegebenenfalls verzinst. Kurz gesagt: Geldschöpfung in öffentlicher Hand, aber nach wie vor private Banken.

    Es gibt einige Grafiken auf unserer Webseite unter „Präsentationen und Lernlinks“, die könnten Ihnen vielleicht weiterhelfen. Aber die Anregung zu mehr grafischen Darstellungen ist richtig, wir werden versuchen, sie aufzugreifen.

  50. 50

    Hallo Zusammen,

    ich suche gute, seriöse Bücher zu diesem schweren Thema hier.
    Keine “Stammtisch-Gelaber-Bücher” oder populistisches Zeugs.

    Kennt jemand eines dieser Bücher und kann mir dazu was sagen, eventuell eine Empfehlung aussprechen ?!:

    1. “Der Tanz um den Gewinn” (Prof.Bernd Senf)
    2. “Das Geldsyndrom” (Helmut Creutz)
    3. “Geld ohne Zinsen und Inflation” (M.Kennedey)
    4. “Geldschüpfung in öffentlicher Hand” (Joseph Huber)

    Vielen Dank im voraus für Eure Antworten !!

    MfG

  51. 51

    Zu den Beiträgen von Johannes am 30.3. / 1.4.:

    Hallo Johannes,

    Sie fragen nach der Verfügbarkeit von Krediten und nach der Zinshöhe in einem System mit Monetative. Das sind sehr wichtige Fragen.

    Zuerst einmal zu Ihren Aussagen zu jetzigen System: Es ist nicht so, dass die Bank heutige Einlagen zu 98 % „weiterverleihen“ kann. Denn zum Beispiel auf Girokonten „geparkte“ Gelder müssen ja sofort für Überweisungen der Kontoinhaber verfügbar sein. Diese Gelder sind also auch heute dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Es besteht heute kein direkter Zusammenhang zwischen Kreditvergaben und Einlagen von Giralgeld. Die Banken können aber heute durch die Auszahlung von gewährten Krediten selbst Geld schöpfen, und so entsteht oberflächlich gesehen der Eindruck, dass es nicht zu Kreditverknappungen kommen kann. Allerdings muss man wissen, dass sich die Bank heute bei Auszahlungen von Krediten selbst verschuldet: Denn sie zahlt den Kredit in Giralgeld aus, und dieses Geld ist eine Verbindlichkeit der Bank auf Auszahlung von „echtem“ Geld und wird deswegen auf der Passivseite der Bankbilanz gebucht. Deswegen kommen die Banken in Krisenzeiten leicht in Schwierigkeiten (haben also zu viele Verbindlichkeiten) und können dann kein Geld mehr schöpfen, was zu Kreditverknappungen und damit auch zum Schrumpfen der Geldmenge führt, was dann wiederum zu einer Abwärtsspirale führen kann. Der Eindruck, dass es heute nicht zu Kreditverknappungen kommen kann, täuscht also.

    In einem System mit Monetative bestünde dagegen ein echter Zusammenhang zwischen eingelegten Geldern und Kreditvergaben. Bei Kreditvergaben würde kein neues Geld geschöpft, sondern die Banken müssten auf eingelegtes Geld zurückgreifen oder sich selbst bereits bestehendes Geld ausleihen. (zur Buchungstechnik siehe auch mein Artikel auf dieser Webseite „Vom fraktionalen Reservesystem zur Monetative…“). Neu geschöpftes Geld käme vorwiegend über Staatsausgaben in Umlauf und würde dann irgendwann automatisch zu einem großen Teil wieder als Einlagen bei den Banken auftauchen. In Krisenzeiten würde dieses Geld nicht mehr verschwinden, und so entstünden auch weniger Kreditverknappungen. Wieviel Geld auf Girokonten oder in Geldbörsen dem Umlauf entzogen wird, ist meist relativ konstant und könnte in die notwendige Geldmenge einberechnet werden.

    Würden plötzliche Schwankungen dieser Rate eintreten, oder hätten die Banken aus anderen Gründen zu wenig Geld für Kreditvergaben, könnte eine Monetative folgendermaßen gegensteuern:
    -Neues Geld könnte vorübergehend von der Zentralbank als Kredit an die Geschäftsbanken geschöpft werden und stünde so sofort zur Kreditvergabe zur Verfügung.
    -Der Staat könnte darauf verzichten, neu geschöpftes Geld sofort auszugeben und es stattdessen bei Banken anlegen. Auch dann stünde dieses neue Geld sofort für Kreditvergaben zu Verfügung.

    Zur Frage der Zinshöhe: Geld käme durch die Monetative zinslos in Umlauf. Heute hingegen wird die neu geschöpfte Geldmenge von den Banken als verzinster Kredit in Umlauf gebracht. Die Geldbasis unserer Wirtschaft wäre also zinslos, und das wäre schon einmal ein großer Fortschritt, der vermutlich insgesamt zu etwas geringeren Zinsen führen würde. Da ein direkter Zusammenhang zwischen Einlagen und Krediten besteht, könnten die Geldbesitzer auch direkter über die Höhe der Zinsen bestimmen, und die Zinsen würden direkter als heute das Angebot und die Nachfrage nach Geld ausdrücken. Heute werden die sogenannten Leitzinsen zur Steuerung der Geldmenge eingesetzt, weswegen ein niedriges Zinsniveau inflationäre Tendenzen begünstigt. Ein solcher Zusammenhang bestünde in einer Monetative nicht, so dass theoretisch auch ein völliger Verzicht auf Zinsen denkbar wäre. Dies müsste, wenn notwendig und gewünscht, allerdings von weiteren Maßnahmen flankiert werden. Das Monetativ-System selbst würde nur neu geschöpftes Geld zinslos machen.

  52. 52

    Statt mein Posting von gestern Abend einfach zu löschen, hätte ich eigentlich lieber gehabt, dass es erstens nicht gelöscht wird und ich zweitens eine Antwort bekomme.
    Oder gab es ein Problem damit? Wenn ja, welches?

    —————————————–

    DIES WAR DER TEXT:

    Eine tolle Idee, die dem seit Jahrhunderten (?) andauernden Raubzug der Banken, die aus welchen Gründen auch immer für sich das Recht reklamieren, als einzige Geld schöpfen zu dürfen und andere Wirtschaftssubjekte nicht, ein Ende setzt!

    Sollte es dazu kommen, wird es Krieg geben, darauf kann man wohl jetzt schon Wetten abschließen, denn das wird man sich nicht so einfach bieten lassen.

    Wenn ich richtig verstanden habe, geht es um:

    - Entzug des Rechtes der Privatbanken, Geld zu schöpfen (durch den Akt der Kreditvergabe)
    - Geldschöpfung nur noch beim Staat
    - keine Verzinsung, weil damit der Zinseszinseffekt entfällt - für mich mit der wichtigste Punkt und die Wurzel allen Übels
    - Kundeneinlagen dürfen von den Banken nicht für die Spekulation verwendet werden wie es jetzt unverständlicherweise der Fall ist

    Das klingt m. E. außerordentlich sinnvoll und stellt nicht mehr das Kapital in den Vordergrund sondern wieder den Menschen.
    Die Banken dürfen nicht mehr als einzige Wirtschaftsobjekte dank Geldschöpfungsmonopol Papier bunt bedrucken und die Welt aufkaufen, zocken, Verluste dem Staat rüberschieben.

    Ich habe, falls diese Zusammenfassung richtig ist, fast identische Forderungen.

    Eine Frage: wenn es nur dem Staat obliegt, Geld durch die Vergabe öffentlicher Ausgaben in die Welt zu setzen, wie bekommen nicht staatliche Subjekte (natürliche Personen/juristische) einen Kredit, wenn z. B. eine Immobilien gebaut werden soll und das Geld nicht komplett vorhanden ist? Oder würde das dann wieder ganz klassisch von den Banken gemacht werden durch die Gewährung eines Kredites aus eigenen Mitteln, verzinst? Wie damals mal.

    Wäre klasse, wenn da jemand Stellung zu nehmen würde.

    Einen Vorschlag noch, was die Vermittlung dieses nicht leichten Stoffes angeht.
    Ich bin durch eine recht große Anzahl mir selbstgestellter Fragen und der Beantwortung derselben zu der m. E. besten Lösung gekommen.
    Vielleicht könnte man das System “Monetative” in einer Art graphischen Darstellung, so in der Art Programmablaufplan (bin Softwerker) mit den ganzen Verzweigungen (if then else…) darstellen.
    Das würde immens zum Verständnis helfen und Fragen wie meine eingangs gestellte wahrscheinlich schon überflüssig machen, weil sie als “Use Case” erkennbar ist und beim Konzept berücksichtig wurde.
    Dann würden es vielleicht sogar Politiker verstehen, weil die Sackgassen (Nachteile, Verbote mit Begründungen) auch ersichtlich wären.

    Es gibt ja jede Menge Kritiker des Systems, Planwirtschaft ist dann eines der Stichworte.

    Beste Grüße

  53. 53

    @Johannes

    Meine Vermutung ist, daß zwar die Zinsen steigen weil für die gleiche Kreditmasse mehr Anleger mit Guthabenzinsen bedient werden müssen, aber weil alles Geld zuerst als Guthaben in den Kreislauf kommt bevor es überhaupt Kredit werden kann, wird die Gesamtverschuldung und die Abhängigkeit von Krediten sinken. Man wird mehr aus Liquiditätsüberschüssen investieren wo man heute Kredite aufnimmt.

  54. 54

    Eine tolle Idee, die dem seit Jahrhunderten (?) andauernden Raubzug der Banken, die aus welchen Gründen auch immer für sich das Recht reklamieren, als einzige Geld schöpfen zu dürfen und andere Wirtschaftssubjekte nicht, ein Ende setzt!

    Sollte es dazu kommen, wird es Krieg geben, darauf kann man wohl jetzt schon Wetten abschließen, denn das wird man sich nicht so einfach bieten lassen.

    Wenn ich richtig verstanden habe, geht es um:

    - Entzug des Rechtes der Privatbanken, Geld zu schöpfen (durch den Akt der Kreditvergabe)
    - Geldschöpfung nur noch beim Staat
    - keine Verzinsung, weil damit der Zinseszinseffekt entfällt - für mich mit der wichtigste Punkt und die Wurzel allen Übels
    - Kundeneinlagen dürfen von den Banken nicht für die Spekulation verwendet werden wie es jetzt unverständlicherweise der Fall ist

    Das klingt m. E. außerordentlich sinnvoll und stellt nicht mehr das Kapital in den Vordergrund sondern wieder den Menschen.
    Die Banken dürfen nicht mehr als einzige Wirtschaftsobjekte dank Geldschöpfungsmonopol Papier bunt bedrucken und die Welt aufkaufen, zocken, Verluste dem Staat rüberschieben.

    Ich habe, falls diese Zusammenfassung richtig ist, fast identische Forderungen.

    Eine Frage: wenn es nur dem Staat obliegt, Geld durch die Vergabe öffentlicher Ausgaben in die Welt zu setzen, wie bekommen nicht staatliche Subjekte (natürliche Personen/juristische) einen Kredit, wenn z. B. eine Immobilien gebaut werden soll und das Geld nicht komplett vorhanden ist? Oder würde das dann wieder ganz klassisch von den Banken gemacht werden durch die Gewährung eines Kredites aus eigenen Mitteln, verzinst? Wie damals mal.

    Wäre klasse, wenn da jemand Stellung zu nehmen würde.

    Einen Vorschlag noch, was die Vermittlung dieses nicht leichten Stoffes angeht.
    Ich bin durch eine recht große Anzahl mir selbstgestellter Fragen und der Beantwortung derselben zu der m. E. besten Lösung gekommen.
    Vielleicht könnte man das System “Monetative” in einer Art graphischen Darstellung, so in der Art Programmablaufplan (bin Softwerker) mit den ganzen Verzweigungen (if then else…) darstellen.
    Das würde immens zum Verständnis helfen und Fragen wie meine eingangs gestellte wahrscheinlich schon überflüssig machen, weil sie als “Use Case” erkennbar ist und beim Konzept berücksichtig wurde.
    Dann würden es vielleicht sogar Politiker verstehen, weil die Sackgassen (Nachteile, Verbote mit Begründungen) auch ersichtlich wären.

    Es gibt ja jede Menge Kritiker des Systems, Planwirtschaft ist dann eines der Stichworte.

    Beste Grüße

  55. 55

    Hallo,

    ich versuch nun schon seit einigen Tag das Modell einer Monetative umfassend zu verstehen. Leider fällt mir das nicht ganz so einfach. Meine Frage wäre nun folgende:

    Wenn nun den Banken die Geldschöpfung komplett entzogen wird, hieße das ja, dass die Banken nur noch jenes Geld ausleihen dürfen, welches bei ihnen angelegt wurde. Ein wichtiger Faktor wäre dabei ja auch die Fristigkeit der Anlage. Wenn ich 100 Euro für ein Jahr anlege, dürfte die Bank auch nur 100 Euro für ein Jahr verleihen. Wenn ich dagegen 100 Euro auf meinem Girokonto hätte, dürfte die Bank nichts davon verleihen, da ich ja jederzeit Anspruch auf mein Geld hätte.
    Wird dem Wirtschaftskreislauf damit nicht Geld entzogen? Aufgrund der Liquiditätspräferenz wird ja ein nicht unerheblicher Teil der Geldmenge auf Girokonten lagern, welches dann nicht mehr zur Verfügung stehen würde.
    Im jetztigen System müsste die Bank von dem Geld auf den Girokonten ja lediglich 2% Mindestreserve zurück halten.
    Im System der Monetative aber 100%.
    Würde das nicht zu einer massiven Vernkappung des Kreditangebotes führen?

    Und unabhängig von der oben beschriebenen Tatsache(?), würde im System der Monetative nicht das Zinsniveau deutlich ansteigen, da die Kreditausgabe stärkter eingeschränkt ist als im aktuellen System?
    Steigende Zinsen wäre ja ein starke Belastung für die Konjunktur. Mal abgesehen davon, dass ein höheres Zinsniveau die Umverteilung von arm zu reich noch zusätzlich verstärken würde.

    Ich bin definitiv kein Gegner der Monetative, falls sich das jetzt so anhören mag. Ganz im Gegenteil, ich bin sehr begeistert von dieser Idee.
    Über eine Antwort auf meine Fragen würde ich mich sehr freuen.

  56. 56

    Hallo,

    ich finde die Idee der Monetative äußerst positiv und interessant.
    Seit einigen Tagen mache ich mir jetzt jeodch schon mehr oder weniger erfolglos darüber Gedanken, welche weiteren Auswirkungen es haben könnte, den Banken die Geldschöpfung zu entziehen.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dürften die Banken ja lediglich noch in dem Rahmen Kredite vergeben, in welchem ihnen Geld überlassen wurde. Wenn ich z.B. 100 Euro für ein Jahr anlege, darf die Bank auch nur 100 Euro für ein Jahr verleihen.
    Wenn ich dagagen 100 Euro auf meinem Girokonto habe, dürfte die Bank dieses Geld überhaupt nicht verleihen, da ich es ja jederzeit abheben könnte.
    Mein Geld wäre somit dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Hier würde meine Liquiditätspräferenz zur Geldhortung von 100 Euro führen.
    Genau an dieser Stelle liegt für mich der Knackpunkt. Im “alten” System, in welchem die Banken Geld schöpfen können, gäbe es dieses Problem nicht in diesem Maße, da die Bank ja nur 2% einbehalten muss und den Rest der Einlagen als Kredit in den Wirtschaftskreislauf zurückführen kann.
    Daher denke ich mir, dass bei einer Durchsetztung der Monetative die Zinsen stark ansteigen würden, um im Rahmen des Zinsmechanismuses mehr Geld der Hortung zu entziehen und zum anderen die Nachfrage nach Krediten zu mindern.

    Ist dieser Gedankengang denn richtig? Oder liegt da irgendwo ein Denkfehler vor?

    Angenommene meine Schlussfolgerung ist richitg, wäre so ein Anstieg des Zinsniveaus nicht auch problematisch für die Wirtschaft?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Beste Grüße
    Johannes

  57. 57

    Zur Frage von Lord Helmchen vom 24.3.:

    In Fall 1 stünde die Bank tatsächlich sehr schlecht da. Faktisch ist es aber so, dass nur noch selten Bargeld gebraucht wird. Sollte ein solcher Fall eintreten, könnten sich die Banken untereinander mit Bargeld aushelfen. Sollte so ein Fall massenhaft auftreten, dann würde unser Banksystem zusammenbrechen. Vorher würde die Zentralbank (oder wie in der Finanzkrise sogar die Bundesregierung) die Auszahlung der Guthaben garantieren und so verhindern, dass alle Bankkunden in einer Panik ihr Geld sofort „sehen“ wollen (daher der Name „Sichtguthaben“).
    In Fall 2 bräuchte die GB1 erfahrungsgemäß kein Zentralbankguthaben von 1000 Euro, damit die elektronische Zahlung vonstatten geht. Denn es gibt folgende Möglichkeiten: Entweder hat der „Blödmarkt“ sein Konto bei der gleichen Bank wie Herr A (dann wird einfach umgebucht), oder aber von der anderen Bank (GB2) kommen am gleichen Tag entsprechende gegenläufige Zahlungen, die dann gegeneinander aufgerechnet werden (Banken-Clearing). Die GB1 muss also nur den Saldo an Reserven an GB2 überweisen, der dem insgesamt getätigten Zahlungsverkehr zwischen diesen beiden Banken entspricht. Oder aber die GB2 gibt der GB1 entsprechenden Kredit, dann muss sie erstmal gar nichts zahlen.

    Fazit: Wenn nur in Bargeld gezahlt wird, kann die Geschäftsbank kein Buchgeld schöpfen. (Fall 1). Wenn vorwiegend in Giralgeld (=Buchgeld=Geschäftsbankengeld) gezahlt wird, kann die Geschäftsbank selbst Geld schöpfen. (Fall 2). Das Ausmaß dieses Geldschöpfungsspielraums hängt weniger von der Mindestreserveanforderung der Zentralbank (die spielt eine immer geringere Rolle) als vielmehr von der Reservelage der Banken ab. Und da ist das Banken-Clearing entscheidend, und ob die Banken sich untereinander Kredit geben, damit der Überweisungsverkehr reibungslos funktioniert.

    Die Zusammenhänge sind tatsächlich auf den ersten Blick verwirrend, aber hoffentlich sorgt diese Erklärung für Klarheit. Wenn nicht, bitte weiterfragen!

  58. 58

    Nein Sie machen keinen Denkfehler, die Geldmenge steigt tatsächlich, auch wenn die Freiwirte unter den Schreibern hier das jetzt dementieren werden.

    Dazu gibt es mehreres anzumerken.
    Zunächst einmal werden die 900 Euor Bargeld mit denen Herr B. das Notebook bezahlt hat auf dem Konto des Verkaufsgeschäfts landen. In Idealfall hat das Geschäft sein Konto bei der GB1. Wenn nicht macht das auch nichts. Da bei den vielen Kontobewegungen zwischen den Banken auch Geld von GB1 zu GBx und zurück fließen wird. Dann sind nur Differenzusummen auszugleichen. Hat die GB1 nicht mehr genug Zentralbankgeld, dann muss sie sich bei der Zentalbank refinanziern.

    Ich verweise hier mal auf:
    http://www.monetative.de/wp-content/uploads/karwat-klaus-vom-reservesystem-zur-monetative-darstellung-in-bilanzen-okt-2009.pdf

    und

    http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,11,45,-geldschoepfungsprozess.html#543

  59. 59

    das problem scheint mir darin zu liegen
    das ständig alle möglichen begriffe durch einander geworfen werden.
    deswegen kommt es zu sinnlosen(ausdrücklich nicht dummen) fragen.
    geschäftsbanken verleien (kreiren) bankschulden mit dehnen man das recht hat sie gegen vorhandenes geld einzulösen.
    aber es ist zahlungsmittel.
    daraus folgere ich sie schöpfen kein geld sonden einen anspruch auf geld
    dieses geld ist sparguthaben oder zentalbankgeld oder …?

  60. 60

    Hallo Zusammen,

    ist es wirklich so,
    dass private Geschäftsbanken Geld schöpfen ??

    Für mich ist das alles sehr verwirrend.

    Habe mir mehrere Videos nun angschaut und auch mal gegooglet. Die Meinungen gehen da auseinander.

    Ein typisches Bsp. dazu ist:

    Herr A zahlt 1000 EUR Bar auf sein Konto bei seiner Geschäftsbank GB1 ein.

    Nun hat er eine Einlage von 1000 EUR.

    Auf der Passivseite der Bank stehen dann 1000 EUR Einlagen und auf der Aktivseite zunächst einmal 1000 Euro Reserve.

    Nun darf die Bank bei 10% Mindestreservesatz 900 EUR verleihen, wenn ich das richtig verstanden habe.

    Angenommen sie verleiht Herrn B die 900 EUR, gewährt diesem also einen Kredit. Herr B lässt sich die 900 EUR gleich in Bar auszahlen und kauft sich dafür ein neues Notebook.

    Die GB1 hat doch dann auf Ihrer Aktivseite 100 EUR Reserve und 900 EURO Kredit.

    Was passiert nun aber wenn Herr A am nächsten Tag einen Fernseher für 1000 EUR beim Blödmarkt kaufen möchte ?

    Nun gibt es doch zwei Möglichkeiten:

    1.
    Herr A will seine 1000 EUR in bar zurück von der GB1 um das Gerät in bar zahlen zu können.

    Wie macht die Bank das denn jetzt ??

    Sie hat ja nur die 100 EUR Reserve (bar) ??

    2.
    Herr A möchte per Überweisung an die GB2 vom Blödmarkt zahlen.

    Braucht die GB1 dann ein Zentralbankguthaben von genau 1000 EUR damit der elektronische Zahlvorgang an die GB2 vonstatten gehen kann ?!
    Meinem Menschenverstand nach müsste es so sein.
    Denn ohne Deckung durch ein Zentralbankguthaben würde doch die GB2 dann auf einmal 1000 EUR Schulden beim Blödmarkt haben bei fehlender Deckung durch ein Zentralbankguthaben.
    Dann wäre ja auf einmal die GB2 der Dumme !!

    Für mich sieht es tatsächlich so aus, als wäre die Geldmenge gestiegen.
    Denn die 900 EUR, die Herr A für sein Notebook ausgegeben hat sind ja noch im Wirtschaftskreislauf.

    Zumindest so lange bis Herr A seinen Kredit von 900 EUR bei der GB1 getilgt hat.

    Oder mache ich irgendwo einen Denkfehler ?!

    MfG

  61. 61

    Zum Beitrag von Detlef Pilzecker vom
    Mittwoch, 10. März 2010, wg Einführung von Vollgeld in nur einem Euro-Land.

    Sie haben Recht: Ein einzelnes Land kann durchaus von Giralgeld zu Vollgeld übergehen, sich dadurch aber nicht von den außenwirtschaftlichen Abhängigkeiten abkoppeln, schon gar nicht ein einzelnes Euro-Land.
    Aufgrund dessen würde ich annehmen, dass in einem solchen Szenario in dem betreffenden Euro-Land keine andere Zinsstruktur bestünde als in den Nachbarländern. Auch wäre man einer importierten Verbraucherpreis- und Kapitalgüterpreis-Inflation ausgesetzt.
    Der Vorteil für ein solches Land bestünde gleichwohl darin, die volle Seigniorage zu Gunsten der öffentlichen Hand zu realisieren. Das Geld in diesem Land wäre sicheres Geld; ein weiterer Vorteil, sodass ich einen echten Grund für Kapitalflucht nicht sehe. Aber die Geldmengenkontrolle in diesem Land könnte aufgrund der von ihnen umrissenen Sachlage nicht sehr effektiv sein.
    Vollgeld in einem einzelnen Euro-Land ist in der Tat kein Wunschszenario, sondern bliebe in mehrerlei Hinsicht suboptimal.

  62. 62

    Zur Frage von Lucas M.:
    Vollgeld bedeutet ja zunächst einmal, dass der Unterschied zwischen Geschäftsbankengeld und Zentralbankgeld aufgehoben wird, damit nur noch die Zentralbank Geld emittieren kann. Wenn dies gewährleistet ist, kann die Zentralbank Geld mit verschiedenen Methoden emittieren. Wir schlagen vor, neues Geld zinslos durch Zuweisung an den Staatshaushalt zu emittieren. Das würde tatsächlich zu einer Verlängerung der Zentralbankbilanz führen, die aber kein Problem darstellt. Denn Vollgeld ist ja vollwertiges Geld und muss nicht selbst wieder mit einer Reserve unterlegt werden. Das einzige Problem ist, dass Exekutive und Legislative keinen direkten Einfluss auf die Höhe der Geldemission haben sollten. Ansonsten könnte es zu inflationären Tendenzen kommen. Deswegen sollte die Zentralbank als Monetative eine ähnlich unabhängige Stellung im System der Gewaltenteilung bekommen wie heute die Judikative.

    Heute ist der EZB eine direkte Staatsfinanzierung untersagt, anders als in den USA. Wenn wie heute gegeben auch die Geschäftsbanken Geld schöpfen, wäre die direkte Staatsfinanzierung via Zentralbankkredit meiner Meinung nach nicht unproblematisch. Aber auch die Staatsfinanzierung über Bankkredite und andere Investoren bewegt sich in eine Sackgasse, weil es ja keinerlei Anzeichen gibt, dass die Staatsschulden jemals zurückgezahlt werden können und die immens ansteigenden Zinslasten schon bald nicht mehr getragen werden können. Den Zusammenhang zwischen Staatsschulden und Geldreform werden wir in einem Workshop am 17.4. in Berlin ausführlich diskutieren (siehe Rubrik Aktuelles).

  63. 63

    Wie wirkt sich eigentlich makroökonomisch, geldpolitisch und wirtschaftlich folgendes Szenario aus:

    Statt über freie Investoren oder ausländische Gläubiger (wie China gegenüber den USA) kauft die eigene Zentralbank die Staatsanleihen eines Staates (macht die FED in den Staaten bereits heute) und stellt das „frische“ Geld dem Staat zinslos zur Verfügung. Die Zentralbank behält diese Anleihen in ihren Bilanzen, sie verkauft sie NICHT weiter.

    Sagen wir, der Staat dürfte sich ausschließlich über die Zentralbank finanzieren. Ein Staat könnte sich so immer refinanzieren. Er würde nie auf renditesüchtige Gläubiger angewiesen sein. Die Zentralbank kann in ihrer Geldpolitik immer noch festlegen wie viele Staatsanleihen sie aufkaufen möchte.

    Wäre das auch eine Art „Vollgeldsystem“?

    Da Staatsschulden nach bisheriger Verfahrensweise NIE zurückgezahlt werden, bläht sich die Bilanz der Zentralbank auf. Wäre das ein Problem? Wenn ja, was würde passieren, wenn diese Schulden von beiden Seiten (Zentralbank – Staat) ganz oder teilweise einfach für nichtig erklärt würden?

  64. 64

    Eine Frage auf die ich auf dieser Homepage bisher keine Antwort gefunden habe:

    Eine zentrale Forderung der “Monetative” ist ja, dass das Geld ausschließlich von einer unabhängigen öffentlichen Stelle geschöpft werden soll. Dafür sollen u. a. die Banken kein Giralgeld mehr schöpfen. Meine Frage ist nun, wenn sich z. B. nur Deutschland dazu entschließen würde das System einzuführen, was ja nach Ihren Ausführungen unter “Was will die Monetative?” => “Fragen zum Thema” => “→ Nationale oder europäische Einführung eines Vollgeldes in Euro? Wäre es möglich, dass eine einzelne Nation im Euroraum Vollgeld einführt, oder muss es zwingend auf einen Schlag für den gesamten Euroraum eingeführt werden?” theoretisch möglich wäre, wie verhält es sich dann mit der Geldmenge? Ausländische EU-Banken müssten sich ja nicht an die Regeln der Deutschen “Monetative” halten, da dort ja nicht die Deutschen Gesetze gelten. Es wäre also durchaus denkbar und wohl auch wahrscheinlich, dass weiterhin auf ausländischen EUR Konten Geld geschöpft würde und, da dort wohl auch höhere Zinsen auf die EUR gezahlt würden, wäre eine Kapitalflucht wohl unausweichlich. Oder erkennen Sie einen Denkfehler in dieser Annahme? Wie will den die “unabhängige öffentliche Stelle” in Deutschland wissen welche EUR auf den Konten Deutsche EUR sind und welche Spanische oder Österreichische?

  65. 65

    (Ich bitte darum, meinen ersten Kommentar durch den nachfolgenden zu ersetzen.)

    Verehrte Diskutanten,

    ich darf Sie auf eine Petition hinweisen, die ich bereits im April des vergangenen Jahres eingereicht hatte und die darauf zielt, das staatliche Geldregal wiederherzustellen. Sie wurde zunächst nicht als öffentliche Eingabe zugelassen. Begründet wurde dieser Schritt in einer vierseitigen Stellungnahme des Bundesfinanzministeriums. Da diese lediglich die üblichen Gemeinplätze der utilitaristischen Ökonomie anzuführen wußte und zum größten Teil gar nicht qualifiziert auf Anliegen und Argumentation der Petition einging, sah ich mich meinerseits zu einer ausführlicheren Richtigstellung veranlaßt. Daraufhin wurde das Prüfverfahren durch den Petitionsausschuß wieder aufgenommen, das bis auf den heutigen Tag nicht abgeschlossen ist. Der Petitionstext sowie die Korrespondenz mit dem zuständigen Ausschuß des Bundestages und dem Bundesministerium der Finanzen ist auf der folgenden Seite einsehbar:
    http://neueweltordnung.blogspot.com
    Angesichts solcher Erfahrungen war ich überrascht, nun eine Petition, die eine im Kern gleichartige Forderung formuliert, zur Mitzeichnung zugelassen zu sehen.

    Mit dem Vollgeldkonzept bin ich seit einiger Zeit vertraut. Bereits in der Begründung meiner Petition verwies ich auf Herrn Prof. Huber, der als Fachmann bei Behandlung des Gegenstandes durch die Legislative zu konsultieren wäre.
    Im Petitionstext selbst heißt es indes sinngemäß: „Deckte die öffentliche Hand ihren Geldbedarf durch Ausgabe gesetzlicher Zahlungsmittel, wäre der Staat in der eigenen Währung immer schuldenfrei.“ Der Begriff der Monetative fällt darin noch nicht, und auch die Frage der Unabhängigkeit des staatlichen Geldschöpfungsorgans unter den Bedingungen einer Vollgeldordnung wird nicht berührt. Angesichts der Debatte, die sich auf diesem Forum entsponnen hat, möchte ich die Gründe hierfür darlegen:
    1. Im Falle der Vollgeldschöpfung durch die Exekutive oder Legislative (oder durch eine Kombination aus beiden), ließe sich das Auftreten einer übermäßigen Inflation klar dem dafür verantwortlichen Staatsorgan zuordnen. Daher wäre von vornherein ein enormer öffentlicher Druck zugunsten einer maßvollen Ausgabenpolitik zu erwarten. Sollte sich jedoch eine Inflation im Bereich der bislang üblichen Raten einstellen, so entspräche diese immerhin nicht länger einer in jeder Hinsicht ungerechten Subvention zugunsten der Finanz. Vielmehr gliche sie fortan einer der Allgemeinheit zwar auferlegten, aber ihr auch zugute kommenden Steuer. Vergleicht man in historischer Perspektive das jeweilige jährliche Defizitniveau mit dem Zinsdienst, dann wird man feststellen, daß allein durch die Befreiung von den sonst üblichen Finanzierungskosten ausgeglichene Haushalte von jeher die Regel gewesen wären. Die geschichtliche Erfahrung läßt also darauf schließen, daß angesichts des bislang üblichen öffentlichen Geldbedarfs auch in Zukunft kaum mit einem Mißbrauch der staatlichen Geldschöpfungskompetenz zu rechnen wäre. Meines Erachtens sollte (wenigstens in Friedenszeiten) jede Anleihefinanzierung des Staates strikt vermieden werden, teils aus Gründen der Gerechtigkeit, die es verbieten, das Allgemeinwohl in die Abhängigkeit von Anleihen-Inhabern zu manövrieren, teils, weil damit fiskalische Probleme nie gelöst, sondern lediglich in die Zukunft verschoben und in Form des zusätzlich zu leistenden Zinsdienstes zudem sogar vergrößert werden.
    2. Die Bundesbank ist bereits heute von der Legislative und Exekutive weitestgehend unabhängig. Man wird also damit rechnen dürfen, daß im Falle der Einrichtung einer „Monetative“ als Währungsbehörde auf die bestehende Zentralbankstruktur zurückgegriffen würde. Daher schien mir der Gesichtspunkt der Unabhängigkeit an dieser Stelle nicht eigens ausgeführt werden zu müssen, zumal der Raum, der für die Formulierung einer E-Petition zur Verfügung steht, sehr begrenzt ist.
    Dennoch: Stünde ich vor der Aufgabe, den Petitionstext noch einmal zu verfassen, wären mir inzwischen in der Tat mancherlei Präzisierungen wünschenswert. Was indes die Möglichkeiten angeht, das Geldsystem vor Mißbräuchen zu sichern, gebe ich mich keinen Illusionen hin. Eine absolute Garantie dafür, daß Rechtlichkeit den Geldschöpfer leitet, kann keine Geldordnung bieten.
    Bereits Hinblick auf die bestehenden staatlichen Gewalten, Exekutive, Legislative und Judikative, zeigt es sich, daß selbst diese nicht streng voneinander geschieden sind. Man halte sich in diesem Zusammenhang etwa die Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaften gegenüber der Exekutive, die Besetzung von Verfassungsrichterposten durch die Legislative nach dem System des Parteienproporz oder die Wahl des Bundeskanzlers durch das Parlament vor Augen. Spätestens dann, wenn international Bedeutsames auf dem Spiel steht, läßt sich beobachten, wie die Teilung der Gewalten notfalls durch offenen oder verdeckten Druck de facto außer Kraft gesetzt wird.
    Den Kern des Vollgeldkonzeptes scheint mir der Grundgedanke zu bilden, daß Zahlungsmittel aufhören müssen, das Ergebnis einer privaten, verzinslichen Schuldbeziehung zu sein. Die institutionelle Ausgestaltung der staatlichen Geldschöpfungskompetenz ist meiner Ansicht nach erst in zweiter Linie von Bedeutung, wenngleich die Lösung, welche die Aktion „Monetative“ vorschlägt, sicherlich als Königsweg gelten darf. Stephen Zarlenga etwa scheint das jedenfalls ähnlich zu sehen, da er meines Wissens noch immer eine Eingliederung des Federal Reserve Systems in das Schatzamt als Ziel seiner Bemühungen ausgibt.

    Nach meiner Einschätzung muß in der näheren Zukunft ohnehin noch jeder Versuch, dem Vollgeldkonzept Geltung verschaffen zu wollen, auf unüberwindliche Hindernisse stoßen. Die Kräfte, welche die bisherige Finanzordnung beherrschen, ausnutzen und stützen, werden diese buchstäblich um jeden Preis und so lange es nur irgend geht aufrechtzuerhalten suchen. Deshalb steht zu befürchten, daß wie so häufig zunächst Krisen und vielleicht sogar Katastrophen durchlebt werden müssen, bevor sich die Tore für echte Reorganisationsbestrebungen öffnen. Die Zeitspanne, mit der hierbei zu rechnen ist, bemißt sich wohl eher nach Jahrzehnten als nach Monaten oder Jahren. Ist die Zeit allerdings einmal reif, sollten es die Verfechter des Vollgeldkonzeptes sein, welche der notwendigen Neuordnung ihren Stempel aufdrücken, um nicht Scharlatanen, wie den Anhängern der Österreichischen Schule, das Feld zu überlassen, die – aus welchen Motiven auch immer – nichts besseres im Sinn haben, als den Teufel mit Beelzebub auszutreiben.
    Mein Anliegen war es demnach, der gegenwärtigen Krisenzeit einstweilen dadurch etwas Positives abzugewinnen, daß der Geldschöpfungsproblematik und zugleich ihrer Lösung in Form des Vollgeldkonzepts auf dem Wege der Petition ein wenig mehr öffentliche Aufmerksamkeit zuteil werden möge. Insbesondere aber sollen sich staatliche Funktionsträger mit dem Gegenstand auf eine Weise konfrontiert sehen, die es ihnen unmöglich macht, demselben durch das berüchtigte eiserne Schweigen auszuweichen. Man wird sich allerdings gewiß nicht täuschen, wenn man annimmt, daß die überwältigende Mehrheit der Mitglieder des Deutschen Bundestages in grundsätzlichen Fragen der Finanz- und Geldordnung im Grunde ahnungslos ist. Abgeordnete dazu zu zwingen, sich mit der Geldschöpfungsproblematik überhaupt und sogar eingehender zu befassen und dabei das Vollgeldkonzept kennenzulernen, kann der Sache zumindest nicht abträglich sein. Denn im unvoreingenommenen Vergleich muß sich das herrschende System fast zwangsläufig selbst als das entlarven, was es ist: eine Absurdität und augenfällige Ungerechtigkeit.
    Zuletzt kann ich die Aktion „Monetative“ nur ermutigen, künftighin einmal selbst den Weg der Petition zu beschreiten und dabei das gesamte wissenschaftlich-professionelle Gewicht ihrer Mitglieder einzubringen.
    Ich selbst bin derzeit Doktorand der Philosophie, befasse mich unter anderem mit fundamentalen wissenschaftstheoretischen Fragen und seit mehreren Jahren schon schwerpunktmäßig mit den Grundlagen der Nationalökonomie.

    Mit den besten Grüßen und Wünschen

    Ch. Wackler

  66. 66

    Zu ralphon 14.2.: Es spricht ja nichts dagegen dass Einzelpersonen unterschreiben, denn hoffentlich kommt durch die Petition eine breitere Diskussion über die Frage Geldschöpfung in Gang. Nur als Organisation “Monetative” werden wir da nicht unterschreiben, weil wir wie gesagt keine Missverständnisse produzieren wollen und deshalb besonders auf eine präzise Wortwahl achten.

  67. 67

    Mag sein daß der Petitionstext Schwächen hat. Ich hätte mir z.B. gewünscht die operative Unabhängigkeit der neuen Zentralbank herauszustellen, damit es bei den Lesern nicht zu Vorstellungen inflationärer Selbstbedienung kommt. Aber ist das wirklich relevant? Es wird in der Politik sowieso kaum etwas 1:1 umgesetzt. Es geht eher darum, die Wichtigkeit eines Themas zu verdeutlichen, wie das z.B. bei der Onlinedurchsuchung hervorragend gelungen ist.

  68. 68

    HG Binswanger zu Vollgeld:

    Hans Christoph Binswanger (Doktorvater von Josef Ackermann in der Financial Times Deutschland:

    Zitat:
    “…Aus diesem Grund sollten die Zentralbanken die Kompetenz erhalten, die Kredit- und Geldschöpfung vollständig selbst in die Hand zu nehmen - also zu agieren und nicht bloß zu reagieren. Dies wird möglich, wenn die Geschäftsbanken nur Kredite vergeben dürfen, die zu 100 Prozent durch Zentralbankgeld unterlegt sind. Sie können dann die Kreditmenge nur in dem Maße ausweiten, in welchem die Zentralbanken ihnen zusätzliches Geld zur Verfügung gestellt haben. Dies muss gesetzlich geregelt werden. …”

    Vollständiger Artikel
    http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:geldpolitik-mehr-kompetenz-fuer-die-zentralbank/50051592.html

  69. 69

    An alle die hier mitdiskutieren…

    Als ich die Petition: “Bankenwesen - Geldschöpfung durch den Staat” eingereicht habe, kannte ich Monetative noch nicht, daher habe ich die Petition nicht an deren Vorstellungen modelliert, so dass die Forderungen leichte Unterschiede aufweisen.

    Ich bin nicht auf “Vollgeld” eingegangen, da ich erst mit Lektüre bei Monetative darauf aufmerksam wurde, dass dies verfahrenstechnisch der weg ist, um die Giralgeld Schöpfung der Banken zu unterbinden.

    Ich habe mit Erstaunen diese Zeilen bei Monetative gelesen und mich gewundert, dass gerade die Experten das so falsch verstehen konnten:

    “Schade ist nur, dass einige Formulierungen und die dort gegebene Begründung, darunter die Forderung einer 100% Eigenkapitalunterlegung von Bankgeschäften, Fachleute doch befremden muss. Denn es geht bei diesem Thema weniger um die Eigenkapitalunterlegung der Geschäftsrisiken von Banken generell, sondern es geht um das Verhältnis von Zentralbankgeld und Bankengeld (Giralgeld/ Sichtguthaben), und darum, dass eine unabhängige staatliche Zentralbank - als Monetative - die vollständige Kontrolle über die umlaufende Geldmenge erhält.”

    Von einer “Eigenkapitalunterlegung” ist in der Petition nirgendwo die Rede, sondern von “Kapitaldeckung”.
    Es wird nirgendwo eine “100% Eigenkapitalunterlegung” gefordert!

    Ich bin von einem System ausgegangen, bei dem der Staat mit dem Organ einer staatlichen Zentralbank Geld (immer “Vollgeld”) in angemessenem Umfang an den Staat verteilt und sich Banken von der Zentralbank das Geld leihen müssen um es weiter zu verleihen, auch gegen Zinszahlungen, so dass dann der Staat auch von den Zinseinnahmen profitiert. Somit erhält die Zentralbank die vollständige Kontrolle über die umlaufende Geldmenge… der Unterschied ist in erster Linie verfahrenstechnisch…

    Die Beschreibung in der Petition unter “Begründung” ist sicherlich nicht abschliessend, aber dafür ist auch das Diskussionsforum da, in dem alles ausführlicher dargelegt wird.

    Weiter wurde mir unterstellt, dass ich einen kompletten Ausstieg aus der Zinswirtschaft vorschlagen würde.

    Auch dies steht so nicht in der Petition. Es ist nur davon die Rede, dass für den Staat zinsfreies Geld geschaffen wird, nicht aber davon das alles Geld zinsfrei ist.

    Auch wurde mir gesagt, dass eine staatliche Verschuldung nicht ausgeschlossen werden könnte.

    Das ist sicherlich richtig, wenn der Staat mit dem ihm von der Zentralbank in angemessenem Umfang zugewiesenen Geld plus Steuereinnahmen nicht auskommt. Da sich derzeit die Neuverschuldung des Bundes in erster Linie mit dem Schuldendienst rechtfertigt:

    2009: 44 Mia. Zinsausgaben - 37 Mia. Neuverschuldung;
    2008: 41,8 Mia Zinsausgaben an Kreditmarkt - 12 Mia Schuldenaufnahmen am Kreditmarkt -
    2007: 40,5 Mia. Ausgaben für Bundesschuld - 20 Mia Schuldenaufnahme am Kreditmarkt;
    2006: 37,5 Mia Zinsausgaben - 38 Mia Nettokreditaufnahme;
    2005: 39 Mia - 22 Mia -
    (die Zahlen variieren etwas je nachdem auf welchem Blatt des Finanzministeriums man schaut)

    wäre die konsequente Entschuldung über dann schuldenfreies Geld aber eine der höchsten Prioritäten und selbst für verschwenderische Politiker wäre es durchaus drin ohne Neuverschuldung auszukommen…

    Ob es nicht durchaus gerechtfertigt wäre, die bisherige Staatsschuld direkt komplett durch schuldenfreies Geld zu ersetzen, wäre noch Euro-Länder weit zu diskutieren. Das Geld wurde der Geldmenge schon zugeführt und bei einer Übertragung der Schulden von Geschäftsbanken zu Zentralbanken, wie Monetative es fordert, wäre die bisherige Staatsverschuldung bei der staatlichen Zentralbank, also in gewisser Weise der Staat bei sich selbst verschuldet…

    Leider konnte sich Monetative.de nicht dazu bewegen dies mitzuzeichnen!

  70. 70

    Zu jakomo vom 10.2.:
    Es wäre kontraproduktiv, wenn wir jetzt eine “Konkurrenzpetition” einreichen würden. Von der Zielsetzung stimmen wir ja überein, nur haben wir uns als Initiative vorgenommen, bei dem komplizierten Thema Geldschöfpung ganz besonders auf die Wortwahl zu achten, damit nicht noch mehr Verwirrung entsteht. Und bei Wörtern wie “Kapitaldeckung” muss man besonders vorsichtig sein: Was soll da zu 100% “gedeckt” werden, und woher stammt das Kapital? Ist es neu geschöpftes Geld oder eine “echte” Einlage? Wie kann man da zukünftig präzise unterscheiden? Wir warten mit Spannung auf die Diskussion über die Petition im Bundestag und werden versuchen, diese Diskussion zu begleiten und dabei mit dem Initiator der Petition zusammenzuarbeiten.

  71. 71

    Hallo,

    nochmall (es gibt leider keine Vorschaufunktion):

    ich habe falsch zitiert, es soll nicht


    und in aktuellen Mitteilungen:
    “chade ist nur,

    aber

    “und in aktuellen Mitteilungen:
    “schade ist nur,

    stehen

    mfg

    jakomo

  72. 72

    Hallo,

    ich habe falsch zitiert, es soll nicht

    <>

    aber

    <>

    stehen

    mfg

    jakomo

  73. 73

    An Herrn Karwat:

    Sie schreiben über die E-Petition:
    “Inhaltlich gibt es aber insbesondere in der Begründung leider ein paar Ungereimtheiten (siehe Aktuelles auf dieser Webseite), weswegen wir als Monetative das so nicht unterschreiben können.”

    und in aktuellen Mitteilungen:
    “chade ist nur, dass einige Formulierungen und die dort gegebene Begründung, darunter die Forderung einer 100% Eigenkapitalunterlegung von Bankgeschäften, Fachleute doch befremden muss.”

    Ich finde es sehr schade dass solche (entsprechend fachlich begründete) E-Petition nicht durch die MONETATIVE initiiert worden ist. Vielleicht können Sie das Versäumnis in der Zukunft korrigieren und eine dingfeste Petition in Bundestag einreichen ;-).

    mfg

    jakomo

  74. 74

    Zu marvin 4.2. und jakomo 31.1.: Vielen Dank für den Hinweis auf die Petition, die uns auch der Initiator zugesandt hat. Das ist auf jeden Fall gut, wenn das Thema auf diesem Weg auch einmal im Bundestag diskutiert wird. Inhaltlich gibt es aber insbesondere in der Begründung leider ein paar Ungereimtheiten (siehe Aktuelles auf dieser Webseite), weswegen wir als Monetative das so nicht unterschreiben können. Wir werden uns aber im Diskussionsforum zur Petition unterstützend zu Wort melden.

  75. Manfred Dzubiella
    Freitag, 5. Februar 2010 12:23
    75

    ZU
    Eberhard Knöller, Bern
    Donnerstag, 28. Januar 2010

    “Horten ist es vor allem, wenn jemand Geld als kurzfristige verzinsliche Termingeldanlage bei der Bank liegen hat, zum Beispiel als Festgeld auf einen Monat.”
    Diese Aussage scheint mir nicht richtig zu sein. Auch für das Termingeld muß die Bank schnell einen Kunden finden, der dafür Zinsen bezahlt, damit die Bank wiederum dem Termingeld-Anleger seine Zinsen bezahlen kann.
    Also ist auch das Termingeld wieder im Wirtschaftsprozess. Vielmehr würde ich die Anlage in Grund und Boden als Horten bezeichnen.
    D.h. verbunden mit einer Geldreform, wäre auch eine Bodenreform unausweichlich. Boden ist kein vermehrbares Gut, ist nicht Menschenwerk und kann nicht Einzelnen gehören, sondern nur der Gemeinschaft. Es kann nur das Recht verliehen werden, ein Stück Land zu nutzen. Da sind Gesells Mütterbünde sinnvoll, die den Boden für die nächste Generation verwalten und verleihen, und daraus das Erziehungsgeld für die Kinder erzielen.
    MfG M.Dzubiella

  76. 76

    Mein Dank an jakomo,
    durch seinen Hinweis bin ich auf die Online-Petition aufmerksam geworden (s.u.). Ich habe keine Ahnung, wer sie ins Leben gerufen hat, hoffe aber für die Sache und wegen der kaum zu übersehenden Parallelen, dass sich die Initiatoren der “Monetative” bald durchringen, sie ebenfalls zu zeichnen. Für mich wäre es kaum zu verstehen, wenn ausgerechnet die am Ende in der Liste fehlen.

  77. 77

    Posted by Picasa
    Eingestellt von ernst.dorfner um 04:01 0 Kommentare
    Donnerstag, 21. Januar 2010

    Ernst Dorfner

    In einer Zuschrift werde ich folgendes gefragt:

    „Vollgeld bedeutet Geldmonopol. Der Staat wäre der einzig Bevollmächtigte, Geld zu schöpfen. Genau hierum geht es in meiner Frage: Um die Umsetzung dieses Monopols. Ist dies machbar? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

    Wenn alternative Geldformen nicht unterbunden werden können, dann gibt es kein staatliches Schöpfungsmonopol. Das Hautproblem der Geldregulierer ist das Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Versuch, die Geldschöpfung zu begrenzen, und der Erfindung neuer Geldformen …

    Wenn sie Vollgeld haben, wird der Versuch der Schaffung Alternativgelder noch stärker. Wie verhindert man dies?“

    Dazu meine Antwort:

    Die Frage kann ich nicht beantworten, weil sie sich nicht stellt. Sie kommt aus der Vorstellungswelt, Geld wäre ein Tausch(hilfs)mittel, das den Austausch von schon fertigen Produkten unter einer Gruppe von Wirtschaftssubjekten vereinfacht, und am Ende etwas ist, das - so wie das Teller beim Essen - nachdem alle Güter ausgetauscht sind. Da es in dieser Vorstellung nun aber keine zeitliche Dimension gibt und braucht, die Vergangenheit die Gegenwart und diese wieder die Zukunft nicht bedingt, kann dann in einer Vielzahl von zeitlich abgeschlossenen Kreisen auch eine Vielzahl von Geldformen zur Anwendung kommen.
    So aber läuft die Sachlage nicht. Geld tritt nicht erst beim Tausch in Erscheinung, sondern schon bei der dem Tausch voraus liegenden Produktion. Diese ist zu aller erst ein unabdingbarer physikalischer Prozess in der Zeit mit einem zeitlichen Anfang, in dem von außen etwas Vorhandenes zugeführt wird, und einem zeitlichen Ende, in dem nach außen etwas damit Produziertes abgegeben wird. Dieser Prozess ist somit unabhängig von Geld und damit jeder ausgedachten Form eines Geldes.

    Der für jede Produktion unumgängliche legale Zugriff auf fremdes Eigentum, insbes. auf die Lohnarbeit, führt zwangsläufig zur Verschuldung des Belieferten, des kaufenden Unternehmens gegenüber dem Lieferanten. Die dabei schon vormonetär entstehenden Schulden werden durch Geld erfüllt, welches der Produzent durch Kreditaufnahme – also Verschuldung bei einer Bank – erhält. Geld muss somit diese zeitliche Funktion auch erfüllen.
    Die Schulden zwischen Belieferten und der Bank sind in einer ganz konkreten Form im Kreditvertrag qualitativ und quantitativ definiert, und später dann auch in dieser Form zu erstatten.
    Die Schulden können somit nach Fertigstellung und Verkauf des Produktes nur mit Mitteln in der festgehaltenen Form getilgt werden, und nicht durch Irgendwas. Sind also Schulden in einem ganz konkreten Geld, etwa Euro, festgehalten, so sind diese auch wieder durch selbiges Geld zu tilgen, welches anderswo durch Kreditaufnahme, also aus einem neuen Kredit, neu entstanden ist.

    Da nun aber Schulden eine zeitliche Dimension haben, heißt das, dass die Gegenwart bereits durch die Vergangenheit vorbestimmt wurde, und die Zukunft durch die Gegenwart vorbestimmt wird. Der Begriff „Kredit“ erhält erst in diesem Zusammenhang seine Bedeutung als etwas, das eine zeitliche Zusammenklammerung bildet. Der Kredit ermöglicht heute die Produktion von Waren für morgen gerade durch den Zugriff auf Produkte, die gestern erzeugt wurden und heute nach ihrer Fertigstellung verkauft werden. Kredit ist somit bereitgestelltes Vertrauen auf Erfüllung in Zukunft. Er ermöglicht erst die Vorfinanzierung u.a. von Lohneinkommen in jeder neuen Periode - und nicht die Verteilung der Einnahmen aus dem Verkauf der in der Vorperiode erzeugten und heute fertigen Waren. Ohne neue Lohneinkommen in der laufenden Periode könnten ja die Konsumwaren aus der Vorperiode gar nicht gekauft werden. Das Geld fließt somit nicht vorwärts, sondern zurück zur Tilgung alter Schulden. Was vorwärts fließt, sind die immer weiter steigenden Schulden, wobei die alten Schuldner durch neue Schuldner abgelöst werden (müssen).

    Dieses Vertrauen kann nun aber auch missbraucht werden, eine Erfüllung in Zukunft vorgetäuscht werden, wo sie nicht gegeben ist. Wo mit einem „leeren“ Kredit, einer leeren Vertrauens-Blase Geld entsteht, mit dem auf bereits fertige Produkte zugegriffen werden kann, ohne dass in Zukunft das Vertrauen durch eine Gegenleistung erfüllt wird.

    Ein breites Tor für solches Tun eröffnet nun aber die Möglichkeit der eigenständigen Schöpfung von Geld durch die Geschäftsbanken aus Nichts. Sie stehen nicht vor der Entscheidung, ihre Einlagen so oder anders zu verwenden, sondern können dies durch Geldschöpfung sowohl so als auch anders machen.

    Dem soll - nicht allein, aber auch - mit Vollgeld entgegengetreten werden, indem die Geldschöpfung der Geschäftsbanken unterbunden wird.

    Der Eintritt in diesen Zeitprozess mit einem anderen, alternativen Geld, ist schwierig bis unmöglich. Es ist wie der Wettlauf zwischen Hase und Igel. Immer wenn der Hase ankommt, ist der Igel schon da. Selbst die Semmel, die aus vor der Tür geerntetem Getreide hergestellt wird, hat diese räumliche und zeitliche Dimension. Steckt doch in ihr auch ein winzig kleiner Anteil der Herstellung von Stahl für den ehedem gebauten Backofens. Stahl, der vor noch längerer Zeit in Form von Eisenerz von Übersee geliefert worden ist.

    Auch die Tauschringe brauchen für Zukäufe von außen das reguläre Geld, also Euro. Alternatives Geld kann deshalb immer nur in einem begrenzten räumlichen Bereich eingesetzt werden. Deshalb wird alternatives Geld oder Regiogeld in den großräumigen, für unsere Zivilisation unumgänglichen Infrastrukturbereichen (Energie, Wasser und Abwasser, Verkehr, Telekommunikation, Gesundheit, Bildung) nicht wirklich angenommen werden. Gerade diese Bereiche sind ja vordem aus hohen Investitionen von Geld entstanden, und sind die damals ausgereichten Kredite heute in Geld zu tilgen. Geld, das aus dem Verkauf des Erzeugten oder Bereitgestellten eingenommen wird. Das ganze funktioniert also nur mit einem einheitlichen Mittel, welches in vielen Ästen zu den unterschiedlichen Fertigungen und Nutzung führt.

    Das aber heißt, dass alternatives Geld nicht verhindert werden muss, sonder sich – zumindest im maßgeblichen Ausmaß – selbst verhindert. Das staatliche Monopol stellt sich von selbst ein, da wir mit alternativen Geldformen nicht weit kommen können. Denken wir doch an die Vielfalt unserer privaten monatlichen Zahlungen an die unterschiedlichsten Stellen.

    Goethe wusste: „Am Gelde hängt, zum Gelde drängt doch alles“ Es ist jenes Etwas, das eine gewaltigen Vielfalt von Arbeitsleistungen und den damit zu verwirklichenden Wünsche auf eine für alle gleichen Punkt ausrichtet, nämlich sich Geld zu beschaffen. Ich meine, dass es diese unsichtbare Hand des Geldes ist, die unsere moderne Zivilisation mit all ihren Vor und Nachteilen erst möglich machte. Aus der individuelle Operationen erst zu der Co-Operation führte, die Fertigungen von Großanlagen durch Zusammenarbeit erst organisierbar machte. Auch wenn die Geldgier ein Exzess ist, so manifestiert sich darin doch der Treibsatz unserer modernen hocharbeitsteiligen Struktur unserer Zivilisation.

    Ich fürchte, dass dies auch im Kreis der UnterstützerInnen von Vollgeld nicht immer so gesehen wird. Ich darf deshalb einmal mehr Keynes zitieren, der im Vorwort zur englischen Ausgabe seiner Allgemeinen Theorie schreibt:

    „Die Schwierigkeit liegt nicht so sehr in den neuen Gedanken, als in der Befreiung von den alten, die sich bei allen, die so erzogen wurden wie die meisten von uns, bis in die letzten Winkel ihrer Geistesart verzweigen.“

    Die Bedeutung von Vollgeld aber wird erst aus dieser Sicht wirklich erfassbar.

  78. 78

    Hallo,

    es gibt eine Petition in Bundestag:

    “Bankenwesen - Geldschöpfung durch den Staat

    Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Finanzsystem so zu verändern ist, dass nicht mehr die Banken das Geld durch Kredite schöpfen, bei einer Kapitaldeckung von gerade einmal 8%, sondern der Staat das Geld selbst schöpft und in angemessenem Umfang im öffentlichen Interesse in Umlauf bringt, bzw. ausgibt.”

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8867

    mfg

    jakomo

  79. 79

    An alle.

    Ich bin wirklich zufrieden mit dem Verlauf der Diskussion

    Nach den vielen guten! Artikeln möchte ich noch mal meinen ganzen Mut zusammen nehmen um auf Aspekte des stetig fließenden Geldes hin zuweisen.
    Will sagen
    Man kann physikalisch gesehen nur steuern was sich bewegt.(ein Auto welches im stillstand abbiegen oder bremsen soll ist der reine Wahrsinn)
    Es ist ausschließlich möglich ein stillstehendes “etwas” zu beschleunigen. Dann aber stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung.
    Meine Thesen:
    Nur Geld was fließt -kann handeln,- Inflation oder Deflation erzeugen
    -ist steuerbar
    -ist zuverlässig berechenbar( beurteilbar )
    Ich gehe davon aus das der Wert des Geldes ausschließlich seine Nützlichkeit ist(Warentausch)
    Der Preis ergibt sich aus Nützlichkeit und Menge(Angebot und Nachfrage)
    Fließt Geld im System wird der Preis der Ware mit dem Preis des Geldes verglichen. Daraus ergibt sich der Kaufpreis.(des Geldes und der Ware - beide Preise ( bei Geschäftsabschluß ) sind immer gleich. Die Menge ist variabel).(rein physikalisch Überlegung)
    Wird Geld verschatzt fehlt es dem fließenden Geld.. Der Preis des Geldes steigt der Preis der Waren sinkt.(der gleich Effekt entsteht bei einem Mehr an Waren)
    Wird dem fließenden Geld weiteres Geld hinzugefügt fällt der Preis des Geldes der Preis der Waren steigt.
    Man muß sich das mal auf der Zunge zergehen lassen .die Waren werden teurer weil mehr Geld im System ist .was eine Inflation darstellt

    Meine mutige! These.
    Bei einer Inflation von x% muss ich die Guthaben aller Konten im System um x% senken und den Überschuß vernichten. Numerisch ist weniger Geld da ,aber es fehlt nichts weil die Preise sinken.
    Das währe eine gute Möglichkeit das Geld zu steuern. Auch die Geldmenge würde ich so steuern - Die Wirtschaft wächst ->das Geld wird knapp -> ich buche Geld auf alle Konten.
    Der Staat kann zinsfrei irgendwelche Papiere anbieten.
    Ich nehme an die Probleme mit dem Bargeld sind bekannt

    Eines sollte meiner Meinung nach aber jedem klar sein, eine konsequent angewendete Umlaufsicherung ist der Tot des Geldkapitalismus - Eine Revolution eben.

  80. 80

    An Herrn Karwat:

    Ich gebe Ihnen völlig recht: Die Umlaufsicherung wird als Idee schwer zu vermitteln sein und da die Monetative bereits auf große Widerstände treffen wird, macht es sicher Sinn, sich zunächst nur auf eine Sache zu konzentrieren anstatt sich zu viel auf ein mal vorzunehmen. Welcher Sache man sich nun zuerst oder auch überhaupt annehmen sollte, kann ich nicht beurteilen. Ich kann sowohl der Logik der Freiwirtschaft als auch der Logik der Monetative folgen. Ich kann nur nicht beurteilen, ob die Grundannahmen, die zu diesen Gedanken führen, richtig und vollständig sind. Da aber offensichtlich punkto Wirtschaft etwas im Argen liegt, das über individuelles Versagen hinausgeht, bin ich gerne gewillt auch solchen alternativen Theorien Gehör zu schenken. Unabhängig jedoch von der Bedeutsamkeit und Dringlichkeit von Monetative und Umlaufsicherung halte ich es nach wie vor falsch zu sagen, dass Umlaufsicherungsgebühr und Inflation das gleiche seien.

    An dieser Stelle möchte ich Ihnen auch noch ein Lob dafür aussprechen, dass Sie hier auf so viele Kommentare eingehen. Ich finde es schade, dass die anderen Initiatoren der Monetative sich nur wenig bis gar nicht blicken lassen.

    An Herrn Eberhard Knöller

    Ich glaube, Sie haben die zitierte Stelle meines letzten Beitrags ein wenig missverstanden. Ich habe Gesell gelesen und das, was er mit seinen Ideen beabsichtigte, war mir weitestgehend klar. Was ich meinte, als ich sagte, man könne über Sinn und Unsinn einer Umlaufsicherungsgebühr diskutieren, war, dass man darüber diskutieren kann, ob diese Gebühr die Ziele tatsächlich erreicht, die man sich davon verspricht und nicht darüber, was die Ziele überhaupt sind. Da habe ich mich wohl schlecht ausgedrückt.

    Aber Ihre Zusammenfassung von Gesells Gedanken gefällt mir gut. Das hätte ich nicht so schön hinbekommen.

    An Herrn Thomas Klünner

    Mal abseits von einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Beitrag: Mir gefällt der belächelnde und herablassende Unterton, mit dem die Idee der Monetative beschrieben und kritisiert wird, nicht. Das hatte mich schon an Silvio Gesells Art zu schreiben gestört. Er hat auch kein Verständnis für Anhänger anderer Theorien, zum Beispiel Werttheoretiker, gezeigt und ihnen mit jedem Wort, das er über sie verloren hat, vermittelt, dass er sie für Idioten hält. Ich halte das für einen der Gründe, warum er trotz seiner interessanten Ideen in den sogenannten Fachkreisen kaum Fuß fassen konnte. Das war diplomatisch ganz schwach und so ist es meiner Meinung auch dieser verlinkte Beitrag, was ich schade finde, da man sich so unnötig die Türen für einen konstruktiven Austausch zweier von Minderheiten vertretenen Theorien verschließt.

  81. Eberhard Knöller, Bern
    Donnerstag, 28. Januar 2010 14:34
    81

    Zu: Torsten L.vom 8. Januar 2010:
    Betr.: “Sinn und Unsinn einer Umlaufsicherung”:

    (Hierauf halte ich es für “sinn”voll, die Umlaufsicherung einmal aus freiwirtschaftlicher Sicht genauer darzustellen.)

    Eine Umlaufsicherung soll den stetigen Umlauf des Geldes in der Wirtschaft sicherstellen, um Wirtschaftskrisen zu vermeiden. Neben einer dauerhaft stabilen Wirtschaftstätigkeit soll die Umlaufsicherung zu einem dauerhaften Absinken der Kreditzinsen führen.

    Definition der Umlaufsicherung

    Umlaufsicherung sind Maßnahmen zur Sicher-stellung eines möglichst gleichmäßigen Umlaufs des Geldes in der Wirtschaft. Sie sollen Wirtschaftskrisen mildern oder vermeiden, die aufgrund von allgemeiner Käuferzurückhaltung („Käuferstreik“) oder Kreditzurückhaltung („Anlegerstreik“) auftreten können. Käuferstreik führt zu Nachfrageausfall auf dem Güter- und Dienstleistungsmarkt, Anlegerstreik zu Angebotsausfall auf dem Kapitalmarkt. Beides kann zu bedeutenden Störungen des Wirtschaftskreislaufes führen, besonders zu allgemeiner Arbeitslosigkeit.

    Der Umlauf des Geldes wird in der bestehenden Wirtschaftsordnung traditionell durch zwei verschiedene wirtschaftliche Impulse gefördert:
     Inflation zwecks ständiger leichter Geldent-wertung. Sie wirkt auf Geldbesitzer als Druck-mittel und fördert den Konsum.
     Zins für Geldanlagen. Er wirkt auf Geldbesit-zer als Lockmittel für stillliegendes Geld und fördert Investitionen.
    Beide Impulse haben Nachteile. Bei Inflation sind nicht nur flüssige Geldmittel einer Wertminderung unterworfen, was allein dem Zweck der Umlauf-sicherung entsprechen würde, sondern sämtliche in Geldwerten ausgedrückten Vermögensgüter überhaupt, also auch Geldanlagen und Kredite, Guthaben und Schulden, Löhne, Renten und Versicherungsleistungen. Zins auf der anderen Seite hat bei Gläubigern Vermögensanhäufung auf Kosten der Schuldner zur Folge, auch dies kein Zweck einer Umlaufsicherung. Außerdem ist zu beobachten, dass Kreditzinsen und Inflation nicht unabhängig voneinander sind, sondern die Zinssätze stets über der Inflationsrate liegen.

    Hintergrund der Umlaufsicherung

    Hinter der Idee einer freiwirtschaftlichen Umlauf-sicherung steht die Tatsache, dass Geld nicht verdirbt. Sachgüter hingegen verlieren von Natur aus laufend an Wert, weil sie veralten oder verderben oder aus der Mode kommen, und Arbeitskraft kann nicht aufbewahrt werden. Anbieter von Arbeitskraft und Sachgütern sind deshalb gezwungen, sie nutzbringend einzusetzen oder beizeiten zu verkaufen.

    Für Geldbesitzer gibt es keinen solchen Druck, auch nicht wirklich bei Inflation. Deshalb sind sie den Anbietern von Arbeitskraft und Sachgütern heute stets überlegen. Die anderen aber sind zum Arbeiten und Verkaufen gezwungen, um Verlusten zu entgehen!

    Wer Geld hat und es weder zum Kaufen ausgibt noch anderen leihweise zur Verfügung stellt, son-dern es irgendwo aufbewahrt oder spekulativ in Wartestellung hält, der blockiert immer den Gang der Wirtschaft und ist mitverantwortlich für Arbeitslosigkeit. Geld erfüllt seine Aufgabe als Zahlungsmittel nur, wenn es von Hand zu Hand wandert. Als längerfristiges Wertaufbewahrungsmittel verfehlt es diesen Zweck.

    In der Überlegenheit von Geldbesitzern hat der Zins für Kredite eine grundlegende Wurzel. Weil Geldbesitzer gegenüber Nicht-Geldbesitzern heute immer am längeren Hebel sitzen, sind sie in der Lage, beim Verleihen ihres Geldes einen so hohen Zins zu verlangen, dass er ein LIQUIDITÄTSENTGELT einschließt, einen Zinsanteil, den sie für ihren Verzicht auf Zahlungsfähigkeit („Liquidität“) und Wahlfreiheit verlangen. Zu diesem grundlegenden, unvermeidlichen und ethisch nicht zu rechtfertigenden Zinsanteil hinzu kommen als weitere Anteile der INFLATIONSAUSGLEICH zur Absicherung des Kreditgebers gegen Geldentwertung (Inflation), der WACHSTUMSANTEIL als Beteiligung des Kreditgebers am Produktivitätszuwachs der Wirtschaft, der RISIKOZUSCHLAG wegen des möglichen Ausbleibens der Kreditrückzahlung und ein VERMITTLERENTGELT für die Kreditvermittlung der Bank.

    Oder das Ganze noch anders betrachtet: Wer über flüssiges Geld verfügt, der verfügt über ein Rechtstransportmittel, das er nicht selbst ge-schaffen hat und das darum nicht sein Eigentum sein darf. Vielmehr besitzt er es von der Gemein-schaft aller Geldbenützer sozusagen leihweise zur Nutzung. Diesen enthält er die entsprechende Geldmenge unwillkürlich vor und schließt sie während dieser Zeit von der Verfügung darüber aus.

    Sinn der Umlaufsicherung

    Der Sinn der freiwirtschaftlichen Umlaufsicherung ist es nun, zwischen Geldbesitzern einerseits und Anbietern von Arbeitskraft und Sachgütern andererseits die Spieße gleich lang zu machen. Zu diesem Zweck muss auch die Verfügung über Geld mit einem Nachteil belastet werden. Dies soll durch eine Abgabe oder Nutzungsgebühr geschehen, die auf flüssige Geldmittel regelmäßig wiederkehrend erhoben wird. Sie würde wenige Prozent pro Jahr betragen.

    Geldbesitzer können der Abgabe entgehen, wenn sie ihr Geld zum Kaufen ausgeben oder langfristig anlegen und so als Kredit anderen zur Verfügung stellen. Sie können es auch verschenken. Dann geht das Geld und mit ihm die Pflicht zum Bezahlen der Abgabe auf die neuen Geldbesitzer über.

    Durch die Umlaufsicherungsabgabe wird Geld ebenso einem Verschleiß unterliegen wie Arbeitskraft und Waren. Dadurch wird es in seiner Wertschätzung diesen gleichgestellt. Die Zah-lungsfähigkeit und die Freiheit der Wahl, die Geldbesitzer genießen, soll sie etwas kosten. Dies entspricht dem Prinzip der Gerechtigkeit: Wer den Vorteil der Verfügung über Geld hat, soll dafür bezahlen. Die Abgabe wird die Überlegenheit von Geldbesitzern von ihrer Ursache her beseitigen. Sie soll diese dazu bewegen, sich von flüssigen Geldmitteln so bald wie möglich wieder zu trennen und sie nicht zu horten.

    Horten ist es nicht nur, wenn jemand Geld unter der berühmten Matratze oder im Wäscheschrank hütet. Horten ist es vor allem, wenn jemand Geld als kurzfristige verzinsliche Termingeldanlage bei der Bank liegen hat, zum Beispiel als Festgeld auf einen Monat. Diese Form der Geldzurückhaltung findet heutzutage in grossem Stil immer dann statt, wenn das Zinsniveau unter ein Maß absinkt, das Geldanlegern zu gering erscheint. Sie halten dann ihr Angebot absichtlich knapp. Dies ist die sogenannte „Liquiditätsfalle“ (Zahlungsmittelfalle), in der das Kreditangebot zu verschwinden scheint. Die Anleger “parken” ihre Geldmittel so lange auf derartigen Konten, bis die Kreditnehmer wieder bereit sind, höhere Zinssätze zu zahlen. Genau diese Geldzurückhaltung, diese Art der Hortung, soll Großanlegern durch eine Umlaufsicherungsabgabe kostspielig gemacht werden, um sie vom Behindern des Wirtschaftskreislaufs abzuhalten.

    Horten ist es dagegen nicht, wenn Geld längerfristig angelegt wird. Dann steht es anderen in Form von Krediten zur Verfügung.

    Geldtheoretischer Hintergrund

    Gemäß John Maynard Keynes ist der Wert jedes wirtschaftlichen Gutes bestimmt durch den mit ihm erzielbaren Nutzen, durch die anfallenden Unterhaltskosten, von Keynes „Durchhaltekosten“ genannt, und durch den Vorteil seiner Verkäuflichkeit und Tauschbarkeit, seine „Liquiditätsprämie“. Die Liquiditätsprämie von Geld besteht in der Zahlungsfähigkeit und der Wahlfreiheit seines Besitzers bei der Auswahl unter dem Marktangebot. Bargeld in der Tasche seines Besitzers besitzt die höchste Liquiditätsprämie und verursacht die geringsten Durchhaltekosten von sämtlichen Wirtschaftsgütern und ist aus diesem Grund das begehrteste Gut überhaupt. Umgekehrt dazu sind bei Arbeitskraft und Waren die Liquiditätsprämie (Verkäuflichkeit) gering und die Durchhaltekosten hoch.

    Eine Umlaufsicherungsabgabe wird nun auch Geld mit spürbaren Durchhaltekosten belasten, idealerweise in einer Höhe, dass sie seiner Liquiditätsprämie gleichkommen. Dadurch würde ein „neutrales Geld“ entstehen, weil es die Überlegenheit seiner Besitzer über die Anbieter von Arbeitskraft und Sachgütern beseitigt.

    Kreditfreie Geldschöpfung erforderlich

    Eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren der Umlaufsicherung muss bei den Geschäftsbanken geschaffen werden. Solange diese das benötigte Zentralbankgeld nur von der Zentralbank auf Kredit erhalten und dafür Zinsen bezahlen müssen, läuft eine Umlaufsicherung mit Sicherheit ins Leere. Die Banken werden bei Rückzahlung von Krediten von ihrem Publikum das von ihnen augenblicklich nicht benötigte Zentralbankgeld an die Zentralbank zurückleiten, um auf diese Weise ihre eigenen Kredite zu tilgen und Zinsen zu sparen. Sie werden nicht, wie im freiwirtschaftlichen System angestrebt, die dann erhöhte Kreditmöglichkeit zum Senken der Zinssätze für ihre Kreditkunden verwenden. Im bestehenden Geldschöpfungssystem wird also eine freiwirtschaftliche Umlaufsicherung die Zinsen nicht zum Sinken bringen.

    Aus diesem Grund ist es unumgänglich, die Rückflussmöglichkeit von einmal ausgegebenen Zahlungsmitteln von den Geschäftsbanken zur Zentralbank zu verbauen. Deshalb scheint eine kredit- und zinsfreie Geldschöpfung Voraussetzung für das Spielen einer freiwirtschaftlichen Umlaufsicherung zu sein. Nur dann und wenn auch die Banken für die bei ihnen liegenden Zahlungsmittel Umlaufsicherungsabgaben zu zahlen haben, werden sie sich veranlasst fühlen, die Kreditzinsen für ihre Kunden gebührend zu senken.

    (Auszug aus meinem Artikel “Umlaufsicherung” vom 25.9.2005)
    ———————————————–
    28.1.2010: Die kreditfreie Geldschöpfung würde eine Vollgeldreform erfüllen. Darum muss sie vor der Umlaufsicherung eingeführt werden!

  82. 82

    Zum Beitrag von Thomas Klünner:

    Leider kein wirklich “ketzerischer” Artikel, sondern nur eine flapsige Wiedergabe der nicht zutreffenden Vorstellung, dass bei allen Geldtransaktionen irgendwie Bargeld beteiligt sei. Wo ist denn bei einer Überweisung von einem Girokonto zum anderen Girokonto noch Bargeld im Spiel? Wozu braucht eine Bank, die einen Kredit vergibt und eine entsprechende Summe auf einem Girokonto gutschreibt, noch Bargeld?

  83. 83

    Zu Thorsten L. am 8.Januar:

    Ob man es nun Inflation, partielle Inflation, Steuer oder Gebühr nennt: Abschreckungspotential haben alle diese Begriffe, mit denen eine Umlaufsicherungsgebühr bezeichnet wird. Ich will die Idee dadurch nicht von vorneherein diskreditieren. Jedenfalls ist sie schwer zu vermitteln.

    Bevor der Umlauf von irgendetwas gesichert werden kann, muss dieses Ding genau definiert sein und in seiner genauen Menge bekannt. Deswegen kommt für mich die Frage der Geldschöpfung vor der Umlaufsicherung des Geldes. Könnten wir darüber Einigkeit erzielen, bevor wir weiterdiskutieren?

  84. 84

    Konten und Vollgeld Einführung

    Zum Beitrag von Joseph Huber
    Zitat Huber:
    Der Vorschlag, einen Vollgeldkreislauf experimentell zu simulieren, gar die Gründung einer ‘Vollgeldbank’, erzeugt bei mir erst einmal keine Resonanz. Worin läge der Sinn und Nutzen eines solchen Projektes?

    Ausprobierbarkeit und Beobachtbarkeit von außen wäre ja schön. Aber es liegt in der Natur von Rechtsordnungen, dass man sie nicht ‘mal ausprobieren’ kann. Man muss sie implentieren, und ggf revidieren.

    Jan-Peter Homann:
    Um die Rechtsordnung zu ändern, muss man die Politiker überzeugenn. Diese wiederum, informieren sich im Falle des Vollgeldes bei Vertretern der Banken über Vorteile, Riskiken und Machbarkeit von Rechtsänderungen.
    Die Gründung einer Vollgeld-Bank bzw. eine Kooperation mit einer Bank wie der GLS-Bank für ein “Vollgeld-Konto” würde klar die Machbarkeit eines solchen Projektes demonstrieren.

    Desweiteren sehe ich auch auch Vollgeld die Gefahr eine Bank-Runs, wenn viele Vollgeld-Besitzer ihr Geld der Bank in einem Tagesgeld-ähnlichen Konto leihen, die Bank dieses Geld als Kredit weiter verleiht und die “Tagesgeldverleiher” gleichzeitig ihr Geld zurück haben wollen.
    Oder mache ich da einen Denkfehler ?

    Gruß
    Jan-Peter Homann

  85. 85

    Für den Fall, dass ihr einen “ketzerischen Artikel” vertragt ;-) hier der Link dazu:

    http://tinyurl.com/ybkb5mx

    Es lebe der freie Mensch!
    Tomas Klünner

  86. 86

    Zitat von Karwat
    “Es ist für uns aus heutiger Sicht zumindest fraglich, ob eine Umlaufsicherung über eine zu erhebende Geld-Gebühr (was faktisch eine künstlich herbeigeführte Inflation wäre) zu einer tatsächlichen Senkung der Zinsen führen würde.”
    ———-

    Über Sinn und Unsinn einer Umlaufsicherungsgebühr kann man sicher streiten, allerdings finde ich es falsch sie mit einer erzwungenen Inflation gleich zu setzen, das weckt meiner Meinung nach falsche Assoziationen.

    Zunächst mal wird ja das Geld nicht entwertet, sondern die Geldmenge der Geldbesitzer verringert sich. Damit hat die Umlaufsicherungsgebühr meiner Meinung nach eher den Charakter einer Steuer oder eben, wie der Name es schon sagt, einer Gebühr. Und Steuern bezeichnet man ja allgemeinhin auch nicht als Inflation, das Geld wechselt nur den Besitzer.

    Nun kommt das natürlich in vielen Fällen auf das gleiche hinaus und den Leute ist es egal, ob sie beispielsweise 3% ihres Geldes abgeben müssen oder ob sie ihr Geld behalten und dies um 3% im Wert fällt.

    Allerdings sehe ich einen großen Unterschied. Eine Umlaufsicherungsgebühr “entwertet” nur die Geldvermögen, während die Inflation auch alle Forderungen auf Geld wie zum Beispiel meinen Lohn entwertet. Diese blieben von einer Umlaufsicherungsgebühr völlig unberührt, was meiner Meinung nach einen erheblichen Unterschied macht. Das ermöglicht es nämlich der Gebühr, wenn man sich mit seinem Geldvermögen klug anstellt, zu entgehen, während man bei der Inflation bei gleichem Verhalten dennoch betroffen ist.

    Wie gesagt, über Sinn und Unsinn einer Umlaufsicherungsgebühr kann man streiten und ich maße es mir mit meinem derzeitigen Kenntnistand (noch) nicht an, mir über die Thematik ein abschließendes Urteil zu bilden. Allerdings halte ich diese Gebühr für eine interessante Idee und glaube, dass der meiner Meinung nach falsche Vergleich mit der Inflation gerade Laien von vornherein abschreckt.

  87. 87

    Zum Beitrag von Jan-Peter Homann, vom 28 Dezember 2009

    zu Konten und Vollgeldeinführung

    Eine Vollgeldordnung zeichnet sich wesentlich dadurch aus, dass es keine Girokonten mehr gibt. Es gäbe separate Geldkonten für den laufenden Zahlungsverkehr sowie Anlagekonten (z.B. Spar- und Terminkonten).

    Verwaltung und Betrieb der Geldkonten kostet gleich wie heute die Girokonten. Wenn Girokonten heute ‘kostenlos’ angeboten werden, so steht dahinter eine Quersubventionierung aus Marketingmotiven. Letztlich zahlen das die Einleger mit niedrigeren Habenzinsen.

    Eine Einlagensicherung für Depositen empfiehlt sich wohl weiterhin. Das sollte ein Interbankenfonds sein, keine Staatsgarantie. Geldanlagen sollen ihr Risiko selber tragen. Vollgeld auf Geldkonten muss nicht ‘versichert’ werden. Es ist per se sicher, da es Geld darstellt, nicht mehr wie Giralgeld eine Forderung auf Geld, und also nicht mehr verschwinden kann.

    Ein Bank-Run im herkömmlichen Sinn wird aus diesem Grund gegenstandslos. Eine zeitgleiche Liquidierung von Anlagen ist ausgeschlossen, da Anlagen einer Kündigungsfrist oder Fälligkeit unterliegen. Wenn eine Bank freilich in Verruf gerät, und die Kunden ihre Anlagen zum nächstmöglichen Termin abziehen, dann kann wohl ein Problem entstehen. Dem soll jedoch so sein können.

    Gewisse Geldsummen für Dispokredite bevorraten ist für die Banken so wenig ein Problem wie genügend Bargeld für Geldautomaten vorrätig halten.

    Darlehensgemeinschaften nach dem Modell Mikrokredit oder Smava finde ich gut. Hat aber mit Vollgeld nicht per se etwas zu tun.

    Der Vorschlag, einen Vollgeldkreislauf experimentell zu simulieren, gar die Gründung einer ‘Vollgeldbank’, erzeugt bei mir erst einmal keine Resonanz. Worin läge der Sinn und Nutzen eines solchen Projektes?

    Ausprobierbarkeit und Beobachtbarkeit von außen wäre ja schön. Aber es liegt in der Natur von Rechtsordnungen, dass man sie nicht ‘mal ausprobieren’ kann. Man muss sie implentieren, und ggf revidieren.

    Joseph Huber

  88. 88

    Zum Beitrag von Peter am 27.12.:

    Hallo Peter,

    Ihre Punkte 1 und 2 sind programmatischer Bestandteil der Monetative. Sie sprechen das Thema Zinsen und deren exponentielles Wachstum an, sowie eine Umlaufsicherung, die dieses Problem lösen soll.
    Dazu folgende Argumente: Wenn Geld nicht mehr als Schuld geschöpft wird, fallen die Zinsen bei Entstehung des Geldes weg. Dies halten wir für einen wichtigen Faktor. Die Zinsen, die bei Darlehen (aus schon bestehendem Geld) vertraglich vereinbart werden, bleiben eine Vereinbarung zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber. Wenn die Zinsen insgesamt so hoch sind, dass sie nicht mehr gezahlt werden können, so liegt es im ureigenen Interesse der Gläubiger, auf zumindest einen Teil der Zinsen zu verzichten. Sonst würden die Schuldner ja zusammenbrechen und die Gläubiger müssten ihre Forderungen komplett abschreiben. Der Staat in Form der Monetative müsste sich da nicht unbedingt einmischen. Vielmehr müsste er in einem solchen Fall auf eine gerechtere und gleichmäßigere Vermögensverteilung hinwirken. Eine Monetative wäre aber nicht gezwungen, wegen der Zinszahlungen die Geldmenge zu erhöhen. Warum denn? Gerade die unabhängig gestellte Monetative wäre in der Lage, Scheinlösungen durch Gelddrucken zu verhindern. Deswegen wäre sie ja so wichtig.

    Der Staat selbst wäre durch die von der Monetative vorgeschlagene Reform des Geldsystems einen Großteil seiner Zinslasten los, da die Staatsverschuldung einmalig zu 2/3 getilgt würde und laufende jährliche Seigniorage-Gewinne zu einem weiteren Abbau der Staatsverschuldung eingesetzt werden könnten.

    Es ist für uns aus heutiger Sicht zumindest fraglich, ob eine Umlaufsicherung über eine zu erhebende Geld-Gebühr (was faktisch eine künstlich herbeigeführte Inflation wäre) zu einer tatsächlichen Senkung der Zinsen führen würde. Das Horten von Geld wäre in einem Vollgeldsystem mit Monetative vermutlich kein Problem. Warum sollten Menschen plötzlich besonders viel Geld horten? Das Geldsystem wäre ja sicherer als heute, weniger krisenanfällig. Eine relativ konstante Rate an „gehortetem“ Geld auf Vollgeldkonten könnte aber leicht durch eine entsprechende öffentliche Geldschöpfung ausgeglichen werden. Auch das Schöpfen von Geld für Spekulation mit extremen Hebelwirkungen (leverage) wäre in einem Vollgeldsystem nicht mehr möglich. Damit wäre das Problem gemildert, dass viel Geld heute in reinen Spekulationszyklen gebunden bleibt und so nicht mehr für reale Investments zur Verfügung steht.

    Deshalb würden wir aus heutiger Sicht Ihren Punkt 3 nicht als ersten Punkt umsetzen wollen, sondern zunächst die Punkte 1 und 2. Diese Aufgabe bleibt schwierig genug!

  89. 89

    Vollgeld Einführung

    Hallo alle zusammen,
    Nachfolgend habe ich mir einige Gedanken gemacht, wie sich mit der Einführung des Vollgeldes die tägliche Praxis des Umgangs mit Geld zwischen Bank und Kunde ändern würde. Da ich kein Banker bin, bitte ich um Kommentare, Ergänzungen und Berichtigungen:

    Zwei Arten von Girokonten:
    Ich gehe davon aus, dass die Bank zwei Arten von Girokonten anbieten würde.
    1. Kostenpflichtiges Girokonto
    2. Kostenloses Girokonto mit Guthaben-Verzinsung

    1. Das Kostenpflichtige Girokonto:
    Eine Bank hat Kosten für Mitarbeiter, das Computersystem, die Bestückung der Geldautomaten etc…
    Wenn die Kundeneinlagen aus der Bilanz der Bank heraus genommen werden, dann muss die Bank die Kosten für übliche Vorgänge wie z.B. Geld abheben vom Automaten, Überweisungen, Daueraufträge dem Kunden voll in Rechnung stellen.

    2. Kostenloses Girokonto mit Guthaben-Verzinsung
    Wenn die Bank im Vollgeld-System einen Kredit vergeben will, dann muss ihr dieses Geld jemand gegen Zinsen überlassen. Der einfachste Weg wäre dafür ein kostenloses Girokonto, dessen Guthaben gering verzinst wird.
    Mit diesem Konto schließt der Kunde ein Vertrag mit der Bank, dass ein Guthaben-auf seinem Vollgeld-Girokonto der Bank dynamisch an die Bank verliehen wird.
    Findet vom Vollgeld-Giro-Konto eine Überweisung oder ein Dauerauftrag statt, so wird der Betrag vorher automatisch vom Konto der Bank auf das Kundenkonto zurückgebucht. Bei den Kontoauszügen sieht der Kunde sein virtuelles Guthaben, welches er dynamisch der Bank zukommen lässt.

    Kostenloses Tagesgeld-Konto
    Ein Tagesgeld-Konto würde nach dem gleichen Prinzip funktionieren, wobei das Kostenloses Giro-Konto inkl. Guthaben-Verzinsung praktisch ein Kombination aus Giro- und Tagesgeld-Konto darstellen würde.

    Spareinlagen bei der Bank
    Für Spareinlagen gilt das gleiche. Das Kunden-Vollgeld wird auf das Konto der Bank überwiesen und der Kunde erhält dafür Geld.

    Einlagensicherung
    Für Gelder, die der Kunde der Bank überlässt, geben Bank und Staat wie bisher eine Einlagensicherung, solange die Bank das Geld für folgende Zwecke einsetzt:
    - Dispokredit für Privat und Geschäfts-Girokonten
    - Ratenkredite für Privatpersonen und Geschäfts-Girokonten
    - Staatsanleihen
    Spekulativer Eigenhandel der Bank mit Kundengeldern ist untersagt.

    Kreditgewährung
    Wenn die Bank dem Kunden ein Kredit gewährt, überweist sie Geld von ihrem Konto auf das Giro-Konto des Kunden und schließt einen Vertrag über regelmäßige Tilgung / Zinszahlung auf ihr Bankkonto.

    Ich nehme an, dass ein Großteil der Kunden, die Variante des kostenlosen Girokontos mit Guthaben Verzinsung wählen würden bzw. ihre Spareinlagen der Bank zur Verfügung stellen.
    Die Bank selber wäre vorwiegend Vermittler, zwischen den Kunden, die Geld übrig haben und denen, die einen Kredit benötigen und erledigt die Bonitätsprüfung sowie die Verwaltung von Sicherheiten bei der Kreditvergabe.

    Die Gefahr eines Bankruns wäre nach wie vor gegeben, wenn alle Bankkunden, die ein Guthaben auf dem kostenlosen Giro- oder Tagesgeld-Konto haben dieses gleichzeitig in Bar abheben oder an jemanden überweisen wollen.
    Und diese Guthaben durchgängig als Kredit an andere Personen vergeben sind.
    Dieses würde stark abgemildert, dass zwingend die Regel gilt, dass täglich verfügbares Guthaben nur für täglich verfügbare Kredite (Dispo) vergeben werden darf. Die Höhe der im Gesamtsystem vergeben Dispo-Kredite muss sich daher an dem täglich verfügbaren Guthaben im System orientieren. Längerfristige Ratenkredite, werden über längerfristige Spareinlagen refinanziert.
    Die Zinsen, die für die verschiedenen Kreditarten gezahlt werden müssen, richten sich neben der Bonität / Risiko des Kreditnehmers auch nach dem Verhältnis von kurz- mittel- und langfristig verfügbarem Geld, dass andere Marktteilnehmer zur Verfügung stellen.

    Mögliche Trennung von Giro-Dienstleitungen und Kreditvergabe
    Im Vollgeld-System ist es durchaus möglich, dass es Banken gibt, die ausschließlich die kostenpflichtige Leistung des Giro-Konto und Geldautomaten zur Verfügung stellen, und der Kunde selbst entscheidet, was er mit seinem Guthaben macht. Ein Beispiel wäre z.B. der direkte Kredit von Mensch zu Mensch, wie er z.B. bei http://www.smava.de vermittelt wird, oder die Bildung von Kreditgemeinschaften, bei denen max. ca. 30 Menschen, die sich persönlich kennen einen kreditpool bilden und dadurch auf die Bonitätsprüfung verzichten können und dafür sorgen, dass die Bekannten ihren Rückzahlungsverpflichtungen auch nachkommen.

    Gründung einer Vollgeld-Bank von Menschen, die das Konzept gut finden

    Wenn Projekte wie Smava inkl. Banklizenz möglich sind, bei denen die Bank nur noch im Hintergrund agiert, um Kredite von Mensch zu Mensch zu vermitteln, so bin ich sicher, dass speziell im Genossenschaftlichen Verbund die Gründung einer Bank möglich ist, die einzig und allein die kostenpflichtige Dienstleistung des Girokontos ohne Dispo und des Geldautomaten anbietet und bei der das Geld auf dem Girokonto als Sondervermögen aus der Bank-Bilanz heraus genommen ist.

    ich könnte mir gut vorstellen, dass die GLS-Bank offen für solch ein Experiment wäre, wenn es von einigen ihrer Genossen angeregt wird. Arbeitstitel

    “GLS Vollgeld Konto”.

    Ich wäre jedenfalls dabei solch ein Projekt anzugehen. Wenn man mit einem Referenzprojekt gezeigt hat, dass ein Vollgeld Konzept in “abgespeckter Form” auch mit einer einzelnen Bank funktioniert, kann man es zu einem späteren Zeitpunkt einfacher auf die gesamte Branche übertragen.

  90. 90

    Hallo Leute,

    ich habe eine Frage zur Umsetzung der Monetative.
    Die folgenden Punkte müssen realisiert werden:
    1) Geldschöpfung in öffentlicher Hand, um die Geldmenge zu kontrollieren und die Geldmenge dem BIP anzupassen.
    2) Das Geld soll nicht mit einer Schuld belastet sien
    3) Eine neue Umlaufsicherung nach z.B. Silvio Gesell mit einer “Alterung” des Geldes

    Aber was wird zuerst umgesetzt ?
    Ich denke, dass der letzte Punkt zuerst umgesetzt werden sollte. Alle unsere Probleme entstehen aus dem Wachstum, also dem Zins!

    Zins -> Wachstum -> Geldmengen-Wachstum -> Inflation usw.

    Wenn der erste Punkt zuerst umgesetzt werden würde, dann könnten wir die Geldmenge zwar dem BIP anpassen. Aber die Zinsen würden trotzdem ein expo. Wachstum erzwingen, d.h. die Geschäftsbanken fehlt irgendwann das Geld, um die Zinslasten zu bedienen, weil die Geldmenge nicht mehr expo. wächst. Die öffentliche Hand ist somit wieder gezwungen die Geldmenge zu erhöhen, auch ohne BIP Deckung!!!!!

    Was meint ihr dazu ???

  91. 91

    Beitrag von Erhard Glötzl vom 2. Dezember 2009

    Lieber Erhard!

    Du schreibst:
    7. Der 1. Hauptsatz der Vokswirtschaftslehre lautet: Die Summe aller Schulden ist stets gleich hoch wie die Summe aller Guthaben. Allein daran erkennt man, dass der Eindruck trügt, wenn man glaubt, dass Banken ohne Refinanzierung Kredite vergeben könnten. Mehr zum Thema findet man auf meiner homepage http://sites.google.com/site/gloetzlerhard/ oder speziell zur Giralgeldschöpfung: “2006 Verwirrungen um die Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken”

    Darf ich dazu auf den hervorragenden Beitrag von Klaus Karwat verweisen, den du unter den “Texten” findest
    Ernst

  92. 92

    Zur Frage von Douwe R. am 16.12.:

    Auch die GLS-Bank schöpft neues Geld, wenn sie bei Kreditvergaben Sichtguthaben auf einem GLS-Kundengirokonto gutschreibt. Die Frage ist, wieviel Zentralbankgeld sie braucht, um sich dann damit zu “refinanzieren”. Wenn sie sich zu 100% refinanzieren würde, dann könnte sie selbständig kein Geld schöpfen, sondern müsste sich die entsprechende Summe Zentralbankgeld woanders besorgen. Welchen %-Satz an Zentralbankgeld eine Bank braucht, weiß letztlich nur sie selbst bzw. ihr Chefbuchhalter. Genau dieses Jonglieren zwischen Geschäftsbankengeld (Kunden-Sichtguthaben) und Zentralbankgeld will die Monetative vermeiden und deshalb eine einzige Geldart einführen (Vollgeld), die ausschließlich bei der Zentralbank entsteht.

  93. 93

    an alle normalinteressierten
    wer das verinnerlicht wird die welt nie mehr so sehen wie zuvor
    http://www.ewk-verlag.de/Ressourcen/Kenawi_Geschichte_des_Geldes.pdf

  94. 94

    zu Karwat vom 15.12.2009

    Sie schreiben: ” Ich kenne nur die Aussagen eines führenden Vertreters der GLS-Bank, der vorgetragen hat, dass die GLS-Bank kein Geld schöpft. Vielleicht fragen Sie am besten die GLS-Bank selbst.”

    Meine Frage: woher weiß die GLS Bank, dass sie kein Geld schöpft? Oder andersherum: wie kann sie das mit welchen Zahlen belegen?
    Ich kann zwar die GLS Bank fragen, aber habe die Erfahrung gemacht, dass ich erst dann die richtige (wichtige) Frage stellen kann,. wenn ich die Antwort eigentlich schon kenne!

    Douwe R.

  95. 95

    An welchem Verrechnungssystem die GLS-Bank angeschlossen ist, und wie sie in das System der Genossenschaftsbanken eingebunden ist, weiß ich leider nicht. Ich kenne nur die Aussagen eines führenden Vertreters der GLS-Bank, der vorgetragen hat, dass die GLS-Bank kein Geld schöpft. Vielleicht fragen Sie am besten die GLS-Bank selbst.

  96. 96

    ich hab da mal eine frage
    mir pesönlich(ich bewege mich da auf sehr dünnem eis)ist es doch völlig egal wer wann und wie geld schöpft.es muß nur sichergestellt sein das alles sinn macht.wenn ich ein haus bauen will akzeptiere ich auch rubel wenn es denn sein muss.
    die problematik ist doch das geld muss in einklang sein mit der realwirtschaft.
    eins ist unstrittig wenn ich ein haus bauen will bekomme ich eine forderung(oder anspruch) auf geld(geld aus dem nichts)
    des weiteren muss die bank sich sicher sein diese forderungen fristgerecht gelöscht werden können.
    jetzt kommt’s
    wenn dieser kredit bis in aller letzter instanz nicht zurückgezahlt werden kann, geistert dann der restkredit für alle ewigkeit als vollgeld im system?
    wenn das so währe, währe das eine quelle für inflation im schuldgeldsystem (z.b.in kriesenzeiten)

  97. 97

    @ Karwat (zur unterstützung)

    d.h. wenn das publikum einer bank groß genug ist, hat sie bei der geldschöpfung einen entsprechend großen spielraum. wenn die meisten überweisungen einer bank innerhalb seines eigenen kundenkreises stattfinden, fällt umso weniger zentralbankgeld an die anderen banken an. je mehr überweisungen allerdings an andere banken gehen, umso bedrohlicher wird die lage für diese bank, weil das unter zinsen von der zentralbank erworbene geld dann in andere banken fließt und diese bank in zahlungsschwierigkeiten an die zentralbank oder an die anderen banken kommt. dieses spiel ist extrem auf wackeligen beinen. denn das zwingt die banken ein größeres publikum zu werben. in diesem system müssen die banken parallel wachsen, damit kein ungleichgewicht im bankensektor ensteht. das aber ist unmöglich, daher ist es vorprogrammiert, dass der bankensektor krumm wächst und irgendwann kann einer nicht mehr zahlen und zieht mit seinen (evtl. wichtigen) kunden die (ganze) wirthschaft mit in den kollaps. deswegen ist es eine kartenhauskonstruktion, das darauf wartet in sich zusammenzufallen.

  98. 98

    Zur Frage von Jan-Peter Homann vom 11.12.:

    Tatsächlich muss zum Verständnis der Geldschöpfung auch erklärt werden, wie das Überweisungssystem funktioniert:

    Wenn eine Bank einen Kredit gewährt, verlängert sich die Aktivseite der Bankbilanz um entsprechende Forderungen an den Kreditnehmer, die Passivseite um Verbindlichkeiten der Bank auf Auszahlung von Bargeld, die unbares Geld darstellen. So wird neues Geld geschöpft. Wenn der Kontoinhaber dieses unbare Geld nun an eine andere Bank überweist, muss die kontoführende Bank eine entsprechende Summe Zentralbankgeld von ihrer Aktivseite an die Bank des Zahlungsempfängers überweisen. Gleichzeitig vermindern sich die Sichtguthaben auf der Passivseite der auszahlenden Bank um denselben Betrag und erhöhen sich bei der Bank des Zahlungsempfängers entsprechend. Die von der Bank neu geschöpfte Summe an unbarem Geld müsste in diesem isoliert betrachteten Fall, ebenso wie bei einer Barabhebung, also mit einer gleich großen Summe Zentralbankgeld gedeckt sein.

    Wenn es nun zwischen beiden Banken viele gegenläufige Überweisungen gibt, muss die auszahlende Bank nur den Saldo dieser Überweisungen in Zentralbankgeld übertragen. Durch die inzwischen sehr weit entwickelte gegenseitige Verrechnung von Überweisungen entsteht die Möglichkeit, viel mehr Sichtguthaben zu produzieren, als Zentralbankgeld vorhanden ist. Real wird bei Überweisungen heute nur noch sehr wenig Zentralbankgeld bewegt, das von den Banken oft auch noch gegenseitig als Kredit verliehen wird. Das ist der Hintergrund, warum die Finanzkrise das komplette Zahlungssystem bedrohte: Denn dieses gegenseitige Bankenverrechungs- und Kreditsystem funktioniert nur, wenn die Banken sich untereinander vertrauen.

    Ist eine Bank klein, so kann sie nur wenige Verrechnungen vornehmen, ist sie groß, ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass solche Verrechnungen stattfinden. Außerdem finden bei einer großen Bank viele Überweisungen innerhalb der Bank statt, also von einem zum anderen Bankkonto derselben Bank. Entsprechend geringer ist also der Anteil, den die Bank an Zentralbankgeld benötigt, und umso größer ihr Spielraum bei der eigenen Geldschöpfung.

    An welchem Verrechnungssystem die GLS-Bank angeschlossen ist, und wie sie in das System der Genossenschaftsbanken eingebunden ist, weiß ich leider nicht. Ich kenne nur die Aussagen eines führenden Vertreters der GLS-Bank, der vorgetragen hat, dass die GLS-Bank kein Geld schöpft. Vielleicht fragen Sie am besten die GLS-Bank selbst.

  99. 99

    Hallo h.g. :-)

    Vorab, wo zwei einer Meinung sind, ist einer zuviel.
    Selbstverständlich müssen auch Gegenmodelle aufgezeigt werden und da ich davon ausgehen kann, dass wir in der Sache selbst übereinstimmen, nämlich das die Geldordnung zwingend einer Reform bedarf, fällt es natürlich schwer eine grundlegende Überzeugungsdiskussion zu führen.
    Diese jedoch führe ich zur zeit auf vielen Ebenen, sowohl privat, als auch in diversen Foren wie z.B. seit Monaten im Blog Chefsache bei der WiWo. Wenn sie so wollen bei den Hardlinern in Sachen neoliberaler Märkte und Bewahrern der Geldordnung. Nein, ich bin nicht masochistisch veranlagt (lach), bin eher zufällig dort hinein geraten.
    Nicht leicht bei so manchen Betonkopf neoliberaler Schule auch nur ansatzweise eine gewisse Sensibilität für das Problem zu erhalten. Schon erschreckend was dort an Widerständen bis hin zu unterschwelligen Diffamierungen auf einen niederprasseln, obwohl ich mich bemühe die sachliche Ebene strikt einzuhalten. Auf konkrete Fragen und Argumentationen wird entweder gar nicht, oder ausschweifend geantwortet.
    Von daher verstehen sie vielleicht mein Anliegen besser, wenn ich sehe wie hier über Gegenmodelle bis in den letzten Unterpunkt diskutiert wird, in der breiten Öffentlichkeit jedoch i.d.R. nicht einmal ansatzweise die Problematik der Geldordnung erkannt wird.

    Ich persönlich befürchte sogar, dass eine öffentliche Bewusstseinschaffung schon zu spät kommt.
    Es dauert nicht mehr lange und die Politik diskutiert als Nächstes über den Bail-Out der letzten Schuldnerinstanz – dem Staat. Siehe Dubai, Griechenland und die Baltischen Staaten. Es dauert nicht lange und es folgen Irland, Portugal, ja die ganze europäische Südschiene und der Dominoeffekt mit seinen katastrophalen Folgen nimmt seinen Lauf.

    Da kommt einem nur noch die sarkastische Frage in den Sinn – und wer übernimmt am Ende den globalen Bail-Out? Unsere dirketen Nachbarn Mars und/oder Venus.

    Mit vor allem auch väterlichen Sorgen behaftet und daher zugegebenermaßen emotionaler Tinte geschrieben
    wünsche ich ihnen ein schönes Wochenende :-)
    Klaus F.

  100. 100

    @ Klaus F

    sie haben absolut recht. der erste schritt sollte sein die menschen zu informieren. nichtsdestotrotz sollten wir in unseren köpfen alternativen bedenken. denn was nutzt uns alles engagement, um schlechte dinge zu verändern, wenn wir vorher nicht wissen, was danach sein sollte. ich glaube, dass man modellen, die man verändern will, ein gegenmodell entgegenhalten muss, damit das gegenwärtige modell, naja, leichter verabschiedet werden kann. denn dann sagen die menschen: hey auf die art ist es natürlich viel besser. wenn wir die strukturen in den köpfen mit ideen oder konzepten sprengen, die ausgefeilt sind, kann man noch so kleinere bestrebungen in den gesamtkontext einordnen und die leute sagen leichter “ok” zum noch so kleinen nächsten schritt. denn ich glaube, die quelle der geldschöpfung zu verändern, nimmt ihm nicht die macht auf eigentum und somit wieder macht. bitte denken sie darüber nach.

  101. 101

    Verrechnungssystem und Geldschöpfung (Karwat 10.12.
    Karwat schreibt am 10.12. dass kleine Banken einen Nachteil bei der Geldschöpfung gegenüber großen Banken haben, da sie weniger geggenseitige Überweisungen vornehmen können, bzw. dass sie keinem großen Verrechnungssystem angeschlossen sind.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie dies noch näher erläutern könnten.
    Ich dachte bisher, dass Geld würde geschöpft, wenn die Bank einen Kredit vergibt. Diese Sichtweise scheint nicht ganz vollständig zu sein…
    Desweiteren ist die GLS-Bank Teil des genossenschaftlichen Banken-Verbundes. Handelt es sich hier nicht um eins der großen Verrechnungssysteme ?

  102. 102

    Ergänzung:
    Was nutzen die vielen guten Modelle einer zukünftigen Geld- und Wirtschaftsordnung, so berechtigt sie auch seien mögen als Alternative in einer Diskussion, wenn die breite Masse der Bevölkerung ein völlig falsches Geldbild, im Sinne von Weltbild, besitzt.
    Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie selbst im engen Bekanntenkreis, trotz hohem Bildungsgrad, ein völlig unzureichender, oder gar falscher Kenntnisstand über unsere Geldordnung(Geldsystem) vorherrscht. Das Geld, immerhin ein öffentliches Gut – sollte man meinen!
    Von daher sehe ich persönlich es als viel dringlicher an unsere zerstörerischen Strukturen des Geldsystems öffentlich zu machen, wo immer sich die Gelegenheit dazu bietet. Erst dann, wenn die Sensibilität für dieses Problem in der Bevölkerung ausreichend vorhanden ist, macht es Sinn neue Modelle im Einzelnen zu diskutieren.
    Bitte nicht fasch verstehen, ich möchte die Sinnhaftigkeit neuer Modelle nicht in Frage stellen, aber solange dieses destruktive Geldsystem nicht als solches von einer signifikanten Mehrheit erkannt wird, diskutieren wir in einem kleinen Kreis – ein wenig überheblich formuliert - von Erleuchteten, während um uns herum sich das Unheil ausbreitet.
    Der demokratische Weg ist nun mal eine Ochsentour, aber unerlässlich und notwendig. Soll heißen: Aufklärung, Bewusstsein schaffen in einer breiten Öffentlichkeit und somit am Ende politischen Druck ausüben.

    Weiterhin engagiert im Rahmen meiner Möglichkeiten verbleibe ich
    mit einem freundlichen Gruß :-)
    Klaus F.

  103. 103

    @ H.G. :-)
    Das liest sich vom Ansatz her alles durchaus interessant und überlegenswert. Viele Punkte die sie da aufführen, die jeder für sich genommen bereits einen großen Diskussionsbedarf erfordern, zumindest jedoch reifen müssen. Mit Verlaub, ohne ihre Gedankengänge abzuwerten - ganz im Gegenteil, ich denke jedoch, sie machen damit bereits den oder die nächsten Schritte, bevor der Erste getan wurde. Nämlich die Geldschöpfung aus der privaten Hand (Banken) zu nehmen.
    Dieses Vorhaben ist schwerlich genug, gilt es doch zunächst ein Brett zu bohren, bei dem die (ehemalige) Mauer in Berlin einem Zeitungsblatt gleichkommt.
    Aufklärung, Bewusstsein schaffen in der Öffentlichkeit für die Problematik, die in diesem bestehenden Geldsystem steckt. Das ist der dringend erforderliche „erste“ Schritt. Nicht leicht, wie ich am eigenen Engagement immer wieder erfahren muss – siehe unten genannten Link zur WiWo.
    Ich befürchte schon fast, er, der erste Schritt, kommt zu spät!

    Mit einem freundlichen Gruß
    Klaus F.

  104. 104

    Zum Beitrag von Jan-Peter Homann vom 7.12.09:

    Sie schlagen vor, einen Teil des neu geschöpften Geldes nicht über Zuweisung an den öffentlichen Haushalt, sondern über Zentralbankkredite an Banken in Umlauf zu bringen, und dies nach einem bestimmten Schlüssel zwischen den Banken. Dann wäre zwar die Seigniorage an die öffentlichen Haushalte geringer, dafür wären dann aber höhere Zinseinnahmen der Zentralbank zu verbuchen. Sowohl bei der öffentlichen Geldschöpfung via Zuweisung an den Staatshaushalt als auch bei der öffentlichen Geldschöpfung via Zentralbankkredit an Banken ergeben sich Möglichkeiten der Gemeinwohlorientierung. Erst muss allerdings das Prinzip der öffentlichen Geldschöpfung durchgesetzt werden, und darauf konzentrieren wir uns heute. Die von Ihnen angesprochenen Möglichkeiten stünden dann grundsätzlich offen und könnten diskutiert werden. Vielen Dank jedenfalls für die Anregung.

    Sie schreiben auch, dass z.B. die GLS-Bank dank selbst geschöpftem Kreditgeld wesentlich effektiver Projekte unterstützen kann als in einem Vollgeld-Regime. Dazu ist folgendes zu sagen: Kleine Banken wie die GLS-Bank haben nur sehr wenig Spielraum bei der Geldschöpfung, weil sie im Überweisungsverkehr weniger gegenseitige Verrechnungen vornehmen können als Großbanken oder Banken, die einem großen Verrechnungssystem angeschlossen sind. Deswegen sind kleine Banken im jetzigen System in einer schlechteren Position. In einem Vollgeldsystem wäre ihre Geldschöpfungsmöglichkeit derjenigen der Großbanken gleichgestellt, nämlich gleich null. Um sinnvolle Projekte zu fördern, braucht eine Bank wie die GLS-Bank keine Geldschöpfungskompetenz, sondern sie braucht ethisch orientierte Anleger. Das ist ja auch das Grundprinzip der GLS-Bank: Sie wirbt Gelder für bestimmte Projekte ein. Da Banken in einem Vollgeldsystem mit Monetative selbst kein Geld schöpfen können, wäre der Kontakt zwischen Geldanleger und geldverleihender Bank viel direkter als heute. Das würde den ethisch orientierten Banken ein weites Betätigungsfeld eröffnen, und das ohne den Wettbewerbsnachteil gegenüber großen Banken, den sie im jetzigen System hinnehmen müssen. Die Geldanleger selbst könnten so ein gemeinwohlorientiertes Geldsystem gestalten.

  105. 105

    ferner besteht in der problematik der jetzigen wirtschaftsordnung das sie teil einer größeren ordnung ist. d.h. politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche strukturen gehen ineinnader über, sodass mann nicht nur die wirtschaft im einzelnen, aber auch die an ihm gekoppelten dynamiken miteinbeziehen muss: zb. technikstand, bildungsstand etc. wollen wir eine besssere ordnung müssen wir die sonderstellung des geldes insofern verändern, dass wir neben ihm anderes geld miteinbringen und hinsichtlich der funktionalen position die wirtschaft ensprechend konstruieren. wir müssen wie die staatliche macht die machtzentralisierung des geldes beschneiden, indem wir funktionsabhängige geldsorten mit der staalichen struktur eben eine neue wirtschaftsstruktur uns ausmalen.

    nur ne idee.

  106. 106

    vorab: im laufe der geschichte der herrschaftsformen von den urvölkern bis jetzt lässt sich zusammenfassend sagen, dass mit zunehmender wirtschaftlicher tätigkeit einer gemeinschaft und komplexität des gesellschaftlichen zusammenlebens eben dieser gemeinschaft, eine immer größer werdende dringlichkeit einer staatlichen intervention bzw. ordnung dieses zusammenlebens bedurfte, sodass eine immer breitere streuung der staatlichen macht zur regulierung eben dieser gemeinschaft stattfand. an den monarchischen systemen von damals bis hin zur jetzigen parlamentarischen demokratie erkennt man, dass die aufgabenbereiche eines staates immer größer, seine funktionträger immer spezifischer (mit präziseren kompetenzen) wurden und die menschheit sich langsam abhebte von eindimensionalen herrschaftsprinzipien. von der einmannherrschaft bis jetzt nehmen immer mehr menschen an der politik und am “staat” teil. diese entwicklung schreitet immernoch voran. parlamentarische demokratie ist auch nicht das optimum. ich glaube, dass wir in puncto wirtschaft auch noch eindimensional denken.

    genauso wie es vor 500 jahren unmöglich war eine wirtschaft wie heute zu führen, können wir uns auch nicht die wirtschaft in 500 jahren vorstellen. aber warum? ganz einfach. unsere kommunikations-, verwaltungs- und transporttechnik unterscheidet sich von der vor 500 jahren und der in 500 jahren. will sagen der informationsfluss ist heute besser als damals. damit wir ein besseres wirtschaftssystem konstruieren können müssen wir zu allererst an unserer technik, besonders an der optimierung unseres informationsflusses arbeiten, damit eine permante wechselwirkung zwischen den für die wirtschaft wichtigen informationen aus der bevölkerung und der wirtschaft stattfindet, sodass wir eine dynamik in die wirtschaft einbauen, die sich nach eben diesen informationen richtet. wir könnten die bevölkerung hinsichtlich vieler dinge skallieren wie (alter, größe, masse, behinderung, was gelernt etc) und diese menschen in die wirtschaft entsprechend eingliedern.

    wir könnten die wirtschaft innerhalb eines landes splitten in unterschiedliche bereiche mit eigenen arbeits- und konsummärkten und eigenem GELD. d.h. wir hätten vielleicht sowas wie eine grundbedarfsbereich mit einer grundbedarfs montative (abgeleitet von judikative, exekutive usw.) die die geldmenge regelt je nach produktion und bevölkerung. jeder müsste statt wehrdienst (für militär und krieg) einen bestimmten zeitraum im jahr für die produktion arbeiten (bedarfsdienst) und bekäme übers jahr grundbedarsfgeld für diese produkte. es müsste eine internationales handelsGELD geben für die länder, ein staatliches GELD für gesundheitwesen oder so ähnlich. natürlich ist das jetzt alles nur oberfächlich dargestellt, detailiert habe ich das im kopf. ich denke wir müssen uns erheben von der eindimensionalen wirtschaftsweise mit nur einem geld und im grunde einem großen markt. wir müssen die wirtschaft in funktionen einteilen, einige teile verstaatlichen andere widerum nicht und diese irgendwie voneinander trennen, sei es durch gesetze oder durch mechanismen oder funktionsträger (am besten geld).

    was haltet ihr davon?

  107. 107

    Ein Gruß in die Runde :-)
    Auch hier wird die Diskussion um die Geldordnung und deren destruktive Komponenten bereits seit Wochen geführt.
    In der Höhle des Löwen. Im Blog „Chefsache“ des namhaften Wirtschaftsmagazin „Wirtschaftswoche“. Das öffentliche Bewusstsein um die Gefahren der bestehenden Geldordnung nimmt allmählich zu. Der Nebel um das Geld fängt an sich zu lichten.

    http://www.wiwo.de/blogs/chefsache/

    Klaus F.

  108. Hans-Joachim Wollenweber
    Dienstag, 8. Dezember 2009 15:41
    108

    ———————–
    Zitat Erhard Glötzl:
    Meine Ansicht über die falsche Darstellung der Giralgeldschöpfung sei zunächst an dem äquivalenten Beispiel der Schöpfung von Geld in Form eines “Wechsels” erläutert:
    Wenn Herr A auf einen Zettel schreibt:”Herr A schuldet dem Inhaber dieses Zettels € 1000″, dann schafft er analog wie die Banken eine Bilanzverlängerung einerseits durch eine Forderung (als Inhaber des Zettels) gegen sich selbst und andererseits eine Verbindlichkeit (als Schuldner) gegen sich selbst. Er Hat damit aber noch kein Zahlungsmittel bzw. Geld geschöpft. Der Zettel wird erst dann zum Zahlungsmittel, wenn er jemanden (z.B Herrn B) findet, der bereit ist, diesen Zettel als Zahlungsmittel zu akzeptieren und ihm dafür Waren im Wert von € 1000 zu geben. Das heißt, dass der Zettel erst dann zum Zahlungsmittel wird, wenn sich ein Gläubiger (z.B. Herr B)findet.
    —————————
    Wenn Herr A auf einen Zettel schreibt: ”Herr A schuldet dem Inhaber dieses Zettels € 1000″, dann kann Herr A zum einen ein Kreditnehmer und/oder ein Kreditgeber sein.

    Im ersteren Falle nehmen wir mal an gibt Herr A diesen Zettel Herrn B, weil er von B etwas kaufen wollte aber gerade keine 1000 Euro hatte. Dies wäre ein klassischer Privatkredit zwischen A (Kreditnehmer) und B (Kreditgeber) unter Nichtbanken. Hier wird grundsätzlich KEIN Geld geschöpft.

    Sehen wir Herren A in erster Linie als Bank und gibt Herr A den Zettel dann Herrn B weil dieser sich von Herrn C etwas kaufen möchte aber gerade kein Geld hat, so schafft Herr A in SEINER Bilanz analog wie die Banken eine Bilanzverlängerung durch JE EINE zusätzliche Forderung (über 1000 Euro virtuell)

    - (auf der Passivseite) des Herrn B gegen Herren A, von Herrn A auf Wunsch diese 1000 Euro auch in bar zu bekommen
    - (auf der Aktivseite) des Herrn A gegen Herrn B, bei Verwendung (ja selbst bei Nichtverwendung) dieser 1000 Euro durch Herrn B (entweder in bar oder bei Übertragung an Herrn C) diese 1000 Euro auch wieder von Herrn B zurückzubekommen. (+ Zins natürlich)

    Aber bereits bei der Übergabe des Wechsels an Herrn B WURDE zusätzliches VIRTUELLES Geld geschaffen, da unter dieser Betrachtung diese virtuelle auf dem Zettel notierte Zahl 1000 unter die Geldmenge M1 fällt. Die Geldmenge M1 IST somit um DIESE virtuellen 1000 Euro gewachsen. Es ist völlig egal, ob Herr B diesen Wechsel verwendet, um sich von Herrn A die 1000 Euro in bar geben zu lassen und damit Herrn C zu bezahlen oder den Wechsel selbst zahlungswirksam bei einem Kauf an Herrn C weitergibt. Erst bei Vernichtung des (oder besser EINES solchen) Zettels durch Herrn A nach Rückgabe durch Herrn B würde die Geldmenge um diese 1000 Euro wieder schrumpfen. Mindestreserve- und Eigenkapitalbetrachtungen noch nicht mit einbezogen.

    Hier will ich es noch ein wenig genauer darstellen.

    Herr A gibt also Herrn B den Wechsel (Kreditvergabe durch Herrn A an Herrn B). Banktechnisch hat also Herr B mit diesem Wechsel eine Forderung gegen Herrn A auf Herausgabe von 1000 Euro in bar auf Wunsch. Herr A (die Bank) hat eine Forderung von 1000 Euro gegen Herrn B.

    1. Gibt Herr B den Wechsel ohne Verwendung (+ Zinsen) zurück, wäre der Vorgang damit beendet.
    2. Herr B gibt den Wechsel Herrn C im Tauch gegen Ware. Jetzt hat Herr C den Wechsel. Herr B hat damit keine Forderung gegen Herrn A auf Herausgabe von 1000 Euro in bar mehr. Die hat jetzt Herr C. Herr A hat aber immer noch eine Forderung über 1000 Euro gegen Herrn B, die der noch erfüllen muss.
    3. Wenn jetzt Herr C den Wechsel bei Herrn A gegen Bares eintauscht, hat Herr C keine Forderung gegen Herrn A mehr. Herr A hat und hatte auch bisher keine Forderung gegen Herren C.
    4. Herr B holt sich von Herrn A die 1000 Euro in bar. Herr B hat nunmehr 1000 Euro in bar und keine Forderung gegen Herrn A mehr. Herr A hat aber immer noch eine Forderung über 1000 Euro gegen Herrn B, die der noch erfüllen muss. Mit den 1000 Euro in bar kauft Herr B bei Herrn C.
    5. In den Fällen von Punkt 2 und 4 muss Herr B noch die Forderung von Herrn A begleichen. Er hat jetzt weder einen Wechsel noch 1000 Euro in bar. Dazu muss er sich auf dem Markt erst 1000 Euro in bar oder einen dieser Wechsel besorgen oder erwirtschaften.

    In allen Fällen ist jeweils noch der Zins zu berücksichtigen.

    Sie haben insofern Recht, als das es dazu immer eines Kreditnehmers bedarf. Herr A kann so viele Zettel mit der Zahl 1000 Euro ausfüllen wie er möchte, wenn sich keine Herrn B finden, bleibt er auf seinen Zetteln sitzen.

  109. 109

    Gemeinwohlorientierte Geldschöpfung

    Hallo alle zusammen,
    In vielen Punkten stimme ich mit der Initiativ-Erklärung überein. Überzeugt bin ich aber bisher noch nicht, dass eine ausschließliche Geldschöpfung durch die öffentliche Hand der beste Weg zu einer gemeinwohlorientierten Geldschöpfung darstellt.
    Diese Einschätzung beruht auf folgenden Überlegungen:
    1.) Auch die öffentliche Hand kann mit gespöpftem Geld Dinge tun, die nicht dem Gemeinwohl förderlich sind. So z.B. Spekaluation der Landesbanken, Cross Border leasung oder unnötige Renoome projekte, die Verluste bringen, wie die nie realisierte Chipfarbrik Frankfurt/Oder oder die Lausitzring Rennstrecke.
    2.) Es gibt Banken, die ihre Geschäftspolitik dem Gemeinwohl und der Nachhaltigkeit ausrichten. Nehmen wir das Beispiel der GLS-Bank, die seit den 70er Jahren die gesamte Wertschöpfungkette vom Biolandbau, Verabeitungsbetrieben, Grohändler bis zum Bioladen unterstützt.
    Die GLS-Bank konnte dies dank selbst geschöpften Kreditgeldes wesentlich effektiver tun als in einem Vollgeld-Regime. Und dies schon zu Zeiten wo die öffentliche Hand die gesamte Biolandbau / Ökobewegung für Spinner gehalten hat…

    Die Vertreter der Monetative bitte ich darum folgenden Änderungsvorschlag zum Vollgeld Konzept zu kommentieren:

    Die Zentralbank legt monatlich die Summe des maximal neu zu schöpfenden Giralgeldes fest. Diese Gesamtsumme wird auf drei Sektoren herunter gebrochen:
    - Öffentlicher Sektor
    - Dem Gemeinwohl verpflichtete Banken
    - Klassische Geschäfftsbanken
    Der öffentliche Sektor kann das Geld direkt durch Ausgaben schöpfen.
    Banken müssen Gebote bei der Zentralbank abgeben um Geld zu schöpfen und sind dabei an ihr Eigenkapital gebunden. Wenn mehr Gebote abgegeben werden als im Schöpfungsrahmen zur Verfügung steht, gehen die Banken mit dem niedrigsten Gebot leer aus. Der im Gebot enthaltene Aufschlag zur geschöpften Geldmenge entspricht der Seignorage, die über die Zentralbank wiederum der Allgemeinheit zugute kommt.
    Klassische Geschäftsbanken müssen geggenüber dem gemeinwohlorientierten Banken grundsätzlich einen Aufschlag zur Geldschöpfung zahlen. Da es einen reservierten Sektor der Geldschöpfung für gemeinwohl orientierte Banken gibt, können diese nicht von den klassischen Geschäftsbanken überboten werden.

    Aus meiner Sicht lässt sich dieser Ansatz mit der Idee des Vollgeldes realisieren, in dem das Geld auf dem Girokonto aus der Bank Bilanz heraus genommen wird und dem Kunden gehört.

    Als Vorteil dieses Konzeptes sehe ich einen besseren Übergang vom heutigen System zum Vollgeld Regime und bessere Möglichkeiten die Genosenschaftsbaken und Sparkassen mit iins Boot zu holen.

  110. 110

    Antwort zum Kommentar von Herrn Karwat am 26. November:

    1. Um jedem Missverständnis vorzubeugen möchte ich zu Beginn festhalten, dass ich die Ziele von Monetative für richtig halte und voll unterstütze.

    2. Um die Notwendigkeit von Monetative zu begründen, ist allerdings die immer wieder angeführte Darstellung der Giralgeldschöpfung durch die Geschäftsbanken in keiner Weise notwendig.

    3. Leider ist die Darstellung über die Giralgeldschöpfung nicht korrekt, vor allem aber ist sie irreführend (”Buchhaltungstrick”)und damit für die Idee von Monetative meiner Ansicht nach nicht behilflich sondern eher schädlich.

    4. Meine Ansicht über die falsche Darstellung der Giralgeldschöpfung sei zunächst an dem äquivalenten Beispiel der Schöpfung von Geld in Form eines “Wechsels” erläutert:
    Wenn Herr A auf einen Zettel schreibt:”Herr A schuldet dem Inhaber dieses Zettels € 1000″, dann schafft er analog wie die Banken eine Bilanzverlängerung einerseits durch eine Forderung (als Inhaber des Zettels) gegen sich selbst und andererseits eine Verbindlichkeit (als Schuldner) gegen sich selbst. Er Hat damit aber noch kein Zahlungsmittel bzw. Geld geschöpft. Der Zettel wird erst dann zum Zahlungsmittel, wenn er jemanden (z.B Herrn B) findet, der bereit ist, diesen Zettel als Zahlungsmittel zu akzeptieren und ihm dafür Waren im Wert von € 1000 zu geben. Das heißt, dass der Zettel erst dann zum Zahlungsmittel wird, wenn sich ein Gläubiger (z.B. Herr B)findet.

    5. Übersetzt auf die Giralgedschöpfung der Geschäftsbanken heißt dies: Wird bei der Kreditvergabe sofort der Kreditrahmen als Bilanzverlängerung gebucht, so spricht man von der “englischen Buchungsmethode”, welche die heute übliche ist. Wird erst bei der tatsächlichen Inanspruchnahme des Kredits gebucht, spricht man von der (heute nicht mehr üblichen) “kontinentalen Buchungsmethode”. Inhaltlich sind natürlich beide Buchungsmethoden korrekt. Die englische Buchungsmethode erweckt nur den Eindruck, dass Banken in dieser Weise die Bilanzen in beliebigerweise erhöhen können, was zu den besprochenen Missverständnissen führt. Wenn nämlich der Kreditnehmer mit seinem Sichtguthaben Waren bei derr Firma B kauft, dann schreibt die Firma B im bargeldlosen Zahlungsverkehr : “Bitte überweisen sie mir den Betrag X auf mein Konto”, das heißt sie drückt wie Herr B im vorigen Beispiel aus, dass sie bereit ist, anstelle von Bargeld eine Forderung auf Bargeld (nämlich das Sichtguthaben) zu akzeptieren und damit wie Herr B Gläubiger zu werden. Dabei ist es völlig unerheblich ob die Firma B ihr Konto bei derselben Bank oder einer anderen Bank hat.

    6. Fazit: Sichtguthaben sind Forderungen auf Notenbankgeld. Jede Forderung hat naturgemäß einen Gläubiger. Sichtguthaben (Giralgeld) kann es daher immer nur in der Höhe geben, als jemand bereit ist, in dieser Höhe als Gläubiger einzutreten. In der Fachsprache spricht man dabei von “Refinanzierung”. Diese Refinanzierung kann nur durch Einlagen passieren, dh. in der Regel durch Einlagen der Sparer, daneben noch durch Eigenkapital der Bank (Einlagen der Eigentümer) und durch die Notenbank.

    7. Der 1. Hauptsatz der Vokswirtschaftslehre lautet: Die Summe aller Schulden ist stets gleich hoch wie die Summe aller Guthaben. Allein daran erkennt man, dass der Eindruck trügt, wenn man glaubt, dass Banken ohne Refinanzierung Kredite vergeben könnten. Mehr zum Thema findet man auf meiner homepage http://sites.google.com/site/gloetzlerhard/ oder speziell zur Giralgeldschöpfung: “2006 Verwirrungen um die Giralgeldschöpfung durch Geschäftsbanken”

  111. 111

    Zu den Fragen von Karl-Heinz Braun:

    -Abstimmung zwischen Legislative/Exekutive/Monetative:
    Die Legislative definiert den gesetzlichen Rahmen der Monetative. Die Monetative bleibt aber bei Ausführung ihrer Geldpolitik und insbesondere bei der Festlegung der Geldmenge unabhängig von Legislative und Exekutive. Die Exekutive erfährt durch Mitteilung der Monetative, mit welchen Zuweisungen sie rechnen kann. Da öffentliche Haushalte jährlich aufgestellt werden, wären jährliche Prognosen sinnvoll (ähnlich vielleicht den Steuerschätzungen, die ja manchmal auch von den tatsächlichen Steuerzahlungen abweichen). Die Seigniorage-Zuweisung würde laufend erfolgen, also z.B. in Raten alle 2 Wochen.
    -Devisenhandel:
    Auch ein Geldsystem mit Monetative wäre den Schwankungen der Geldmenge durch Wechseln von ausländischen Devisen ausgesetzt. Darauf kann die Monetative mit einer Anpassung der Seigniorage reagieren, aber auch mit bereits heute bestehenden Instrumenten wie z.B. Offenmarktpolitik (An- und Verkauf von Wertpapieren), mit denen Geld kurzfristig aus dem Verkehr gezogen werden kann.
    -Stabilität der Bankbilanzen/ progressive Umstellung
    Am Tag der Umstellung ändert sich bei den Bankbilanzen nur, dass die Sichtguthaben zu Verbindlichkeiten an die Zentralbank werden (statt Verbindlichkeiten an die Kunden). Erst bei zukünftigen Kreditvergaben ändert sich für die Banken etwas, denn sie müssen sich das Geld für die Kreditvergabe erst bei Anlegern und auf dem Geldmarkt besorgen, bevor sie den Kredit vergeben. Wenn die Banken in der Umstellungsphase zu wenig Geld zur Verfügung haben sollten, um neue Kredite zu vergeben, könnte die Zentralbank (oder das Finanzministerium) ihnen neues Geld als verzinslichen Kredit zur Verfügung stellen und so in Umlauf bringen. Das hätte allerdings den Nachteil, dass weniger Geld als zinslose Zuweisung an den öffentlichen Haushalt in Umlauf käme. Würden erhebliche Liquiditätsengpässe der Banken auftreten, wäre eine solche allmähliche Umstellung allerdings möglich (siehe auch unter Texte: Klaus Karwat: Vom fraktionalen Reservesystem zur Monetative – eine Darstellung in Bilanzform).

  112. 112

    ein bischen kommt mir das hier vor wie ein radiobauer der versucht 2010 das ultimative röhrenradio zu bauen.
    transistoren - will ich nicht
    dioden -kenn ich nicht
    ohne eine schlüssige und lalgemein anerkannte geldtheorie wird die monetative immer anfechtbar bleiben
    und das zu recht

  113. 113

    Guten Abend,

    an dem Tag, an dem die monetative Geldordnung in Kraft tritt, werden große Teile der Bankenbilanzen “ausgelagert”. Wird es dann nicht für viele Banken ein Jammern und Zähneknirschen geben? Sind die Bankenbilanzen eigentlich gesund genug für diesen Schritt? Oder gibt es eine Möglichkeit diesen Schritt progressiv zu gestalten?

    MfG
    K.-H. Braun

  114. 114

    Ist zwar im Moment wenig los, aber kann nicht schaden auf die Diskussion in einem allgemeinen Forum hinzuweisen:

    http://politik-forum.eu/viewtopic.php?f=4&t=13957

    Was meine Überzeugung vom Monetative-Ansatz unterscheidet, ist nicht nur der weitergeführte Kreditstatus bei der Monetative, sondern auch die Forderung nach Nullinflation. Die ~2% die wir haben sind nicht wirklich ein Problem für DM und € gewesen. Die Guthabenzinsen sind bei Nullinflation aber höher, d.h. es gibt einen Gewinn für Verleiher. Im Moment gibt es für ein Sparbuch kaum höhere Zinsen als die Inflation, d.h. Geld ist im sozialen Sinne neutral, und so sollte es bleiben.

  115. 115

    Guten Tag,
    wie findet die Abstimmung bezüglich des Staatshaushaltes zwischen Legislative, Exekutive und Monetative statt? Wie erfährt die Regierung wieviel des jährlich neu geschöpften Vollgeldes sie ausgeben darf ?
    MfG
    K.-H. Braun

  116. 116

    Guten Tag.
    Was geschieht mit der Geldmengenregulierung wenn beachtliche Teile einer Währung über den Außenhandel in die Devisenreserven anderer Länder gelangt?
    Wie kann ein Währungsraum, der die Monetative eingeführt hat, sich vor einem plötzlichen Rückfluss (oder vor der Drohung damit) bedeutender Geldmengen schützen?
    K.-H. Braun

  117. 117

    Zum Beitrag von Erhard Glötzl:

    Nochmal zum Thema Geldschöpfung: Eine Bank kann „Einlagen“ auch selbst kreieren, indem sie bei einer Kreditvergabe auf der Aktivseite ihrer Bilanz Kreditforderungen aufnimmt und diese auf der Passivseite mit neu geschaffenen Sichtguthaben (= sofort fällige Verbindlichkeiten auf Auszahlung von Geld) ausgleicht. So schöpfen Geschäftsbanken über einen einfachen Buchhaltungsvorgang (manche sagen Buchhaltungstrick) unbares Geld in Form von Sichtguthaben. Diese Sichtguthaben sind zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber trotzdem das heute am häufigsten verwendete Geld. Bei der Zentralbank refinanzieren muss die Bank nur einen kleinen Teil dieses Geldes, daher die Bezeichnung „fraktionales Reservesystem“ für unser Geldsystem. Eine Refinanzierung kann notwendig werden, wenn Kunden Überweisungen an andere Banken tätigen oder Barabhebungen vornehmen. Der Großteil der Überweisungen an andere Banken wird im Clearing-Verfahren gegeneinander verrechnet, sodass nur viel kleinere Beträge tatsächlich in Zentralbankgeld überwiesen werden müssen. Große Banken oder Bankengruppen können mehr solche Verrechnungen vornehmen als kleine Banken, weswegen sie mehr Spielraum zur eigenen Geldschöpfung haben. Die Verwendung von Bargeld nimmt mehr und mehr ab, auch dies erhöht den Spielraum der Banken bei der Geldschöpfung. Es ist die zentrale Forderung der „Monetative“, dass diese Banken-Geldschöpfung unterbunden wird (siehe Initiativerklärung). Deswegen halten wir es für sehr wichtig, diesen Vorgang genau zu verstehen.

  118. 118

    Zur Frage von Thorsten L. zur Steuerung der Geldmenge:

    Es wird Aufgabe des Expertenstabs der Monetative sein, die Geldmenge zu steuern. Was die beste Methode zur Ermittlung der “richtigen” Geldmenge ist, hängt vom jeweiligen Stand der Wissenschaft ab, und auch von den gesetzlichen Zielvorgaben, die einer Monetative vom Parlament gegeben werden. Wenn neues Geld im Umlauf gebracht wird, ist das ja immer auf die wirtschaftliche Zukunft bezogen, weswegen auch Zukunftsprognosen teil des Entscheidungsprozesses sein werden. Wichtig ist, dass eine genaue Kontrolle der Geldmenge durch die Monetative überhaupt erst möglich wird, was fatalerweise heute nicht der Fall ist.

  119. 119

    Eine Bank muss sich bei jeder Kreditvergabe über Einlagen refinanzieren. Das kann entweder eine Einlage von Sparern sein oder eine Einlage der Notenbank sein. Da die Notenbank gegen entsprechend hohe Zinsen in der Regel immer bereit ist,die Banken zu refinanzieren, entsteht der Eindruck, dass die Banken in beliebiger Höhe Kredite ohne Einlagen von Sparern schöpfen können. Tatsächlich wird diese Kreditausweitung durch die Geldpolitik der Notenbank gesteuert. Soweit sich die Banken dementsprechend nicht bei der Notenbank refinanzieren können oder aus Kostengründen nicht wollen, müssen sie sich über Spareinlagen (bzw. Anleihen usw.) refinanzieren.
    Der Streit zwischen Helmut Creutz auf der einen Seite und denen, welche die Giralgeldschöpfung der Banken im Vordergrund sehen, ist daher meines Erachtens mehr ein semantischer als ein inhaltlicher.

  120. 120

    Zitat Karwat:
    (weitere Erläuterung siehe auf dieser Webseite unter Texte: Klaus Karwat: „Vom fraktionalen Reservesystem zur Monetative - eine Darstellung in Bilanzform“)
    ——————————————-

    Ich habe mir den Text mal durchgelesen. Darin schreiben Sie, Herr Karwat, folgendes: “Der prozentuale Zuwachs der Geldmenge müsste in etwa dem prognostizierten Wirtschaftswachstum entsprechen, damit es nicht zu inflationären oder deflationären Tendenzen kommt.” (Seite 11).

    Wäre es nicht sinnvoller erst nach dem Eintreten der jeweiligen Tendenz zu reagieren, anstatt sich im Voraus auf Prognosen zu verlassen? Diese sind schließlich je nach Institut unterschiedlich und können sich auch allesamt völlig irren, wie man an der derzeitigen Krise sieht. Und wenn man dann feststellt, dass die Prognose falsch war und man darauf aufbauend zu viel oder zu wenig Geld in Umlauf gesetzt hat, geht das Nachbessern los. Doch vielleicht hat die Regierung, der das neugeschöpfte Geld anvertraut wurde, dieses bereits ausgegeben und kann gar nicht mehr so leicht einen Teil davon zurückzahlen, wenn dies nötig wäre.

    Ich bin jedenfalls sehr skeptisch, was die Verlässlichkeit dieser Prognosen angeht und sehe Probleme damit einhergehen.

    Besser wäre es meiner Meinung nach erst abzuwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt, und dann zu reagieren. Es stellt sich jetzt natürlich die Frage, in welchen Abständen Inflation und Deflation berechnet werden können. Lässt sich dies für einen Monat oder erst für ein halbes oder ein ganzes Jahr rückblickend sehr genau bestimmen? Wenn es jährlich wäre, so würde man immer die Inflation bzw. Deflation des zurückliegenden Jahres nachträglich ausgleichen. Das hat natürlich den Nachteil, dass man der wirtschaftlichen Entwicklung immer ein Jahr hinterherlaufen würde. Aber wäre das so schlimm? Das Ergebnis wäre, dass man über die Jahre hinweg ein paar wenige Prozente um das angepeilte Preisniveau schwankt und das wird sich ohnehin nicht völlig verhindern lassen. Außerdem würde sich die Problematik verringern, so wie man in der Lage ist die wirtschaftlichen Tendenzen in kürzeren Intervallen als einem Jahr nachträglich zu korrigieren.

    Daher meine Frage: Warum wollen Sie die Steuerung der Geldmenge abhängig von mehr oder weniger fragwürdigen Prognosen machen, anstatt sich auf die viel genauere rückblickende Ermittlung des Wirtschaftswachstums zu verlassen? Oder ist das nachträgliche Erfassen des Wirtschaftswachstums vielleicht gar nicht genauer als die Prognose?

  121. 121

    Zur grundsätzlichen Diskussion um die Geldschöpfung:
    Alles unbar umlaufende Geld wird bei den Banken als sofort fällige Verbindlichkeit verbucht, und zwar als Verbindlichkeit auf Auszahlung von gesetzlichem Zahlungsmittel. Die Bezeichnung für diese Verbindlichkeit lautet Sichteinlagen oder besser Sichtguthaben (auf „Sicht“, also sofort fällig). Der größte Teil dieser Verbindlichkeiten entsteht nicht durch Einzahlung von Bargeld, sondern durch Kreditvergaben der Banken. Der Verbindlichkeit auf Auszahlung von Bargeld wird dann auf der Aktivseite der Bankbilanz kein Bargeld mehr gegenüber gebucht, sondern eine verzinsliche Kreditforderung. Die Banken können durch einen solchen doppelten Buchhaltungseintrag also selbst Geld schöpfen, das zwar kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, aber trotzdem wie Geld verwendet wird. Dazu brauchen sie aber jemanden, der einen Kredit aufnimmt. Wer sich klar macht, dass heutiges unbares Geld nur eine Verbindlichkeit der Banken auf Auszahlung von gesetzlichem Zahlungsmittel darstellt und in den Bankbilanzen auch so verbucht wird, kann die Geldschöpfung der Banken nicht mehr ignorieren (weitere Erläuterung siehe auf dieser Webseite unter Texte: Klaus Karwat: „Vom fraktionalen Reservesystem zur Monetative - eine Darstellung in Bilanzform“)

  122. 122

    @Hägar der Schröckliche

    Zitat Hägar der Schröckliche: „Sein Argument ist, dass die Privatbank nicht einfach aus dem Nichts heraus Dir 100 € auf Dein Konto schreiben kann - sondern das kann sie nur tun, wenn sie auch Einlagen in Höhe von 100 € hat!“

    Die 100€ Einlage sind nur der benötigte Sockel, um weiteres Geld zu schöpfen

    Lesen Sie hier nach, wo es gut beschrieben ist.
    http://liebeangelamerkel.foren-city.de/topic,11,45,-geldschoepfungsprozess.html#543

    Gruß, Justus

  123. 123

    jetzt wo die geldforderung vom geld als prinzipiell schädlich erkannt ist sollte man sich gedanken machen was z.b.der zins eigentlich ist.um vieleicht seine schädliche wirkung zu vermindern.
    er stellt eine forderung nach geld da die sich auf eine bestimmte menge geld,und zeit bezieht
    wie setzt sich der kreditzins zusammen.
    1.sparzins
    2.sicherheit
    3.lohn für die bank
    punkt 3 darf man als dienstleistung ansehen - die bank wird lohnemfänger.das geld für die gesamtheit aller banken muss im system bereitgestellt werden.

    lohn für die bank wird dem zins ausgegliedert

    punkt 2 sicherheit vor ausfällen darf als ein topf angesehen werden in den alle banken einzahlen
    nach statistischen erwägungen.( geld muss im system bereitgestellt werden)

    wird dem zins ausgegliedert

    punkt 1 beim sparzins bewege ich mich auf dünnem eis
    aber ich glaube wenn man geld aus dem nichts schöpft gibt es nur 1/10 sparer

    der restkreditzinszins wird um 9/10 eingekürzt.

    es geht nicht darum bankvergütungen zu senken,sondern die verknüpfung von p3,p2,und dem zins aufzulösen

    ich hoffe mein denkansatz ist richtig und auch verstanden worden.

    von renditen weiß ich nichts.

  124. Hägar der Schröckliche
    Freitag, 13. November 2009 23:52
    124

    @ Curleyservice am Mittwoch, 11. November 2009 14:04

    Nein, da hast Du meine Quellen nicht gelesen, so einfach macht sich Creutz das nicht: Sein Argument ist, dass die Privatbank nicht einfach aus dem Nichts heraus Dir 100 € auf Dein Konto schreiben kann - sondern das kann sie nur tun, wenn sie auch Einlagen in Höhe von 100 € hat! Und wenn man dann die vergebenen Kredite und die Einlagen zusammenrechnet (man muss beide Seiten der Bilanz einbeziehen), hat eben keine Geldschöpfung stattgefunden. Bitte lies doch mal meine Quellenangaben nach.
    Gerade von den Initiatoren dieser Seite wäre mir eine seriöse Argumentation wichtig, denn Ihr Anliegen finde ich lobenswert und unterstützenswert - aber es muss einwandfrei fundiert sein, damit Sie es in der “Öffentlichkeit draußen” auch durchhalten können und sich nicht beim erst besten Banker blamieren.

  125. 125

    man muß schon sehr mit den eigenschaften des geldes verwachsen um bei vollgeld auf einen inflationszwang zu kommen
    der kick ist das z.b.eine friseurin eine nachfrage nach geld darstellt->es im system muß eine gewisse menge geld vorgehalten werden
    fällt diese friseurin dauerhaft aus muss dieses geld wieder abgezogen werden
    (im geldnebel gleicht sich natürlich alles weitgehend aus)
    anders ist das bei geld für geld(zins,rendite)
    zinsen können im schuldgeldsystem nicht dauerhaft ausgeglichen werden.was eine ewige exp.wachsende nachfrage nach geld darstellt.->umverteilung von arm nach reich
    um die leute bei kauflaune zu halten muss die verschuldung im sysen erhöht werden damit auch der kleine mann wieder geld zur verfügung hat
    beim vollgeld würde man bei ansteigender verarmung geld nachdrucken müssen, was bei zu kleinem wachstum eine infation zur folge hätte
    diese inflation wirkt sich entspannent aus, weil forderungen vernichtet werden aber auch guthaben die zu forderungen führen.der habenichts verliert am wenigsten.(vernichtet oder entwertet)
    das sind in extremfällen gute gründe die geldmenge zu erhöhen

    ich denke man kann erkennen nicht die geldart sondern die forderung nach geld aus geld ist problematisch

    ich will weit vorwegnehmen das ich mir vorstellen könnte alle erträge aus geld in eine fremdwährung zu überführen,diese währung währe ein vollgeld und würde ständig in der inflation ertrinken die sie selbst hervoruft.es währe ein schnödes geld auf das man sich nur einläßt wenn nichts anderes zur verfügung steht

    aber jeder könnte sehen was zinsen wirklich wert sind

  126. 126

    Zur Frage von maulbeerenmus und der Antwort von Thorsten L.: Thorsten L. hat recht: Die Monetative wäre in der Lage, Inflation wesentlich effektiver zu bekämpfen als heute, weil sie die Geldmenge direkt kontrollieren kann. Die Zinsproblematik wird durch unseren Vorschlag nur insofern berührt, als dass beim Geldschöpfungsvorgang keine Zinsen mehr erhoben werden. Zinsen wären also keine dem Geld schon bei “Geburt” verliehene Eigenschaft mehr und würden außerdem nicht mehr von der Zentralbank zur indirekten Steuerung der Geldmenge missbraucht, wie es heute der Fall ist.

  127. 127

    @Hägar der Schröckliche

    Natürlich hat Her Kreuz insofern Recht als dass die GB kein offizielles Zahlungsmittel schöpfen dürfen. Die ZB druckt, der Staat prägt ( Münzrecht). Der Hammer hängt im System. Gie GB schöpfen Giralgeld !!. Wir benutzen es wie ZB Geld, der Staat nimmt es (Steuern), jeder braucht es…; Giralgeld ist kein Gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist von Privaten Unternehmen mit Lizenz ( Banken vgl. Banklizens) umlaufendes Geld. Hier setzt die Monetative sehr vernünftig an, indem das Giralgeld als ZB Geld definiert wird. Somit kann nur die ZB schöpfen. Herr Kreuz blendet dieses System aus.
    gruss

    Curley

  128. Hägar der Schröckliche
    Sonntag, 8. November 2009 21:50
    128

    Frage an die Autoren dieser Seite:

    Ihre ersten beiden Hauptforderungen sind:

    1. die Wiederherstellung des staatlichen Vorrechts der Geldschöpfung
    2. die Beendigung jeglicher Bankengeldschöpfung

    Nun behauptet jedoch ein gewisser Helmut Creutz, der auch von Bernd Senf hochgelobte Vordenker der Freiwirtschaftler, mit sehr guten Argumenten, dass es die Geldschöpfung privater Banken gar nicht gebe - dieses sei ein weit verbreitetes Missverständnis. Damit zieht er Ihrer Argumentation den Boden unter den Füßen weg.

    Quelle: Das Geldsyndrom, Ausgabe 2001/ 2003, Seiten 236-249. Oder in der älteren pdf-Version (online frei erhältlich): Seiten 74-78.

    Hat er recht, oder Sie, oder gibt es da keinen Widerspruch? Und wenn er recht hat, welche Konsequenzen müsste dieses für Ihre Forderungen haben?

  129. 129

    @Thorsten L.
    wie ich schon mal “sagte” weiß ich nichts von wirtschaft,aber ich denke technisch abstrakt was eine gute möglichkeit ist nicht faßbare zusammenhänge zu verstehen
    ich will sagen ich denke beim schreiben und bin selber gespannt was sich ergibt

    mein antrieb ist nicht wieder mal was einzuführen was nicht bis ins kleinste ausphilosophiert ist

  130. 130

    @maulbeerenmuss
    Ich verstehe nicht ganz, wie Sie darauf kommen, dass das Vollgeld zu Inflation führt. Im (hier vorgeschlagenem) Vollgeldsystem kann doch eben nicht einfach Geld gedruckt werden. Die Geldmenge orientiert sich im Vollgeldsystem am Wirtschaftswachstum, wenn ich das richtig verstanden habe. Wächst die Wirtschaft nicht, so wächst auch schlicht die Geldmenge nicht. Das, was Sie beschreiben, würde meiner Meinung nach nur eintreten, wenn man die Geldmenge am Zinssatz orientieren würde und dann auch nur, wenn der Zinssatz über dem Wirtschaftswachstum liegt.

    Wenn also innerhalb des Wirtschaftskreislaufs durch den Zins ein Problem entsteht, so hat die hier vorgeschlagene Monetative nicht die Verantwortung dieses zu beheben. Das ist gar nicht ihr Aufgabenbereich. Sie soll nur verhindern, dass dem Wirtschaftskreislauf von außerhalb dieses Kreislaufes bei der Einfuhr des Geldes in das System nicht sofort Zins und Tilgung aufgebürdet werden.

    Das ist natürlich nur mein Verständnis der Sache. Man korrigiere mich bitte von offizieller Seite, wenn ich das falsch sehe.

  131. 131

    man sollte mal überlegen was geld eigendlich ist(nur die eigenschaften ohne regeln ohne körper)
    geld könnte die erinnerung an einen geschäftsabschluß sein
    ich tausche ein schwein gegen ein fahrad
    geschäft abgeschlossen ich merke mir nichts.
    ich tausche ein schwein gegen einen tretroller und ein huhn,habe aber das huhn nicht dabei-ich beschrifte einen zettel mit 1.huhn und unterschreibe
    mein tauschpartner kann jetzt jedem diesen zettel vorlegen und mit dem hinweis mit diesem zettel bekommst du ein huhn von X und kannst dafür vieleicht 10 eier kaufen
    bei beiderseitigem vertrauen ist das die eigenschaft von geld

    man könnte sich vorstellen
    1 schwein =10 huhn = 100 eier
    um kleine preise zahlen zu können beschrifte ich alle scheine mit “eier”
    wenn alle einheiten gleich sind darf ich sie weg lassen.
    nur weil es verschiedene währungen gibt braucht geld eine einheit

    hat geld einen wert?
    bei reinem geld nur den tauschwert
    die scheine sind nur noch mit zahlen beschriftet und die erinnerung an eier ist längst verblast
    jetzt entsteht eine neue eigenschaft-das geld hat nun einen variabelen preis
    die menge und nützlichkeit der waren wird mit der meng und nützlichkeit des geldes verglichen-das heißt wenn viele waren gegen waren getauscht werden verliert das geld z.b. seinen tauschwert
    was ist der wert- meiner meinung nach? nützlichkeit.
    der preis des geldes drückt angebot und nachfrage aus und hat keinen wirklichen bezug zum wert
    nachfrage nach geld erzeugt die wahre und umgekehrt .der wunsch nach geld ist der bedarf

    als nächstes fange ich an geld zu horten(verschatzen).daraus ergibt dich eine neue eigenschaft - das geld wird knapp und ich habe die moglichkeit von leuten die geld brauchen zins zu erpressen(mehrwert).
    die tatsache das ich alte scheine gegen neue verlustfrei tauschen kann erzeugt goldeigenschaften

    ich denke man kann sehen das regeln geld verändern und man kann jetzt schon ahnen das das geld eine bestimmte wirtschaftsform erzwingt
    daraus entnehme ich ,wir haben primer keine wirtschaftskriese sondern eine geldkriese

    kapitalismus
    ich gehe zum bäcker und kaufe für 5,5X brötchen.ich bezahle aber nicht sondern verabschiede mich mit dem hinweiß das ich “ich habe 200x zu 10% angelegt und zahle dir in einem jahr 6,6x” bei vertrauen ->schuldschein - und schtüß
    dieses geld kann man bei vertrauen zur zahlung an dritte benutzen(vorstufe schuldgeld)

    das bedeutet ja wohl ich bezahle mit zeit und hoffe auf eine gedeckte! geldvermehrung
    zins erzeugt eine forderung(nachfrage nach geld). im gesammtsystem vermehrt sich nichts
    die allgemeinheit hat weniger geld (deflation oder auch nur verarmung(da bin ich mir noch nicht schlüssig,weil in der funktion keine null vorkommt))um das wenigstens auf zeit auszugleichen braucht man im schuldgeldsystem eine neuverschuldung.beim vollgeld kann geld “nachgedruckt” werden(inflation)
    prinzipiell ist dieses geld nicht gedeckt
    geld macht auch heute nur sinn wenn “reale sachgüter?” gegenüberstehen
    das zauberwort wirtschaftswachstum für mehr geld.
    wachstum haben wir innerhalb deutschlands schon lange nicht mehr genügend
    mindestwachstum% (auf dauer)=geldvermehrung in % - inflation

    daraus schließ ich, schuldgeld führt zu verschuldung des systems vollgeld zur infation

    möglicher ausweg
    die geldeigenschaften ändern

  132. 132

    fortsetzung Freitag, 23. Oktober 2009 20:51
    ähnliches gilt für den zinssatz der bundesbank
    ein niedriger zinsatz ermutigt banken kredite aufzunehmen
    was machen mit dem geld?

    kredite an realw. vergeben-ermöglicht geldwirtschaft

    wenn das zu riskant ist staatspapiere kaufen-ermöglicht billige kredite für den staat

    oder in den aktienmarkt investieren -erzeugt forderungen,die eine nachfrage nach geld darstellen(deflation)
    wie durch billiges zentralbankgeld eine inflation entstehen könnte ist mir ein rätsel
    meiner meinung nach kann im schuldgeldsystem eine inflation nur durch gehortetes geld entstehen.
    das schuldgeldsystem ist abgesehen
    vom zins und sättigungsgrad der wirtschaft eine selbstreguliermde sache

    für vollgeld müssen regulative regeln eingeführt werden
    (ich möchte darauf hinweisen das ich keine ökonomische ausbildung erlitten habe und alles meine pers.meinung ist)

  133. 133

    Zur Frage “Monetative oder Austrian Banking”:

    Das sogenannte “Free Banking” halten wir von der Monetative für einen Irrweg. Die Geldordnung ist ein fundamentaler Bestandteil der Rechtsordnung, und die Rechtsordnung darf in einem demokratisch-marktwirtschaftlichen System nicht privatisiert werden! Es darf weder Privatgerichte noch private Geldschöpfung geben, sonst droht eine Art feudale Gesellschaft mit feudalen Privilegien. Unser derzeitiges Geldsystem ermöglicht solche Privilegien, siehe Gehälter der Bank-Manager, weil die Geldschöpfung zu einem Großteil privatisiert ist. Dies wollen wir korrgieren: Die Geldschöpfung soll verstaatlicht werden, nicht jedoch die Banken selbst. Das schützt die Banken vor Verstaatlichung, und den Staat vor Erpressung durch die Banken. Der Missbrauch der Geldschöpfung durch den Staat soll dadurch verhindert werden. dass die “Monetative” so unabhängig von den anderen staatlichen Ebenen gestellt wird wie die Gerichtsbarkeit.

    Klaus Karwat

  134. 134

    ich halte die monetative für wichtig,aber halbherzig und deshalb gefährlich.
    zinsen erzeugen beim vollgeld eine forderung - also zuweinig geld (deflation)
    drucke ich geld nach können die zinsforderungen ausgeglichen werden,aber ich habe mehr geld im system
    wofür eigendlich
    wo ist der bezug zu wachstum pos.wie neg.
    ich erinnere an peakoil

  135. 135

    Liebe Monetative,
    mich würde interessieren, warum ihr nach der Analyse der Missstände im Geldschöpfungsprozess weiterhin ein System vorschlagt, in dem Geldschöpfung ein staatlich durchgesetztes Monopol ist. Außerdem wird es dem Staat ermöglicht eigene Vorhaben und Versprechungen direkt von der Druckerpresse zu finanzieren. Für die Stabilität einer solchen monetativen Währung sehe ich mittel- bis langfristig dieselben Probleme wie aktuell. Der Monopolist hat einen Anreiz die Geldmenge auszuweiten und das im Umlauf befindliche Geld damit zu entwerten.

    Wie seht ihr dazu die Alternative des FreeBanking, das von den Austrian Economics, u.a. auch von Ron Paul vertreten wird? Was sind eurer Meinung nach dessen Nachteile?

  136. 136

    Hallo Thorsten Louis
    Ihr Kommentar vom Samstag, 10. Oktober 2009 ist sehr lesenswert.

    Unter dem Link
    http://liebeangelamerkel.foren-city.de/index.php

    sind eine Reihe weiterer Beiträge zum Thema Geld und alternative Geldsysteme zu finden. Ihr Beitrag würde sich dort gut machen.
    Gruß

  137. 137

    Zitat ralphon

    Die Frage wurde bei uns im Forum auch gelegentlich gestellt, aber ich halte es für unwahrscheinlich, daß so ein Fall jemals eintritt.
    ——————————-

    Ich sehe das ganz ähnlich. Allerdings würde ich es auch für naiv halten, diesen Fall kategorisch auszuschließen und ihn daher gar nicht zu beachten. Die Monetative soll ja eine Einrichtung sein, die Bestand hat, und wer weiß auf welche wie auch immer aus heutiger Sicht unvorstellbare Situation sie vielleicht eines Tages reagieren muss.

    Abgesehen davon sollte man auch an die Situation denken, dass die Monetative irgendwann mal öffentlich als Idee diskutiert wird. Stellen Sie sich vor Herr Huber sitzt in einer Talkrunde mit Gegnern dieser Idee, und die wird es geben, und dann kommt genau diese Frage. Wenn er dann antworten müsste “Ach, der Fall tritt ja eh nicht ein. Da machen wir uns eigentlich keine Gedanken drum.” würde das keinen guten Eindruck hinterlassen. Da sollte man schlicht vorbereitet sein meiner Meinung nach.

    Aber etwas anderes: Wäre es nicht vielleicht sinnvoll ein richtiges Forum einzurichten, anstatt die Diskussion nur in dieser gästebuchartigen Struktur zu führen? Mit wachsender Beitragszahl dürfte hier die Übersicht immer mehr verloren gehen.

  138. 138

    Karwat hat geschrieben:

    Hallo Traute,
    in einem Vollgeld-System, wie von der Monetative vorgeschlagen, wären verzinsliche Kredite nach wie vor möglich.
    Was in einem solchen System grundsätzlich anders ist: Geld wird nicht mehr über verzinslichen Kredit geschöpft, sondern durch zinslose Zuweisung an den öffentlichen Haushalt. Die Zinsen direkt bei Entstehung des Geldes entfallen somit. Damit entfällt auch die Steuerung der Geldmenge über die Zinsen: Wenn die Zentralbank heute eine überschießende Geldmenge bemerkt, versucht sie in der Regel über höhere Leitzinsen gegenzusteuern. Das wäre in einem Vollgeld-System nicht mehr nötig, da die Zentralbank die Geldmenge ja direkt steuern kann. Ein Missbrauch von Zinsen zur Steuerung der Geldmenge ist also ausgeschlossen.
    Die Banken hätten auch eine geringere Zinsmarge, da sie alles Geld, das sie verleihen, selbst irgendwo besorgen müssten.
    ——————————————-

    Ich rechne eher mit steigenden Zinsen (weil man eben den Anlegern was bieten muß) aber geringerem Kreditbedarf! Denn das geschöpfte Vollgeld kommt als Eigenkapital auf den Markt, als Gewinn von Firmen die einen Staatsauftrag haben, als Sozialleistung, als Beamtengehalt usw. Alle die das Geld erhalten können sich für eine passende Anlageform entscheiden. Und da ist eben eine Eigenkapitalform möglicherweise attraktiver.

  139. 139

    Thorsten Louis hat geschrieben:

    Aber wo holt sich die Monetative das Geld zurück, wenn sie - aus welchem Grund auch immer - die Notwendigkeit sieht, die Geldmenge zu reduzieren?
    ———————————————
    Die Frage wurde bei uns im Forum auch gelegentlich gestellt, aber ich halte es für unwahrscheinlich, daß so ein Fall jemals eintritt. Heutige Wirtschaftskrisen haben die Ursache auch darin, daß Banken Geld einziehen können. Ohne diese Praxis, das soll ja mit dem Vollgeld abgeschafft werden, würde eine Wirtschaftskrise nie das Ausmaß haben, daß Geld eingezogen werden müßte. Falls es tatsächlich eine Krisenursache außerhalb des Finanzwesens geben sollte, dürfte die Wirtschaft um 2% schrumpfen, falls es eine Sollinflation um 2% gibt und die Geldmenge konstant bleibt.

  140. 140

    Joseph Huber hat geschrieben:
    Deshalb hat Fisher selbst den Ansatz präferiert, mit dem neuen Geld bei den Banken die Staatsschuld (zumindest einen Teil davon) zurückzukaufen. So wären die Banken zu nötiger Liquidität gekommen, und der Staat hätte sich dabei seiner Schulden entledigt. Dieser Gedanke leuchtet mir doch eher ein.
    —————————————
    Hallo
    Wurde das schonmal durchgerechnet ob das passt? Was soll denn mit den bestehenden Girokonten passieren? Die müßten ja alle mit Vollgeld hinterlegt werden.

    Aber der Ansatz hat was, könnte die Übergangszeit bei einer Geldreform verkürzen.

  141. 141

    Ich hatte bereits vor ein paar Tagen einen längeren Beitrag verfasst, der sich aber zu dem Zeitpunkt aber aus irgendeinem Grund nicht posten ließ. Deshalb habe ich ihn der Monetative Initiative zukommen lassen. Ich poste ihn hier jetzt aber noch mal leicht erweitert für die Allgemeinheit.

    “Hallo liebes Monetative Team,

    zunächst einmal vielen Dank an Herrn Karwat für seine Antwort.

    Heute möchte ich gerne einige Gedanken zum Besten geben, die ich mir die letzten Tage gemacht habe. Diese gehen zugegebenermaßen über die Monetative hinaus und gehören deshalb vielleicht auch gar nicht hier her, würden sie aber in jedem Fall benötigen und ihr eine bedeutend größere Rolle einräumen als ohnehin schon. Und zwar möchte ich versuchen drei kontrovers diskutierte Vorschläge unter einen Hut zu bringen, wobei in dem System, das mir vorschwebt, es nur Sinn macht, wenn alle drei umgesetzt werden. Bei den Vorschlägen handelt es sich um die Umlaufsicherungsgebühr der Freiwirtschaftslehre, auch wenn sie hier einen ganz anderen Zweck erfüllt, um das Bedingungslose Grundeinkommen und um die Monetative, deren Aufgabe sich allerdings noch verändert im Vergleich zum jetzigen Vorschlag.

    Ich habe mir, ohne besonders tief in die Materie eingestiegen zu sein, Gedanken über das BGE gemacht. Ich bin dann irgendwann bei dem Stand angekommen, dass das BGE eine gute, soziale Idee ist deren Umsetzbarkeit noch vor der Frage der Finanzierbarkeit in erster Linie davon abhängt, ob die Gesellschaft bereit für ein derartiges Konzept ist. Also die typische Frage, ob dadurch nicht der Anreiz zu arbeiten zerstört würde. Bei allen theoretischen Diskussionen, die ich gar nicht verbieten will, ist das eine Frage, die sich, denke ich, erst bei der Durchführng des Konzepts beantworten wird. Ich glaube zwar, dass grundsätzlich ein großer Teil der Menschheit trotzdem noch arbeiten würde, denke aber auch, dass eine Gefahr darin bestünde, dass innerhalb der ersten Monate nach Einführung des BGE einige Menschen gerne einen längeren Urlaub machen würden oder Massenkündigungen eintreten könnten von Leuten, die die neue Chance nutzen und sich umorientieren wollen. Deshalb wäre ich dafür, dass BGE wenn überhaupt schrittweise einzuführen. Vielleicht bei 50€ pro Monat pro Person anfangen und halbjährlich diesen Betrag um 50€ steigern, bis man den angestrebten Höchstsatz erreicht hat. Man nagle mich bitte nicht auf die Zahlen fest, es geht mir um den Gedanken dies Schrittweise zu tun. Ob man das in 10, 50 oder 100€ Schritten monatlich, quarteilsweise, halbjährlich oder jährlich tut, kann man dann ggf. noch ausarbeiten.

    Dann kam mir aber vor ein paar Tagen der Gedanke, dass sich die Frage, ob wir ein BGE einführen sollen, gar nicht stellt, sondern lediglich die Frage, wann wir dies tun. Wie ich zu dieser Ansicht komme: Durch die technologische Entwicklung wird zunehmend weniger menschliche Arbeitskraft in Form von körperlicher Arbeit benötigt. Deshalb hat sich die Menschheit zunehmend in die Kopfarbeit zurückgezogen oder wie auch immer der tollklingende Fachbegriff dafür lautet. Wenn nun die Maschinen an Intelligenz gewinnen, wird die körperliche Arbeit bald völlig abgelöst und auch die Kopfarbeit angegriffen werden. Der Todesstoß wird diesem System dann spätestens durch die Perfektionierung der Nanotechnologie versetzt, die in letzter Konsequenz darauf hinarbeitet, dass einzelne Atome beliebig manipuliert und wie Legosteine zu allem, was wir uns vorstellen können, zusammengesetzt werden. Wenn dies gelingt, wird es möglich sein irgendwann ein Steak, das niemals Teil eines Tieres war, oder eine Kartoffel, die nie im Boden gesteckt hat, zu essen. Wenn dies gelingt, wird es (nahezu) keine knappen Güter mehr geben, die sich durch ihren besonderen Wert auszeichnen. Wie auch immer, ich wage an dieser Stelle die These aufzustellen: Wenn wir in 200 Jahren noch immer so etwas wie Geld haben, dann ist etwas mächtig schief gelaufen.

    Ich denke, dass wir gerade am Anfang dieser Entwicklung stehen und dass im Laufe dieser Entwicklung der entstehende Mangel an Arbeit mit der heutigen Vorstellung “Nur wer etwas leistet, soll auch gut leben.” zunehmend in Konflikt geraten wird. Wir werden aber auch noch nicht so weit sein, das Geldsystem völlig abschaffen zu können. Für diese Übergangsphase wird ein BGE oder ein anderes Konzept, das die Existenz sichert und darüber hinaus ein gutes Leben ermöglicht, unvermeidlich sein. Es sei denn wir entschließen uns zu der Alternative, die Bevölkerung gezielt auf ein Maß, für das Arbeit vorhanden ist, zu reduzieren, was ich mir aber nicht vorstellen kann und auch nicht vorstellen möchte.

    An dieser Stelle kommt dann doch wieder das Thema der Finanzierung auf. Während das BGE momentan vielleicht noch in irgendeiner Form finanzierbar wäre, wäre es dies mit Sicherheit nicht, wenn nur noch die Hälfte oder ein Viertel aller erwärbsfähigen Arbeit hätten und wenn nebenbei durch die gestiegene Lebenserwartung die Anzahl der Rentner steigt. Der aktuelle Sozialstaat scheint bereits an die Grenzen seiner Belastbarkeit zu stoßen und wäre mit BGE und dieser von mir prognostizierten, noch viel höheren Arbeitslosigkeit in einigen Jahrzehnten wohl völlig überfordert.

    Da kommt nun bei mir die Monetative ins Spiel. Die nach wie vor von der Regierung und von privaten Interessen unabhängige Monetative soll das Geld schlicht drucken. Ich nehme an sie veranschlagt 2500€ pro Person pro Monat. 1500€ davon werden als BGE sofort an die Bürger ausgezahlt, 1000€ kommen dem Staatshaushalt zu Gute, der davon Schulen, Krankenhäuser, Infrastruktur, Polizei usw. bezahlt. Steuern gibt es praktisch keine mehr oder nur noch in sehr geringem Maße. Vielleicht gibt es auch noch Gebühren bei der Verwendung umweltschädlicher Technologie oder dergleichen. Das sind jetzt Detailfragen, die noch zu klären sind, aber darum geht es jetzt nicht.

    Das Problem hierbei ist klar, es ergibt sich eine gigantische Inflation. Und um dem entgegen zu wirken, klaue ich mir an dieser Stelle die Idee der Freiwirtschaftler und erhebe auf das Geld eine Gebühr, die ich hier beispielsweise auf 2% pro Monat setze. Der Unterschied ist, dass mir hier der Zins und das Fließen des Geldes erst mal egal sind und die Gebühr als Bekämpfung der Inflation motiviert ist. Außerdem ist die Gebühr in meinem Vorschlag glaube ich höher, als es die Freiwirtschaftler fordern, aber ich denke, dass dies zumutbar ist, wenn dafür praktisch alle anderen Steuern wegfallen.

    Was passiert nun bei 2% Gebühren auf das Geld und 2500€ pro Person und pro Monat, die die Monetative aus dem Nichts schöpft? Wenn die gesamte Geldmenge 50 mal so groß ist wie das, was monatlich neu in den Wirtschaftskreislauf gegeben wird, bleibt die Geldmenge konstant. Dann wird nämlich durch die Gebühr wieder genau so viel Geld dem Kreislauf entzogen, wie die Monetative einspeist.

    Wenn die Monetative die Gelmenge vergrößern möchte, kann sie einfach die monatliche Rate entsprechend erhöhen. Die Geldmenge wird dann aber nur langsam auf das neue Niveau angehoben. Deshalb würde ich empfehlen, die Geldmenge auf einen Schlag zu erhöhen und die Rate entsprechend anzupassen. Dann bleibt die Geldmenge konstant und muss sich nicht erst langsam an das neue Niveau anpassen.

    Wenn man das ganze mathematisch betrachten möchte, sieht der zeitliche Verlauf der Geldmenge wie folgt aus:

    G = Gm*[((1-g)^(t+1)-1)/-g] + G0*(1-g)^t

    G ist hier die gesamte Geldmenge, Gm die monatlich zugeführte Geldmenge, G0 die sich bereits im System befindende Geldmenge, g die Gebühr, die auf das Geld erhoben wird und t die Zeit in Monaten. Wenn t gegen unendlich geht, ergibt sich folgender Grenzwert:

    G = Gm/g

    Liegt G bei t=0 zunächst über dem Grenzwert, sinkt die Geldmenge, bis sie den Grenzwert erreicht. Liegt G bei t=0 unter dem Grenzwert, erhöht sich die Geldmenge, bis sie den Grenzwert erreicht. Und wenn bei t=0 G bereits Gm/g entspricht, ändert sich die Geldmenge gar nicht.

    Für meine Beispielzahlen folgt bei 82.000.000 Menschen in Deutschland:

    G = 10.250 Mrd €

    Der Staatshaushalt würde 984 Mrd € pro Jahr betragen, wobei alle Kosten für Arbeitslosengeld und dergleichen mit dem BGE natürlich entfielen.

    Was mich daran jetzt noch stört, ist, dass noch keine Möglichkeit für die Monetative besteht die Geldmenge schnell zu reduzieren, so wie sie sie schnell ausweiten kann. Sie müsste jetzt momentan Gm reduzieren oder g erhöhen und dann aber längere Zeit abwarten, bis G das Niveau erreicht, das sie gerne hätte. Ansonsten gefällt mir mein Vorschlag aber ganz gut. Auch hier gilt: Es hänge sich bitte keiner an den Zahlen auf: Wer meint, das sei ein super Konzept man müsse nur realistischer mit 1000€ und 1,5% Gebühren ansetzen, bitte, da bin ich völlig offen.

    Jedenfalls bin ich ein absoluter Laie in diesen Dingen und deshalb frage ich einfach mal hier in die Runde: Was übersehe ich? Vereinfache ich an irgendeiner Stelle zu stark? Ist das stark zu kritisieren aber ausbaufähig? Ich freue mich über jede gutgemeinte Stellungnahme.”

    Mittlerweile habe ich noch ein wenig länger über das Konzept nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es vielleicht sinnvoll wäre die Mehrwertsteuer doch beizubehalten und die daraus gewonnenen Geldbeträge auch der Geldvernichtung zuzuführen, falls die Geldmenge trotz der Gebühr zu groß werden sollte. Außerdem könnte man auch beim Staatshaushalt vielleicht noch Einsparungen vornehmen, da der Staat ja keine Sozialausgaben mehr leisten muss. Jedenfalls sollten, so die Freiwirtschaftler bezüglich der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes recht haben, durch die Mehrwertsteuer enorme Geldbeträge vernichtet werden, wenn eine Gebühr auf das Geld erhoben wird.

  142. 142

    Sehr geehrter Herr Huber,

    wir können sehen, dass mit dem Vollgeld zunächst die Problematik der Staatsverschuldung gelöst werden kann.
    Wie Herr Ernst Dorfner bereits anmerkte und wie von Herrn Karwat bestätigt, wird sich die Wirtschaft mit verzinslichen Krediten, die von dem Bankensystem bereitzustellen sind, zu versorgen haben.
    Die Bank verleiht die Einlagen ihrer Kunden gegen Zinsen.
    Der Geldinhaber (Kapitaleigner) kann demnach weiterhin das Geldangebot verknappen, indem er „sein“ Geld zurückhält und erst bei entsprechend hohem Zinsangebot, dieses über die Bank als Kredit wieder in den Kreislauf gibt. Insofern hat dieses Verhalten natürlich auch großen Einfluß auf die Geldmenge, die den Wirtschaftsteilnehmern real zur Verfügung steht.
    Das Vollgeldsystem steuert, wie es sich bisher darstellt, die Höhe der ausgegebenen Geldmenge jedoch nicht die Geschwindigkeit des Geldumlaufs bzw. die sich real in Umlauf befindliche Geldmenge. Als real umlaufendes Geld bezeichnen wir alles Geld, welches nicht gehortet ist.
    Fisher scheint dies erkannt zu haben und orientierte sich zur Lösung dieser Problematik an den Vorschlägen von Silvio Gesell. Rückte später aber wieder davon ab.
    Zitat Bernd Senf: „Die Lösung der Blockierung (Geldhortung) ist die Lösung“.
    Ein altes deutsches Sprichwort meint: Taler, Taler, du musst wandern, von der einen Hand zur andern.
    Bietet das Vollgeldsystem Lösungsansätze ?
    Vielen Dank
    Michael Weik im Oktober 2009

  143. 143

    Lieber Eberhard Knöller,
    Sie fragen, wie es die Monetative mit dem 100%-Geld nach Irving Fisher hält. Nun, mit Fisher’s Kritik am Geldsystem und seinen Zielsetzungen und Begründungen haben wir sehr viel gemeinsam. Das gilt jedoch nicht für seinen Geldbegriff und die technisch-praktische Seite seines Reformprogramms. Fisher muss die Vorstellung gehabt haben, Bargeld an die Stelle von Gold zu setzen. Er nannte Bargeld ‘real, physical money’. Das, mit Verlaub, ist Unfug. Bargeld war schon damals in den 1930ern ebenso Freigeld oder fiat money oder chartales Geld, eben reines Zeichengeld, wie laufende Kontoguthaben bei Zentralbank und Banken es sind.

    Die ‘Deckung’ von Giroguthaben durch Bargeld und/oder Zentralbankguthaben ist in der laufenden Abwicklung technisch tatsächlich nicht so einfach, faktisch unnötige Doppel- und Dreifachbuchungsarbeit. Die eigentliche Crux aber war und bleibt die Frage, wie ein reibungsloser und akzeptabler Übergang zu machen gewesen sei. Einer der Vorschläge, auf den auch Sie nun zurückkommen, bestand darin, den Banken die nötigen Reserven zu schenken. Das kann ich persönlich nicht akzeptieren. Wenn schon in großem Stil Zentralbankgeld zu schöpfen ist, dann soll das den öffentlichen Kassen zugute kommen, doch nicht ausgerechnet den Geschäftsbanken als Geschenk in Höhe von hunderten von Milliarden!

    Deshalb hat Fisher selbst den Ansatz präferiert, mit dem neuen Geld bei den Banken die Staatsschuld (zumindest einen Teil davon) zurückzukaufen. So wären die Banken zu nötiger Liquidität gekommen, und der Staat hätte sich dabei seiner Schulden entledigt. Dieser Gedanke leuchtet mir doch eher ein.

    100% Banking nach Simons und Friedman ist mit 100% Money nach Fisher weitgehend identisch - oder umgekehrt, da Fisher zuerst noch Gesell’s Schwundgeldansatz vertrat und sich erst später den Ansatz von Simons und Kollegen zu eigen machte. Ein wichtiger Unterschied blieb, dass Simons, Friedman und Kollegen eine regelgebundene, mechanische Geldschöpfung wollten: Jahr für Jahr 3% mehr Geld, egal wie die Konjunktur steht, egal was politisch-ökonomisch geschehen mag. Da ist mir, wie schon Fisher, eine diskretionäre, der aktuellen Situation angemessene Geldpolitik in der Tat lieber.

  144. 144

    Hallo Traute,
    in einem Vollgeld-System, wie von der Monetative vorgeschlagen, wären verzinsliche Kredite nach wie vor möglich.
    Was in einem solchen System grundsätzlich anders ist: Geld wird nicht mehr über verzinslichen Kredit geschöpft, sondern durch zinslose Zuweisung an den öffentlichen Haushalt. Die Zinsen direkt bei Entstehung des Geldes entfallen somit. Damit entfällt auch die Steuerung der Geldmenge über die Zinsen: Wenn die Zentralbank heute eine überschießende Geldmenge bemerkt, versucht sie in der Regel über höhere Leitzinsen gegenzusteuern. Das wäre in einem Vollgeld-System nicht mehr nötig, da die Zentralbank die Geldmenge ja direkt steuern kann. Ein Missbrauch von Zinsen zur Steuerung der Geldmenge ist also ausgeschlossen.
    Die Banken hätten auch eine geringere Zinsmarge, da sie alles Geld, das sie verleihen, selbst irgendwo besorgen müssten. Weitere zinsdämpfende Maßnahmen wären in einem Vollgeldsystem genauso möglich wie im heutigen System auch. Erst sollten die Auswirkungen der Reform der Geldschöpfung abgewartet werden, dann könnte über zusätzliche Maßnahmen diskutiert werden. Die Monetativ legt sich deshalb heute zu diesem Punkt noch nicht fest. Die Abschaffung der Zinsen bei der Geldschöpfung und damit eine zinslose Geldbasis wäre unserer Meinung nach schon ein großer Fortschritt!

  145. 145

    Hallo Thorsten Louis,

    so ist es. Wenn die Monetative eine Reduzierung der Geldmenge als nötig erachten würde, müsste die Regierung Geld an die Zentralbank überweisen. Das neugeschöpfte Geld wird der Regierung ja, wenn es bei der heutigen Buchungstechnik bleibt, als zins- und tilgungsloser Kredit zur Verfügung gestellt. Es ist eine Forderung der Zentralbank an die Regierung, die dann als fällig erklärt werden müsste. So könnte die Geldmenge dann gegebenfalls reduziert werden.

  146. 146

    Hallo liebes Monetative Team,

    ich bin grundsätzlich von euren Ideen sehr angetan und hatte auch meine eigenen Gedanken dem Herrn Senf schon mal in einer längeren E-Mail mitgeteilt. Grundsätzlich sind die Vorstellungen, die wir so haben ziemlich ähnlich. Eine Frage habe ich aber: Der hier auf dieser Seite vorgestellte Vorschlag beinhaltet ja, dass mit dem Ziel der Preisstabilität die Monetative der Regierung Geld schenkt, wenn eine deflationäre Tendenz eintritt. Ich hoffe, das ist so weit richtig wieder gegeben. Aber wo holt sich die Monetative das Geld zurück, wenn sie - aus welchem Grund auch immer - die Notwendigkeit sieht, die Geldmenge zu reduzieren? Mein Vorschlag war, dass sie dann im Gegensatz zum vorherigen Geldgeschenk eine Forderung an die Regierung stellt, die dieser mit oberster Priorität nachzukommen hat.

    Wie lautet da die Vorgehensweise der hier vorgestellten Monetative? Falls das hier irgendwo bereits steht, würde es mich freuen, wenn man mir sagen würde wo. Ich konnte es spontan nicht finden.

  147. 147

    Seit nahezu ewigen Zeiten spielen wir mit uns selbst das gleiche Spiel. Und wir fallen immer wieder von neuem darauf herein. Wir als Menschen, unsere Vorgänger und die Vorgänger der Vorgänger und deren ihre Vorgänger. . . (Auszug aus: http://www.physik.as )

    Am Beginn des 21. Jahrhunderts ist ausreichend genug Wissen vorhanden, um den nun schon nahezu ewigen Kreislauf zu unterbrechen. Doch wer ist in der Lage, die Weichen dafür zu stellen?

    Von der Politik, in dessen Aufgabenbereich man es zuordnen könnte, ist nichts zu erwarten. Politik ist zu richtungsbezogen, sie kann von eingeschlagenen Wegen nicht abweichen.

    Die Wissenschaft wurde gekauft. Sie steckt zu sehr im Korsett ihrer Auftraggeber fest. Die Philosophie, der relativ freie Zweig der Wissenschaft, wurde zu lange an den Rand gedrückt, sie wird sich nur schwer aufrichten können.

    Die Religionen sind zu traditionsgebunden. Sie glänzen im Glanz des ewig zu scheinenden gestrigen. Ihre Traditionen beinhalten keinen ausreichenden Spielraum dafür.

    Die Justiz hat umfangreiche Erfahrung mit außergewöhnlichen Situationen, doch ihre Methode, zu agieren, ist dafür gänzlich ungeeignet. Das Militär hält sich für stets bereit, Gewalt als ihr demonstratives Mittel ist jedoch fehl am Platz.

    Das Kapital ist nicht wirklich geschaffen dafür, die Wirtschaft ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt und die mediale Landschaft ist zu sehr auf Schlagzeilen aufgebaut.

    Bleibt also nur mehr die Bevölkerung selbst. In ihr ist genügend Potential vorhanden. Die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung ist jedoch tief und breit verwurzelt. Die einzigen, von Bevölkerungen ausgelösten Richtungsabweichungen waren deshalb immer nur Revolutionen, sie verliefen jedoch schon zu oft blutig. Blut ist nicht das Fundament der Ewigkeit.

    Was bleibt sonst noch übrig? Vielleicht der vereinte Weitblick einzelner?

    Es liegt in der Natur der Sache, dass es für eine nie zuvor vorhandene Möglichkeit keine eingefahrenen Wege gibt. Auch fällt es nicht wirklich in die Kompetenz von jemanden. Es gibt auch noch keinen wirklich akuten Handlungsbedarf dafür. Sollten wir uns vielleicht dieses Spiel, das in Wirklichkeit eigentlich gar kein Spiel ist, noch einige Generationen erhalten? Keine leichte Entscheidung!

  148. 148

    Vollgeld oder freiwirtschaftliches Geldsystem?
    `
    Die Einführung von Vollgeld ist die Voraussetzung für das Funktionieren eines s. Aufgrund der Erfahrungen mit der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise erachte ich ein Vollgeld-System für wesentlich dringlicher als ein Freiwirtschafts-System. Trotzdem benötigt auch ein Vollgeld-System die freiwirtschaftliche Ergänzung, weil sonst das Zinsproblem nicht gelöst werden kann.

    Ausschüttung des Geldschöpfungsextragewinns (der „Seigniorage“) an die Bevölkerung.

    Ich trete ein für die Ausgabe zusätzlichen Geldes direkt an die Bevölkerung. Nach meiner Überzeugung sollte die Bevölkerung – demokratiegerecht – das neue Geld empfangen, so dass sie über dessen Einsatz gemäß ihrem Bedarf entscheiden kann und nicht unbekannte Unternehmer und Investoren das Geld von oben her in die Gesellschaft einschleusen. Wir müssen die Bevölkerung als Souverän betrachten gemäß dem Grundsatz im deutschen Grundgesetz „Alle Gewalt geht vom Volk aus.“ Dementsprechend würde das Zusatzgeld den Landesbewohnern zu gleichen Teilen zustehen und nicht dem Staat.
    Grundsätzlich habe ich gegen die Idee einer Ausschüttung des jährlichen Geldschöpfungsextragewinns (Seigniorage) an den Staat die größten Bedenken. Die Parlamentarier würden das Gefühl erhalten, die Frage der Schulden sei gelöst und sie hätten sich nicht mehr darum zu kümmern. Ihre Begehrlichkeit würde sofort aufflammen. Sie würden sich so sehr an die gütige Hand der Zentralbank gewöhnen, dass sie Sorgfalt in der Finanzplanung außer Acht lassen und neue Schulden aufbauen würden.
    Dabei sollten wir die systemisch bedingte Zwangsentwicklung zur Staatsverschuldung nicht übersehen! Der Staat springt mit Großprojekten dann ein und verschuldet sich, wenn bei nahezu gesättigter Wirtschaft die Nachfrage nach Krediten nachlässt und die Zinssätze so weit sinken, dass Anleger keine langfristigen Engagements mehr eingehen und auf „bessere“ Zeiten warten. Sie treten in den „Anlegerstreik“ und halten ihre Mittel auf niedrigverzinslichen Festgeldanlagen flüssig. Das langfristige Kreditangebot verschwindet in der „Liquiditätsfalle“ (Keynes). Die Wirtschaft wird blockiert, Arbeitslose sind die Folge und der Staat scheint hilflos zu sein. In solchen Fällen ziehen Großprojekte des Staates eine erhöhte Nachfrage nach Krediten nach sich und führen wieder zum Steigen der Zinssätze. Dies lockt die Investoren wieder an, und die Wirtschaft läuft wieder rund. Solche Großprojekte sind Hochgeschwindigkeits-Schnellzüge und ihr Schienenetz, die Weltraumfahrt und immer wieder die Rüstung, alles eigentlich unnötige und unproduktive Projekte.
    Hier setzt die freiwirtschaftliche Forderung nach einer laufenden Umlaufsicherungsabgabe auf flüssige Zahlungsmittel an, um solche Kraft¬akte überflüssig zu machen. Sie soll die Anleger auch dann zum längerfristigen Kreditangebot drängen, wenn Zinssätze gegen null gehen.
    Bis dahin aber verschuldet sich der Staat immer mehr, weil dies als der einzige Weg erscheint, die Wirtschaft in Schwung zu halten, doch ohne Aussicht auf eine Umkehr der Entwicklung. Da die Sättigung immer weiter voranschreitet und es immer schwieriger wird, geeignete und finanzierbare Großprojekte zu finden, wird der Staat – unter den heutigen Gegebenheiten – nie mehr aus dieser Schuldenspirale herausfinden. Das Stabilitätsgebot der EU zur Begrenzung der Neuverschuldung des Staates auf 3% des BIP kann systemisch bedingt nie eingehalten werden!
    Eine Ausschüttung der Seigniorage an den Staat wird die Lösung des Problems der Staatsverschuldung also nur weiter in die Zukunft verschieben. Auch ist sie von der Zunahme der Wirtschaftsleistung (BIP) abhängig. Ohne diese Zunahme wäre sie null.

  149. 149

    Praktischer Vorschlag zur Einführung des Vollgeld-Konzeptes
    Ausgehend von der Idee Milton Friedmans einer 100%-Deckung des Giralgeldes durch Zentralbankgeld wäre es am einfachsten, diese Auflage beim modernen Bankensystem tatsächlich einzuführen. Dazu stellt die Zentralbank am Tag Null der Umstellung den Geschäftsbanken so viel Zentralbankgeld-Guthaben zur Verfügung, wie der Summe des bei ihnen liegenden Giralgeldes bzw. M1 entspricht. Alles andere bliebe so, wie es heute ist. Keine buchhalterischen Probleme, keine neuen Kontenformen, keine Umbuchungen oder Vertragsänderungen bei den Bankkunden. – Höchst einfach, nicht wahr? Aber stimmt das?

    Hier wäre ich Prof. Huber für eine Antwort sehr dankbar.

  150. 150

    Sehr viel wichtiger als diese Ausschließlichkeit der Geldschöpfung durch die Zentralbanken erscheient mir die Abschaffung des Zinsgeldes.Denn solange es Zinsen gibt, sind die Staatsschulden niemals in den Griff zu bekommen, und die Schere zwischen Kapital-Besitzern und Leistungserbringern der Gesellschaft wird bis ins Unerträgliche anwachsen, d.h. bis zum Bürgerkrieg. Die einzige Lösung ist es, das Geldsystem grundlegend zu reformieren bevor es knallt.

  151. 151

    Die Ideen zur Reform des Geldwesens sollten mehr in die Öffentlichkeit rücken. Ich glaube nicht so Recht, dass es reicht die Politik von diesen Ideen zu überzeugen. Die Berater der Politik, kommen nahezu ausschließlich aus den Kreisen, die ein Interesse daran haben den jetzigen Status Quo aufrecht zu erhalten. Schon mal daran gedacht auf politischem Wege über die Bürger die Sache anzugehen? Schon mal daran gedacht eine Partei zu gründen oder ähnliche Weise aktiv zu werden?
    Beste Grüße Justus

  152. 152

    Zitat Michael Weik: “Ellen Brown beschreibt in ihrem Buch Der Dollar Crash, wie Engländer Druckmaschinen nach Amerika bringen liessen, um den Greenback zu fälschen und zu inflationieren.
    Anschliessend beschuldigten sie die Regierung, sie könne nicht mit Geld umgehen.
    Die Geldmachtelite wird diesen Trick wieder versuchen, um das Vollgeld zu diskreditieren.”

    Das mit den Druckmaschinen ist heuer gar nicht mehr nötig. Unser modernes “Geld” besteht zu 90% nur noch aus elektronischer Information.

  153. 153

    —– Zitat: Ellen Brown beschreibt in ihrem Buch Der Dollar Crash, wie Engländer Druckmaschinen nach Amerika bringen liessen, um den Greenback zu fälschen und zu inflationieren.
    Anschliessend beschuldigten sie die Regierung, sie könne nicht mit Geld umgehen.
    Die Geldmachtelite wird diesen Trick wieder versuchen, um das Vollgeld zu diskreditieren.
    ——–
    Dazu bedarf es heuer nicht einmal mehr Druckmaschinen, wo doch 90% unseres “Geldes” nur noch elektronisch als Information vorliegen.

  154. 154

    Antwort an Hrn. Huber vom 8. August 2009

    Um einem eventuellen Mißbrauch des Parlaments, unbegrenzt Vollgeld zu schöpfen, vorzubeugen, empfehlen Sie die Einrichtung einer unabhängigen Institution, die nach Bernd Senf -MONETATIVE - heissen könnte.
    Ellen Brown beschreibt in ihrem Buch Der Dollar Crash, wie Engländer Druckmaschinen nach Amerika bringen liessen, um den Greenback zu fälschen und zu inflationieren.
    Anschliessend beschuldigten sie die Regierung, sie könne nicht mit Geld umgehen.
    Die Geldmachtelite wird diesen Trick wieder versuchen, um das Vollgeld zu diskreditieren.
    Sind Sie darauf vorbereitet ?
    Wie kann dies verhindert werden ?

  155. 155

    Unter der Überschrift „Zinslenkung der Finnzwirtschaft“ meint Joseph Huber in seiner Broschüre „Reform der Geldschöpfung“:

    „Nach einer Vollgeldreform wie hier dargelegt, erfolgt die Geldschöpfung nicht mehr per
    Kredit, sondern durch originäre Seigniorage. Das Geld ist damit nicht mehr Teil der
    Zinswirtschaft. Eine Vollgeldbasis, als die zirkulierende Geldmenge, bildet einen schuldenfreien Bestand, der weder verzinst wird noch zu einer bestimmten Fälligkeit getilgt werden muss. Darüber hinaus jedoch, also in den Bereichen der Kreditwirtschaft und
    des Investment Banking, kann die Zinslenkung der Finanzwirtschaft weiterbestehen.
    Es liegt in der Natur einer Vollgeldordnung, dass sie Verzinsung und Wachstumszwang von sich aus nicht induziert. Eine Zinswirtschaft besitzt einen inhärenten Wachstumszwang, ein Vollgeldregime nicht. Es wäre auch mit Nullwachstum reibungslos vereinbar.“ (Seite 27)

    Diese Aussagen laufen Gefahr irre zu führen. Denn wenn auch die Vollgeldbasis einen schuldenfreien Bestand bildet, so ist ja damit die Schulden- und Zinswirtschaft nicht überwunden. Und bleibt Geld ein Teil davon. Es geht ja weiterhin nicht darum, dass Geld nun als ein schuldenfreies – und damit zinsfreies - Tauschmittel zirkuliert, mit dem fertige Produkte getauscht werden, sondern um die zeitlich voraus notwendige Herstellung der Produkte in einer Industriewirtschaft. Und um deren Finanzierung. Dazu aber braucht es den Kredit. Und dieser ist für den Kreditnehmer eine Schuld, die mit Zinsen belastet ist. Der Zins ist somit eine Begleiterscheinung schon des Kredites und nicht erst des Geldes. Das wird ja auch wenig später bestätigt:
    „Fernhandel und industrielle Produktion benötigten kreditierte Vorfinanzierung in großem Stil und machten kapitalistische Formen dieser Finanzierung in großem Stil. Kapitalismus und industrielles Wachstum sind sich gegenseitig dienlich gewesen. Mit der Vorfinanzierung der wachsenden Produktion wird auch der Zins vorfinanziert, der aus den gewachsenen Einkommen aufgebracht wird. Mit den Krediten und Einkommen von heute wird der Zins für die Kredite von gestern mit bezahlt. (Seite 28)

    Desgleichen gilt nun aber auch, dass mit den Krediten von heute auch der (gesamtvolkswirtschaftliche) Gewinn der Produktion von gestern bezahlt wird.- und so nur bezahlt werden kann.
    Damit aber wird klar, dass auch eine Vollgeldordnung in die Zinswirtschaft und den Wachstumszwang eingebettet bleiben. Wenn es auf Seite 22 heißt:
    „Die Aufgabe der Banken besteht nicht darin, die Wirtschaft mit der benötigten Menge an Geld zu versorgen oder ihr Geld zu entziehen. Dies ist alleinige Aufgabe der Zentralbank
    als Monetative. Vielmehr ist es die Aufgabe der Banken, real- und finanzwirtschaftliche
    Aktivitäten, insbesondere realwirtschaftliche Investitionen, zu finanzieren – sei es durch Darlehen, oder durch Plazierung von Wertpapieremissionen, oder durch Geldanlagen im Auftrag von Kunden. Die Banken sollen diese ihre finanzwirtschaftlichen Funktionen als Intermediäre zwischen Geldanbietern und Geldnachfragern ausüben, aber nicht selber maßgeblich die geldpolitischen Rahmenbedingungen bestimmen dürfen, unter denen sie tätig sind – wie dies heute überwiegend der Fall ist. Das ist nichts anderes als ein Freibrief, Wirtschaft und Gesellschaft finanzkapitalistisch zu ruinieren.“,
    dann heißt das auch, dass die Banken diese Aufgabe der Intermediäre zu erfüllen haben, und dabei nicht bereit sind, nur die Risken und Gefahren dieses Geschäftes zu übernehmen, sondern sich auch einen Gewinn erwarten.

    Damit möchte ich betonen, dass mit dem Begriff einer schuldenfreien Wirtschaft mit Vorsicht und Bedacht umzugehen ist. Mit Zurückhaltung begegne ich aber auch der Ansicht von der Tilgungsfreiheit des Vollgeldbestandes, wenn ich lese:

    „In der Bilanz der Zentralbank entsteht damit als Aktivum eine Forderung an die Regie-
    rung (in Deutschland eventuell als ‘Forderung an den Bund’) und als Passivum eine Verbindlichkeit, die nichts anderes repräsentiert als die in Umlauf gebrachten Gelder,… Bankkaufmännisch würde man vielleicht denken, bei diesen ‘Forderungen an den Bund’ handle es sich um einen ‘ewigen’ zinslosen Kredit. Jedoch ist es auf dieser Quellebene und im Rahmen einer Vollgeldordnung mit rein chartalem Geld nicht mehr sinnadäquat so zu denken. Auch der Ausdruck ‘Verbindlichkeit’ macht in diesem Zusammenhang nicht mehr so recht Sinn, außer vielleicht hinsichtlich der Verpflichtung, abgenutztes Bargeld durch neues zu ersetzen.“

    In einer Wirtschaft, die weniger auf die industriellen Produkte und deren immer weiter steigende Konsumption ausgerichtet ist, wo Steuern und Abgaben durch Belastung dieser Produktion generiert werden, ist der Staat gehalten, eine eigenständige Finanzierung staatlicher Aufgaben insbes. der sozialen Wohlfahrt zu entwickeln. Das aber verlangt eine Rezyklierung der finanziellen Aufwendungen zurück an den Staat, do wie die Aufwendungen der Industriewirtschaft hin zu en Banken wieder rezykliert werden.

    Ernst Dorfner, September 2009

  156. 156

    Nationale oder oder EURO-weite Einführung des Vollgeldes ?

    Guten Tag Monetatitve Team,
    Muß die Einführung des Vollgeldes für den EURO-Raum aus ihrer Sicht zwingend in allen EURO-Ländern gleichzeitig erfolgen, oder könnten einige Länder eine Vorreiterrolle einnehmen ?
    Da die Bankenregulierung nach wie national unterschiedlich ist, sehe ich es als einfacher an, sich für den ersten Schritt auf eine Umsetzung in Deutschland zu konzentrieren und es jedem anderen EURO-Land frei zu stellen, ob und wann es sich dem Vollgeld anschließt.

    Jan-Peter Homann

  157. 157

    Geld kann man nicht essen, es gibt zu wenig Wärme, wenn man es verheizt und es schützt einem auch nicht vor dem Sterben.
    Das Leben richtet sich einzig und alleine nach den Gesetzen der Natur!
    http://www.physik.as

  158. 158

    Stefan Wehmeier hat geschrieben:

    “Es gibt keine “Geldschöpfung der Geschäftsbanken” (2007: Passiva: 5,8 Bio. €; Aktiva: 5,1 Bio. €).”

    “Eine Bilanz, auch eine Bankbilanz, ist die Momentaufnahme, ist gewissermaßen die Photographie der finanziellen Situation eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt, typischerweise zu Sylvester (31.12.). Die alleinige Betrachtung einer Bilanz, auch der Vergleich verschiedener Bankbilanzen zu verschiedenen Zeitpunkten, ist deshalb bestenfalls als „statische Analyse“ zu bezeichnen, welche aber der Dynamik eines Unternehmens, dem täglichen Auf und Ab, den Richtungen und teilweise verschlungenen Wegen der Stromgrößen nicht gerecht wird. Wer sich ausschließlich auf Bankbilanzen kapriziert (und nicht zufällig auch noch Banklehrling ist bzw. in der doppelten
    4
    Buchführung nicht so firm ist, was für so manchen Volkswirt – mit Verlaub – durchaus zutrifft), steht in Gefahr, zu dem Ergebnis zu kommen, dass sich aus der Bilanz ja wohl klarerweise ergibt, dass erst auf der rechten Passivseite viele Einlagen getätigt worden sein mussten, damit danach auf der linken Aktivseite auch viele, wenn auch nicht ganz so viele, Kredite ausgereicht werden konnten; d.h. die Momentaufnahme Bilanz, ein Instrument statischer Analyse, wird unzulässig dynamisch interpretiert und damit überinterpretiert, indem eine chronologische Abfolge und damit eine Kausalität unterstellt wird, die sich aber aus der „Photographie“ gar nicht wirklich ableiten lässt.”

    aus:
    http://www.berndsenf.de/pdf/Wie-Man-Geld-Macht.pdf

    Liebe Grüße an Stefan (”Freiwirtschaftler”)

    PS:
    Ich hoffe das die Idee der Monetative sich als zukunftsreich erweisen wird weil schon Abraham Lincoln folgendes gesagt hat:

    “Geld ist ein Produkt des Gesetzes und die Bereitstellung und Emission von Geld sollte stets ausschließlich der nationalen Regierung vorbehalten bleiben.
    (Money is the creature of law and the creation of the original issue of money should be maintained as an exclusive monopoly of National Government.)”

    mfg

    Jakomo

  159. 159

    Antwort an Michael Weik vom 7.7.09

    Jedes Bargeld mit dem Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels ist Vollgeld. Heute geht es darum, auch das Giralgeld (unbares Geld) zu Vollgeld zu machen. Das spielte zu Zeiten Lincoln’s und des Amerikanischen Bürgerkrieges noch keine Rolle, aber Papiergeld - in diesem Fall die Greenbacks oder Continental Dollars - schon.
    Die Crux damit war, dass die Ausgabe dieses Papiergeldes nicht ein unabhängig gestelltes Staatsorgan unter Kontrolle hatte, sondern das Parlament und die Regierung. Und die haben dieses Privileg unter den gegebenen Kriegsumständen erschöpfend missbraucht. Seither ist der Continental ein Innbegriff für wertloses Geld.

  160. 160

    Der Sinn der ganzen Aktion scheinen die beiden ersten Kommentatoren nicht erfasst zu haben. Es wird schwierig werden diesen Ansatz umzusetzen. Den meisten Normalbürgern wird die Materie ohnehin zu schwierig erscheinen. Was sagt die Fachwelt zu dem Ansatz?

    Ich halte den Ansatz für sinnvoll und zwingend erforderlich. Die Zentralbanken legen die Zinsen planwirtschaftlich fest. Für eine Marktwirtschaft finde ich das reichlich merkwürdig.

    Es fehlt aus meiner Sicht ein Verweis auf die Quantitätsgleichung. http://de.wikipedia.org/wiki/Quantit%C3%A4tsgleichung.

    Ein unterhaltsames Video mit interessanten Einsichten zu aktuellen Finanzkrise.
    http://video.google.de/videosearch?q=wirtschaftskrise&hl=de&emb=0&aq=f#

    Viel Erfolg

  161. 161

    Hey jetz mal ehrlich euch muss doch klar sein dass sachen wie zum beispiel inflation durch diese art von sytem nicht ausgerottet werden! Deswegen ist dieses system auch keine altrnative wenn dann alle
    Banken staatlich (in einem staat der wieder eine regierung hat die auch dem volk dient und nicht nur privat interessen). Also eine große Notenbank mit vielen standorten übers ganze land verteilt. Auch wenn privat banken nicht mehr in die eigene tasche wirtschaften können werden sie nicht im auftrag unseres wohlergehens oder unserer marktwirtschaft handeln. Für den Chef eines bedeutenden Privat unternehem gibt es auch in eurem system einen lukrativeren geldgeber als den staat oder den selbst erwirtschafteten gewinn (NWO). Erst ist eine komplett neue gesetzes grundlage nötig!!!!!!!!
    Da dies in Deutschland relativ schwierig ist sollte unser hauptaugenmerk auf der gründung eines neuen staates mit neuer verfassung und dann eben auch komplett neuen geld systems sein .Ohne Eu hintergrund in verfassung fragen!!!

  162. 162

    THEOLOGISCHE DEBATTEN DES MITTELALTERS

    Es gibt keine “Geldschöpfung der Geschäftsbanken” (2007: Passiva: 5,8 Bio. €; Aktiva: 5,1 Bio. €). Das Problem ist die parasitäre Wertaufbewahrungsfunktion des heutigen (dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfften) Geldes in Verbindung mit einem privaten Bodeneigentumsrecht. Das Problem (bzw. die “Mutter aller Zivilisationsprobleme”) wird nur gelöst durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung in Verbindung mit einem allgemeinen Bodennutzungsrecht (Erbpachtrecht):

    http://www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

    Alles andere sind “theologische Debatten des Mittelalters”:

    “Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 - 2008)

    Machtausübung ist Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich - sobald die Religion überwunden ist, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden. Die Religion (Rückbindung auf einen künstlichen Archetyp) war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.

    Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.

    Die “heilige katholische Kirche” degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte “Königreich des Vaters” (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches “Himmelreich” der Toten, nur um selbst eine “Moral” verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.

    Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.

    Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

    Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze “moderne Zivilisation” auszulöschen; es reicht aus, wenn wir weiterhin an den “lieben Gott” (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und ein allgemeines Zwischentauschmittel mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) verwenden.

    Ich wünsche Viel Erfolg bei der Auferstehung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).

  163. 163

    Hoppla worauf bin ich denn hier gestoßen? Vor kurzem hatte ich bereist meine Gedanken zur Finanzkrise und zu Konsequenzen mal aufgeschrieben. Eigentlich hatte ich mir MEIN Bundestagswahlprogramm zusammengestellt. Das folgende ist ein Teil daraus.

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    EU und International

    Die EU ist grundlegend zu reformieren. Entscheidungen müssen künftig nach dem Mehrheitsprinzip fallen. Die EU muss entschlackt werden und die Subventionen müssen auf ihre Notwendigkeit überprüft werden, andernfalls entfallen. Das europäische Parlament muss einflussreicher werden. Die EU braucht eine gemeinsame Verfassung. Grundsätzliche und weitreichende Entscheidungen bedürfen einer Volksabstimmung in allen Mitgliedsländern.

    In der EU muss endlich das Steuersystem harmonisiert werden. Steuerflucht und Steueroptimierung müssen unterbunden werden. Steueroasen müssen auch international ausgetrocknet werden. Die G20 müssen sich auf eine einheitliche Überwachung des Finanzmarktes verständigen. Kein Finanzmarktprodukt, keine Bank und kein Fond dürfen mehr unkontrolliert bleiben. Es muss eine internationale Finanzmarktaufsicht geschaffen werden. Jedes Finanzprodukt muss von dieser erst zugelassen werden. Die Zulassung ist zu untersagen, wenn das Finanzmarktprodukt für die Realwirtschaft keinen erkennbaren Nutzen bringt, sondern ein erster Linie nur dazu dient an den Zentralbanken vorbei aus Geld mehr Geld zu machen. Der Finanzmarkt hat den Bedürfnissen der Realwirtschaft zu dienen und von den Zentralbanken hinsichtlich der Geldmenge gesteuert und von der Aufsicht kontrolliert zu werden. Die Eigenkapitalregeln und Mindestreservevorschriften werden auf alle Finanzprodukte ausgeweitet. Bilanztricks dürfen nicht mehr möglich sein.

    Einführung einer internationalen Börsenumsatzsteuer zwischen 0,05 Prozent und 1,0 Prozent , die sämtliche Wertpapier und Devisengeschäfte erfasst.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tobin-Steuer#Funktionsweise_der_Tobin-Steuer

    Es wird neben Exekutiv, Legislative und den Gerichten eine vierte unabhängige Gewalt für das Geldsystem eingeführt. In Deutschland übernimmt das die Bundesbank, in Europa die Europäische Zentralbank. Die Staaten können künftig einen gewissen Teil ihres Finanzbedarfs nach vorher festgelegten Regeln unter Beachtung der wirtschaftlichen Entwicklung, der Preisstabilität und der Geldmengenregulierung durch die Zentralbank so wie jetzt auch, von der Zentralbank ohne Kredit einfach zugewiesen bekommen. So wie die Finanzministerien anderen Ressorts ihre Mittel für das Haushaltsjahr zuweisen. Benötigen Staaten darüber hinaus Mittel, bekommen sie diese zinsfrei als Kredit in einem bestimmten finanziellen Rahmen. Mittel die darüber hinausgehen, muss sich die Staaten dann wie bisher am privaten Kapitalmarkt beschaffen.

    Es wird eine künstliche Weltleitwährung unter Führung einer internationalen Organisation (bspw. IWF oder Weltbank) als Verrechnungseinheit eingeführt, wie es damals der ECU war. Die Wechselkurse aller Währungen zu dieser fiktiven Weltleitwährung müssen flexibel gehalten werden.
    Eine internationale Arbeitsgruppe soll klären, wie das Weltfinanzsystem von einen reinen Kreditgeldsystem auf Nachhaltigkeit umgestellt werden kann.
    —————–
    PS. muss erwähen von einer Monetative hatte ich schon gehört. Einige Vorträge von Herrn Prof. Senf kenne ich.
    Dies hier scheint mir durchdachter zu sein, als die Umlaufsicherung der Freiwirtschafler

  164. 164

    Hätte mal eine Frage an Prof. Huber:
    War der Greenbackdollar, den Lincoln im Jahre 1861 (450 MIO Dollar) schuldenfrei schöpfte Vollgeld ?
    Colonel Dick Taylor When Lincoln asked if the people of America would accept the notes Taylor said. “The people or anyone else will not have any choice in the matter, if you make them full legal tender. They will have the full sanction of the government and be just as good as any money; as Congress is given that express right by the Constitution.”
    Colonel Dick Taylor 1 Lincoln agreed to try this solution and printed 450 million dollars worth of the new bills using green ink on the back to distinguish them from other notes. “The government should create, issue and circulate all the currency and credit needed to satisfy the spending power of the government and the buying power of consumers…..
    Michael Weik

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